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Lexikon-Eintrag

Hibiskus Hibiscus syriacus

Hibiskus

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Malvales (Malvales)
Familie Malvaceae
Gattung Hibiscus
Art Hibiscus syriacus
Wissenschaftlicher Name Hibiscus syriacus L.
Akzeptierter Name

Einleitung

*Hibiscus syriacus* ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae), dessen natürliches Verbreitungsgebiet im gemäßigten Ostasien liegt. Trotz des Art-Epithetons *syriacus* stammt die Pflanze nicht aus Syrien, sondern wurde aufgrund einer historischen Fehlzuordnung von Carl von Linné so benannt. Während die Art in Südkorea als Mugunghwa nationale Symbolkraft besitzt, wird sie in Teilen Nordamerikas als invasiv eingestuft, da sie durch starke Selbstaussaat dichte Bestände bilden und heimische Flora verdrängen kann.[1]

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Fakten (kompakt)

- Die genetische Basiszahl der Chromosomen beträgt x = 20, wobei die meisten Formen tetraploid (2n = 80) sind, es jedoch auch diploide, triploide und hexaploide Varianten gibt, was durch Durchflusszytometrie bestätigt wurde. - Historische taxonomische Synonyme für die Art umfassen *Althaea frutex*, *Hibiscus chinensis* und *Hibiscus arborescens*.[8] - Der englische Trivialname "Rose of Sharon" bezieht sich auf eine Passage im biblischen Hohelied, wobei die dort gemeinte Pflanze botanisch eher einer Tulpen- oder Krokusart der Levante entspricht und nicht dem erst später dort eingeführten *H. syriacus*. - In Südkorea symbolisiert die Pflanze spezifisch ewige Widerstandsfähigkeit sowie unerschöpfliche Fülle und ist auf der Flagge des Präsidenten abgebildet. - Systematisch wird die Art der Sektion *Hibiscus* innerhalb der Ordnung der Malvales zugeordnet. - *Hibiscus syriacus* ist in den USDA-Klimazonen 5 bis 8 winterhart. - Die trompetenförmigen Blüten besitzen häufig einen kontrastierenden roten Fleck an der Basis.[8]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Hibiscus syriacus* erfolgte 1753 durch Carl von Linné, der das Artepitheton *syriacus* aufgrund von in syrischen Gärten gesammelten Exemplaren wählte.[1] Diese Namensgebung beruht auf einer historischen Fehlannahme, da die Art ursprünglich aus dem gemäßigten Ostasien stammt und nicht in Syrien heimisch ist, dort aber kultiviert wurde.[1][2] Der Gattungsname *Hibiscus* leitet sich vom altgriechischen Wort *hibískos* ab, das bereits von Dioskurides für eine malvenartige Pflanze verwendet wurde. Systematisch gehört die Spezies zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und wird innerhalb der Gattung der Sektion *Hibiscus* zugeordnet. Relevante Synonyme, die frühere taxonomische Einordnungen – unter anderem in die verwandte Gattung *Althaea* – widerspiegeln, sind *Althaea frutex* Mill., *Hibiscus chinensis* DC. und *Hibiscus arborescens* Gaterau.[1][3] Im Deutschen wird die Gattung als Roseneibisch geführt, während international häufig der englische Trivialname „Rose of Sharon“ Verwendung findet.[1][4] Dieser Name bezieht sich auf das Hohelied Salomos, wobei die botanische Identifikation der biblischen Pflanze umstritten ist und heute eher Tulpen- oder Krokusarten der Levante zugeschrieben wird. In Korea ist die Art unter der Bezeichnung *mugunghwa* bekannt, was „unvergängliche Blume“ bedeutet und ihre symbolische Bedeutung unterstreicht.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Hibiscus syriacus wächst als sommergrüner, mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum, der typischerweise Wuchshöhen von 2,4 bis 3 Metern bei einer Breite von 1,2 bis 3 Metern erreicht.[1][4] Der Habitus ist aufrecht und vasenförmig, wobei die Äste tief am Stamm ansetzen und ohne Schnitt nur wenig verzweigen. Ältere Stämme bilden eine graubraune, grob rissige Rinde aus, die zur strukturellen Stabilität beiträgt.[1] Die wechselständig angeordneten Blätter sind breit eiförmig bis rautenförmig, handnervig und messen meist 5 bis 8 Zentimeter in der Länge.[1][4] Sie weisen drei bis fünf flache Lappen sowie grob gezähnte oder gekerbte Ränder auf.[1] Untersuchungen zur Ploidie zeigen, dass polyploide Varianten im Vergleich zu diploiden Formen oft dickere Blätter, vergrößerte Spaltöffnungen und insgesamt größere Blattdimensionen besitzen.[2] Die auffälligen, trompetenförmigen Blüten erreichen einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimetern und bestehen aus fünf überlappenden Kronblättern.[1] Das Farbspektrum umfasst Weiß, Blau, Rosa, Violett und Lavendel, oft mit einem kontrastierenden roten Basalfleck im Zentrum.[1][4] Morphologisch typisch für Malvaceae ist die zentrale Staminalsäule, bei der zahlreiche Staubblätter röhrenförmig um den Griffel verwachsen sind. Ein Außenkelch aus 6 bis 8 linearen Hochblättern umgibt den eigentlichen fünflappigen Kelch. Die Blüten sind zwittrig, wobei die fünflappige Narbe über die Staubbeutel hinausragt. Als Früchte werden 2 bis 3 Zentimeter lange, trockene, septizide Kapseln gebildet, die aus fünf verwachsenen Fruchtblättern bestehen. Diese öffnen sich längs, um abgeflachte, rundliche Samen freizugeben, deren lange, haarige Ränder die Windausbreitung begünstigen.[1] Die Art ist überwiegend tetraploid (2n = 80), wobei die Chromosomenzahl die morphologische Variabilität beeinflussen kann.[2]

Beschreibung

Hibiscus syriacus ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Malvengewächse (*Malvaceae*), der ursprünglich aus den gemäßigten Regionen Ostasiens, insbesondere China und Indien, stammt.[4][1] Entgegen der durch Carl von Linné geprägten Artbezeichnung *syriacus*, die auf einer irrtümlichen Zuordnung von Exemplaren aus syrischen Gärten beruht, ist die Pflanze im Nahen Osten nicht indigen.[1] Im natürlichen Habitat sowie in Kultur wächst die Art typischerweise mehrstämmig mit einer aufrechten, vasenförmigen Struktur und erreicht Höhen von 2,4 bis 3 Metern, wobei sie ohne Rückschnitt im unteren Bereich verkahlen kann.[5][2] Die Stämme entwickeln im Alter eine grau-braune, grob rissige Rinde, die zur strukturellen Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Pflanze beiträgt.[2] Eine wesentliche anatomische Anpassung ist das tiefreichende Wurzelsystem, das in Kombination mit physiologischen Mechanismen zur Reduktion der Transpiration eine moderate Trockentoleranz etablierter Exemplare ermöglicht.[1] Auf mikroskopischer Ebene zeigt die Art eine signifikante Variabilität in der Ploidie, wobei polyploide Formen (z. B. tetraploid oder hexaploid) dickere Blätter und vergrößerte Spaltöffnungen (Stomata) aufweisen, was ihre Anpassungsfähigkeit an Umweltstress erhöht.[2] Die Fortpflanzungsorgane sind in großen, zwittrigen Blüten organisiert, bei denen zahlreiche Staubblätter zu einer zentralen Säule verwachsen sind, die den Griffel umschließt und Nektar speichert. Diese anatomische Struktur fördert die Bestäubung durch Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, wobei der Griffel die Antheren überragt, um Fremdbestäubung zu erleichtern.[4] Da es sich um eine Pflanze handelt, durchläuft *H. syriacus* keine Larvenstadien; die embryonale Entwicklung der Samen ist jedoch komplex und oft durch hohe Abortraten aufgrund von Nährstoffmangel oder hormonellen Ungleichgewichten gekennzeichnet.[2] Die daraus resultierenden Früchte sind trockene, septizide Kapseln, die sich im Ruhestadium längs öffnen und abgeflachte Samen freigeben.[4] Diese Samen besitzen haarige Ränder, eine morphologische Anpassung, die eine Windverbreitung über Distanzen von bis zu 15 Metern ermöglicht.[1] Im Gegensatz zu vielen tropischen Verwandten wie *Hibiscus rosa-sinensis* ist *H. syriacus* strikt laubabwerfend und benötigt eine winterliche Ruhephase, um in den USDA-Klimazonen 5 bis 9 zu überdauern.[1][4] Bioaktive Extrakte aus der Rinde und Kalluskulturen der Pflanze werden aufgrund ihrer nachgewiesenen antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften zunehmend in kosmetischen Anwendungen genutzt.[4] In eingeführten Verbreitungsgebieten, wie dem Südosten der USA, zeigt die Art invasive Tendenzen, indem sie dichte Dickichte bildet und durch aggressive Selbstaussaat heimische Flora verdrängt.[1][2] Historisch und kulturell nimmt die Art als „Mugunghwa“ in Südkorea eine Sonderstellung ein, wo sie als Symbol für unerschöpfliche Fülle und nationale Widerstandskraft gilt.[1]

Verhalten

Als laubabwerfendes Gehölz zeigt *Hibiscus syriacus* ein saisonales Verhalten, indem die Pflanze im Winter ihre Blätter abwirft, um in gemäßigten Klimazonen Energie zu sparen.[4] Die Blüten weisen eine spezifische zeitliche Begrenzung auf und verblühen bereits einen Tag nach dem Öffnen, wobei sie einzeln oder in kleinen Gruppen erscheinen.[1] Die Bestäubung erfolgt entomophil, wobei die Pflanze durch Nektar im Staubblatt-Tubus Generalisten wie Bienen, Schmetterlinge und Kolibris anlockt. Zur Ausbreitung nutzen die behaarten Samen primär den Wind, der sie unter günstigen Bedingungen bis zu 15 Meter von der Mutterpflanze forttragen kann. Eine sekundäre Verbreitung findet durch Interaktionen mit Vögeln und Säugetieren statt, die lebensfähige Samen aufnehmen und an anderen Orten ausscheiden. Die Samen selbst zeigen nur eine minimale Dormanz und keimen bei ausreichender Feuchtigkeit rasch, ohne dass eine komplexe Stratifikation notwendig ist.[4] In Bezug auf interspezifische Interaktionen dient der Strauch als Wirt für die Baumwollblattlaus (*Aphis gossypii*), was trophische Kaskaden auslösen kann, indem Fressfeinde wie Marienkäfer angelockt werden.[2] Polyploide Varianten der Art zeigen physiologische Anpassungen wie dickere Blätter und veränderte Spaltöffnungen, die potenziell die Schmackhaftigkeit für Herbivoren verringern und die Stressresistenz erhöhen.[7] In eingeführten Verbreitungsgebieten zeigt *Hibiscus syriacus* ein aggressives Konkurrenzverhalten, indem er dichte Dickichte bildet, die einheimische Flora durch Wettbewerb um Licht, Wasser und Nährstoffe verdrängen.[1]

Ökologie

Die Bestäubung von *Hibiscus syriacus* erfolgt primär entomophil durch generalistische Insekten wie Bienen und Schmetterlinge sowie durch Kolibris, die vom Nektar und Pollen der Blüten angezogen werden. Einfach blühende Formen bieten dabei eine bessere Zugänglichkeit zu den Ressourcen als gefüllte Sorten, die oft eine reduzierte Fertilität aufweisen.[4] Der Strauch fungiert als Wirtspflanze für Herbivoren wie die Baumwollblattlaus (*Aphis gossypii*), deren Befall trophische Kaskaden auslösen kann, indem er Prädatoren wie Marienkäfer anlockt. In gemäßigten Klimazonen stellen Japankäfer bedeutende Schädlinge dar, die das Laub und die Blüten skelettieren, während Weiße Fliegen gelegentlich die Blattunterseiten besiedeln.[2] In seinem nativen Verbreitungsgebiet in Ostasien besiedelt *Hibiscus syriacus* bevorzugt offene Wälder, Waldränder, felsige Hänge und Uferzonen auf gut durchlässigen, neutralen bis leicht alkalischen Böden. In eingeführten Gebieten, insbesondere im Südosten der USA, kann die Art in gestörten Habitaten verwildern und dichte Dickichte bilden, die durch Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe die heimische Flora verdrängen. Die Ausbreitung der Samen erfolgt lokal durch Schwerkraft sowie über den Wind, der die Samen bis zu 15 Meter weit transportieren kann, und sekundär durch Vögel oder Säugetiere.[1] Ökologische Modellierungen prognostizieren unter dem Einfluss des Klimawandels eine Verschiebung geeigneter Habitate, was die Invasivität in temperierten Exilgebieten verstärken könnte.[7] Polyploide Varianten der Pflanze weisen dickere Blattgewebe auf, was potenziell die Widerstandsfähigkeit gegen Herbivorie und Umweltstress erhöht.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Hibiscus syriacus* primär als Zierpflanze geschätzt wird, klassifizieren ihn einige US-Bundesstaaten wie Kentucky und Virginia aufgrund seiner aggressiven Ausbreitung in gestörten Habitaten als invasive Art. Die Pflanze bildet dichte Bestände, die einheimische Flora durch Licht- und Nährstoffkonkurrenz verdrängen, weshalb ökologisch orientierte Pflanzungen auf sterile triploide Kultivare zurückgreifen sollten, um die Samenbildung zu minimieren.[2][1] Ein bedeutender Schädling ist die Baumwollblattlaus (*Aphis gossypii*), deren Saugtätigkeit Blattdeformationen verursacht und durch Honigtauausscheidungen die Ansiedlung von Rußtaupilzen fördert.[2][7] In Befallsgebieten führen Japan-Käfer (*Popillia japonica*) durch Skelettierfraß an Blättern und Blüten zu massiven ästhetischen Schäden.[4] Zu den relevanten Krankheiten zählen pilzliche Infektionen wie Grauschimmel (*Botrytis*), Blattflecken und Wurzelfäule (*Phytophthora*), die oft durch übermäßige Feuchtigkeit oder schlechte Bodendrainage begünstigt werden.[1] Medizinisch zeigen Extrakte aus Rinde und Blüten entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften, wobei aktuelle Studien auch antidiabetische Effekte in Tiermodellen belegen.[2] Patentierte Anwendungen nutzen Rindenextrakte zudem in kosmetischen Formulierungen zur Hautregeneration und Feuchtigkeitsversorgung.[4] Während Blüten und junge Blätter für den Menschen essbar sind, kann die Aufnahme großer Pflanzenmengen bei Haustieren leichte gastrointestinale Beschwerden auslösen.[2][4] Präventive Maßnahmen im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) umfassen die Standortwahl zur Vermeidung von Staunässe sowie den hygienischen Rückschnitt infizierter Pflanzenteile.[1] Zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen wird die Förderung natürlicher Prädatoren wie Marienkäfern empfohlen, während mechanisches Absammeln gegen Käferbefall effektiv ist.[7][1] Chemische Bekämpfungsmaßnahmen, wie der Einsatz von Insektiziden oder Fungiziden, sollten nur bei starkem Befall und unter Berücksichtigung des Bestäuberschutzes erfolgen.[4][1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Hibiscus syriacus* liegt primär in seiner weltweiten Nutzung als Ziergehölz, wobei zahlreiche Kultivare für den Gartenbau und die Landschaftsgestaltung gehandelt werden.[5][1] In einigen Regionen Nordamerikas, darunter Kentucky und Virginia, verursacht die Art jedoch ökonomische und ökologische Kosten, da sie als invasive Spezies klassifiziert ist und durch aggressive Selbstaussaat native Flora verdrängt.[1][2] Die Bildung dichter Bestände in offenen Waldgebieten erfordert in betroffenen Gebieten Managementmaßnahmen zur Eindämmung. Im urbanen Landschaftsbau entstehen zudem Pflegekosten durch den saisonalen Abwurf von Blüten und Samenkapseln, die als Verunreinigung wahrgenommen werden.[1] Um diese Nachteile zu reduzieren, fokussiert sich die kommerzielle Züchtung zunehmend auf sterile, triploide Sorten, die kaum keimfähige Samen produzieren.[2][7] Schäden an den Kulturen selbst werden häufig durch den Japankäfer (*Popillia japonica*) verursacht, der Blätter und Blüten skelettiert, sowie durch den Befall mit der Baumwollblattlaus (*Aphis gossypii*).[2] Neben dem Zierpflanzenbau gewinnt die Art in der kosmetischen Industrie an Relevanz, was durch Patente für Extrakte aus Rinde und Blütenblättern zur Hautpflege und Faltenreduzierung belegt ist. Biotechnologische Verfahren nutzen zudem Kalluskulturen der Blätter, die in Studien entzündungshemmende Eigenschaften und Potenzial zur Hemmung von Krebszellen zeigten.[4] Historisch spielte die Pflanze eine geringere Rolle als Faserlieferant, wobei aus den Stängeln grobes Papier oder Seile gefertigt wurden.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Hibiscus syriacus ist ein ausdauernder, laubabwerfender Strauch, dessen Lebenszyklus durch eine ausgeprägte winterliche Ruhephase und eine späte Blütezeit im Sommer geprägt ist.[1] Die Fortpflanzung erfolgt sexuell über große, zwittrige Blüten, die reichlich Nektar produzieren und Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Kolibris zur Bestäubung anlocken.[5] Obwohl die Blütenorgane für Fremdbestäubung ausgelegt sind, variiert der Fruchtansatz stark; Selbstbestäubung führt oft zu einer geringen Fertilität von etwa 2 %, während Fremdbestäubung deutlich höhere Samenansätze von bis zu 35 % erzielt.[2] Nach der Befruchtung bildet der oberständige Fruchtknoten eine fünffächerige, septizide Kapsel, die im reifen Zustand längs aufplatzt.[5] Die darin enthaltenen Samen besitzen behaarte Ränder, die eine Windverbreitung über Distanzen von bis zu 15 Metern ermöglichen. Physiologisch zeigen die Samen nur eine minimale Dormanz und können bei ausreichender Feuchtigkeit und Wärme rasch keimen, ohne eine komplexe Stratifikation zu benötigen. Die vegetative Entwicklung verläuft moderat mit einem jährlichen Höhenzuwachs von etwa 30 bis 60 Zentimetern, bis die Pflanze ihre Endgröße von 2,4 bis 3 Metern erreicht.[1] Junge Sämlinge etablieren sich innerhalb weniger Jahre, wobei etablierte Exemplare ein tiefes Wurzelsystem entwickeln, das eine gewisse Toleranz gegenüber Trockenstress ermöglicht.[2] Die Blätter sind handförmig gelappt und ihre Anatomie, insbesondere die Dicke und die Größe der Stomata, korreliert oft mit dem Ploidiegrad der Pflanze, der bei Wildformen meist tetraploid (2n=80) ist.[1] Als Nahrungsquelle dient der Pflanze Sonnenlicht für die Photosynthese, wobei sie gut durchlässige, lehmige Böden bevorzugt, aber auch Nährstoffmangel und städtische Umweltbelastungen toleriert.[4] Zu den biotischen Interaktionen gehört der Befall durch die Baumwollblattlaus (*Aphis gossypii*), die Pflanzensäfte saugt und Honigtau absondert, was Rußtaupilze begünstigt.[2] Ein bedeutender Fressfeind in eingeführten Gebieten ist der Japankäfer, der im Sommer massiv Blätter und Blüten skelettieren kann. Pilzliche Pathogene wie *Phytophthora* verursachen Wurzelfäule, insbesondere auf schlecht drainierten Böden, während *Botrytis* zum Absterben der Knospen führen kann. Trotz dieser Mortalitätsfaktoren besitzt die Art eine hohe Regenerationsfähigkeit und kann in günstigen Klimaten durch massive Samenproduktion invasive Bestände bilden, die heimische Flora verdrängen.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Hibiscus syriacus* liegt in den gemäßigten Regionen Ostasiens, wobei der Schwerpunkt in Südzentral- und Südostchina sowie auf Taiwan verortet wird.[1] Entgegen dem Artepitheton *syriacus* ist die Spezies nicht in Syrien heimisch; diese Bezeichnung geht auf einen historischen Irrtum Carl von Linnés zurück, der Exemplare aus syrischen Gärten klassifizierte.[4] Botanische Quellen rechnen teilweise auch das nördliche Indien zum nativen Areal.[6] In seinen Primärhabitaten besiedelt der Strauch offene Waldlandschaften, Waldränder sowie felsige Hänge und bevorzugt gestörte oder halbschattige Standorte. Auch in Uferzonen entlang von Flussläufen ist die Pflanze anzutreffen, wobei die vertikale Verbreitung typischerweise Höhenlagen unterhalb von 1.500 Metern umfasst.[1] Historisch gelangte die Art bereits im 8. Jahrhundert nach Japan und wurde vor dem Jahr 1600 als Zierpflanze in europäische Gärten eingeführt.[1][4] In Nordamerika erfolgte die Etablierung im frühen 18. Jahrhundert, wo *Hibiscus syriacus* heute in weiten Teilen der östlichen USA, insbesondere im Südosten und den Mittelatlantikstaaten, verwildert ist.[4] Aufgrund der effektiven Ausbreitung durch windverbreitete Samen gilt die Art in US-Bundesstaaten wie Kentucky, Pennsylvania und Virginia als invasiv. Dort bildet sie dichte Bestände auf Brachflächen und an Waldrändern, die heimische Flora durch Licht- und Nährstoffkonkurrenz verdrängen.[1] In Europa tritt der Eibisch ebenfalls als Neophyt auf, verhält sich jedoch oft unbeständiger; so begrenzte beispielsweise in Belgien eine hohe Sämlingssterblichkeit bisher die Etablierung dauerhafter Populationen.[4] Ökologische Modellierungen prognostizieren jedoch, dass der Klimawandel die Habitatneigung in eingeführten gemäßigten Zonen begünstigen und das Ausbreitungspotenzial erhöhen könnte.[7]

Saisonalität & Aktivität

*Hibiscus syriacus* ist ein sommergrünes Gehölz, das einem ausgeprägten jahreszeitlichen Rhythmus folgt und in den Wintermonaten eine Ruhephase durch Blattabwurf einlegt.[1][4] Der vegetative Neuaustrieb erfolgt im Frühjahr, wobei die Blütenbildung an den Trieben der aktuellen Saison stattfindet, was einen Rückschnitt im späten Winter ermöglicht.[1] Die reproduktive Aktivität konzentriert sich auf den Zeitraum vom Hochsommer bis in den Herbst, mit einer Hauptblütezeit, die typischerweise von Juni bis Oktober andauert.[1][4] Einzelne Blüten sind kurzlebig und verblühen bereits nach einem Tag, was eine kontinuierliche Knospenbildung über die gesamte Saison erfordert.[5] Die Bestäubung erfolgt tagsüber (diurnal) durch Insekten, wobei die nektarreichen Blüten primär Bienen, Schmetterlinge und Kolibris anlocken.[4] Nach der Befruchtung reifen die Kapselfrüchte heran, die während der winterlichen Ruhephase (Dormanz) aufplatzen und die Samen freigeben. Die Samenverbreitung wird durch haarige Ränder an den Samen begünstigt, die einen Transport durch den Wind über Distanzen von bis zu 15 Metern ermöglichen.[1] Die Art ist an gemäßigte Klimazonen angepasst und toleriert Winterkälte bis -29 °C (USDA-Zone 5), benötigt jedoch warme Sommer für eine optimale Entwicklung.[2] Das öffentliche Interesse an der Pflanze korreliert mit diesen phänologischen Phasen und zeigt saisonale Spitzenwerte im Mai sowie während der Hauptblüte im August.

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    28.10.2025

  • Deutschland

    25.10.2025

  • Deutschland

    03.10.2025

  • Deutschland

    03.10.2025

  • Zentrum-Nord, 04 Leipzig, Alemania

    01.10.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

KR-102376523-B1 Biological Erteilt

Kosmetische Zusammensetzung mit Extrakt aus der Rinde von Hibiscus syriacus

University of Hannam Institute of Ind Academy of Coop (2021)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Verwendung eines Extrakts aus der Rinde des Hibiscus syriacus für kosmetische Zwecke. Die Kernidee ist die Nutzung der bioaktiven Inhaltsstoffe der Rinde zur Hautpflege. Es handelt sich um eine spezifische Formulierung, die auf natürlichen Inhaltsstoffen basiert. Die Anwendung zielt auf die Verbesserung des Hautbildes ab.

CN-113143822-A Biological Anmeldung

Hibiscus syriacus-Extrakt, Herstellungsverfahren sowie Shampoo und Badezusatz

Zhang Zhihong (2021)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft einen wässrigen Extrakt aus frischen Hibiscus-Blättern, der ohne organische Lösungsmittel durch Mahlen und Pressen gewonnen wird. Dieser Extrakt wird als Hauptbestandteil (35-85%) in Shampoos und Badezusätzen verwendet. Das Verfahren bewahrt die organischen Eigenschaften der Pflanze und gilt als besonders sicher und schonend.

KR-102366932-B1 Biological Erteilt

Zusammensetzung mit antioxidativen, entzündungshemmenden, hautbefeuchtenden, faltenhemmenden und hautregenerierenden Eigenschaften mit Extrakt aus aufgeweichten Hibiscus syriacus-Blütenblättern

SD Biotechnologies Company Ltd., Rafiq Cosmetics Company Ltd. (2021)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Hier wird ein Komplexextrakt aus aufgeweichten Blütenblättern des Hibiscus syriacus verwendet. Die Formulierung zielt auf umfassende Hautpflege ab, einschließlich Faltenreduzierung und Regeneration. Die Methode nutzt spezifisch die Blütenblätter, um eine multifunktionale kosmetische Wirkung zu erzielen.

KR-102266125-B1 Biological Erteilt

Zusammensetzung zur Vorbeugung oder Behandlung von Entzündungskrankheiten und Krebs mit Hibiscus syriacus-Blattkallus-Extrakt

SD Biotechnologies Company Ltd. (2020)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Dieses Patent nutzt einen Extrakt aus Kalluskulturen (Pflanzenstammzellen) der Hibiscus-Blätter. Es wurde nachgewiesen, dass der Extrakt das Wachstum von Darmkrebszellen (HT-29) hemmt und Apoptose-Faktoren wie Caspase-3 aktiviert. Zudem zeigt er entzündungshemmende Eigenschaften. Die Innovation liegt in der Nutzung von Zellkulturen statt ganzer Pflanzen.

KR-102176599-B1 Chemical Erteilt

Kosmetische Zusammensetzung zur Hautbefeuchtung mit Extrakt aus Hibiscus syriacus-Rinde, Betula alba-Rinde und Phellodendron amurense-Rinde

Radiant Company Ltd., Cosmax Inc. (2019)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine Mischung aus Rindenextrakten von Hibiscus, Birke und Amur-Korkbaum. Diese Kombination fördert die Differenzierung von Keratinozyten und spendet der Haut Feuchtigkeit ohne Reizungen. Die Innovation liegt im synergistischen Effekt der verschiedenen Rindenextrakte.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=c522
  2. https://mortonarb.org/plant-and-protect/trees-and-plants/rose-of-sharon/
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:560890-1
  4. https://plants.usda.gov/plant-profile/HISY
  5. https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/hibiscus-syriacus
  6. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=200013722
  7. https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2025.1551684/full
  8. Literaturzusammenfassung: Hibiscus syriacus