Fakten (kompakt)
- *Rubus idaeus* gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und zur Ordnung Rosales. - Innerhalb der Gattung *Rubus* zeichnet sich *Rubus idaeus* durch seine Sammelsteinfrüchte aus, die sich leicht vom Blütenboden lösen, wodurch ein hohler Kern entsteht. - Die getrockneten Blätter von *Rubus idaeus* werden medizinisch zur Herstellung von Tees für traditionelle Heilmittel verwendet. - *Rubus idaeus* ist in den USDA-Zonen 4a–8b winterhart. - *Rubus idaeus* unterstützt die Sanierung von Ökosystemen durch Erosionsschutz. - Die Art ist schattenunverträglich und geht typischerweise zurück, wenn konkurrierende Vegetation ein geschlossenes Blätterdach bildet.[5]
Die Himbeere, wissenschaftlich bekannt als *Rubus idaeus* L., gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Gattungsname *Rubus* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Brombeere oder Dornstrauch, was auf die dornigen Eigenschaften vieler Pflanzen dieser Gattung hinweist. Das Artepitheton *idaeus* leitet sich vom griechischen Wort "Idaios" ab und bezieht sich auf den Berg Ida in Kleinasien (heutige Türkei), wo die Pflanze in der Antike häufig vorkam. Einige Quellen assoziieren den Namen auch mit dem Berg Ida auf Kreta. *Rubus idaeus* wurde erstmals 1753 von Carl Linnaeus in seinem Werk *Species Plantarum* beschrieben und benannt. Dieser Name hat Priorität gemäß den Regeln des Internationalen Codes der Nomenklatur für Algen, Pilze und Pflanzen (ICN). Synonyme für *Rubus idaeus* umfassen *Rubus buschii* (Rozanova) Grossh., die aufgrund regionaler Variationen vorgeschlagen wurden, aber später konsolidiert wurden. Im Deutschen ist die Pflanze als Himbeere bekannt. Im Englischen wird sie als European red raspberry oder wild raspberry bezeichnet, um sie von anderen Himbeerarten zu unterscheiden. Französische Bezeichnungen sind framboisier oder framboise, während sie im Ungarischen málna genannt wird.[2] *Rubus idaeus* ist in zwei Hauptvarietäten unterteilt: *Rubus idaeus* var. *idaeus*, die in Eurasien beheimatet ist, und *Rubus idaeus* var. *strigosus* (amerikanische rote Himbeere), die in Nordamerika beheimatet ist. Innerhalb der Gattung *Rubus* gehört *Rubus idaeus* zur Untergattung Idaeobatus, die hauptsächlich aus Asien und Nordamerika stammt. Molekulare Studien haben *Rubus idaeus* als eigenständige Linie innerhalb von Idaeobatus bestätigt, getrennt von brombeerartigen Arten.[2]
*Rubus idaeus*, bekannt als Himbeere, ist ein sommergrüner, ausdauernder Strauch, der eine Höhe von 0,5 bis 3 Metern erreicht. Die Pflanze bildet zweijährige, aufrechte oder überhängende Ruten, die aus einem mehrjährigen Wurzelstock entspringen. Die Blätter sind gefiedert zusammengesetzt und bestehen aus drei bis fünf grob gezähnten Blättchen. Die einzelnen Blättchen sind 5 bis 20 cm lang, wobei das Endblättchen oft am größten ist. Die Blattoberseite ist hellgrün, während die Unterseite heller und grauweiss filzig behaart ist. Die Blüten sind sternförmig und weiß, sie erscheinen in Büscheln von Mai bis Juli. Jede Blütengruppe enthält typischerweise 5 bis 20 Blüten. Die Blüten sind zwittrig und haben fünf weiße bis rosafarbene Blütenblätter und fünf grüne Kelchblätter. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Insekten, insbesondere Bienen. Die Früchte sind Sammelsteinfrüchte, die aus vielen kleinen, roten bis rosavioletten Steinfrüchten bestehen. Die reifen Früchte lassen sich leicht vom Blütenboden lösen, wodurch ein hohler Kern entsteht. Wilde Himbeeren sind im Allgemeinen kleiner und messen 0,8 bis 1,3 cm im Durchmesser, während kultivierte Sorten durch Züchtung größere Früchte mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm entwickeln. Die Ruten sind oft mit Stacheln oder Drüsenhaaren besetzt, wobei es auch stachellose Züchtungen gibt. Die Früchte reifen etwa 30 bis 40 Tage nach der Blüte. Es gibt zwei Fruchttypen: Sorten, die an zweijährigen Ruten (Floricanes) im Frühjahr fruchten, und Sorten, die an einjährigen Ruten (Primocanes) im Spätsommer oder Herbst fruchten.[1]
*Rubus idaeus*, die Himbeere, kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Sie ist eine wichtige Nahrungsquelle für Wildtiere und wird kommerziell für ihre Früchte angebaut. Andererseits kann sie in manchen Situationen auch als Schädling oder Lästling betrachtet werden. In der Landwirtschaft können verschiedene Schädlinge und Krankheiten die Himbeerpflanzen befallen und zu Ernteverlusten führen.[2] Zu den Schädlingen gehören beispielsweise japanische Käfer (*Popillia japonica*) und Himbeerblattläuse (*Amphorophora agathonica*), die an Blättern und Früchten fressen bzw. Viren übertragen und das Wachstum hemmen können. Pilzkrankheiten wie die Anthraknose (verursacht durch *Elsinoe veneta*) können ebenfalls Schäden verursachen, indem sie zu Triebsterben und Fruchtfäule führen. Die Früchte von *Rubus idaeus* sind reich an Vitamin C und anderen bioaktiven Verbindungen, was sie ernährungsphysiologisch wertvoll macht. Extrakte aus Himbeeren werden in der Kosmetikindustrie zur Hautpflege und in der Pharmazie aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften verwendet. In der traditionellen Medizin werden Himbeerblätter zur Unterstützung der Schwangerschaft und zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Allerdings sollten Schwangere im ersten Trimester den Konsum von Himbeerblättern ohne ärztliche Beratung vermeiden. Um einem Befall vorzubeugen, ist es wichtig, gesunde Pflanzen zu kultivieren und für gute Belüftung zu sorgen. Regelmäßiges Beschneiden hilft, die Luftzirkulation zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen. Die Überwachung der Pflanzen auf Schädlinge und Krankheiten ermöglicht ein frühzeitiges Eingreifen. Biologische Bekämpfungsmethoden, wie der Einsatz von Marienkäfern zur Blattlausbekämpfung, können ebenfalls eingesetzt werden. Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) ist ein Ansatz, der verschiedene Strategien kombiniert, um Schädlinge und Krankheiten zu kontrollieren und gleichzeitig die Umweltbelastung zu minimieren. IPM-Strategien umfassen die Verwendung resistenter Sorten, biologische Kontrollen und den gezielten Einsatz von Pestiziden, wenn nötig. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen sollten nur als letztes Mittel eingesetzt werden, da sie negative Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben können.[2] Es gibt Patente, die sich mit der Verwendung von Himbeeren zur Linderung von Nikotinsucht, zur Förderung der Kollagensynthese und zur Verhinderung des Ergrauens von Haaren befassen.[4]