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Holunder Sambucus nigra

Holunder

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Dipsacales (Dipsacales)
Familie Viburnaceae
Gattung Sambucus
Art Sambucus nigra
Wissenschaftlicher Name Sambucus nigra L.
Akzeptierter Name

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OpenInsect
1
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der Silberkraft Community
Zuletzt am 23.04.2026
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Einleitung

*Sambucus nigra*, bekannt als Schwarzer Holunder, ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Ursprünglich in Europa, Nordafrika und Westasien beheimatet, wurde er in andere Regionen wie Nordamerika, Australien und Neuseeland eingeführt, wo er sich teilweise als Neophyt etabliert hat oder invasiv sein kann.[1] Die Blüten und Früchte von *S. nigra* sind reich an bioaktiven Verbindungen und werden traditionell in der Volksmedizin verwendet.[1]

Biologie & Lebenszyklus

*Sambucus nigra*, auch bekannt als Schwarzer Holunder, ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, der typischerweise eine Höhe von 3 bis 7 Metern erreicht, unter optimalen Bedingungen aber auch bis zu 10 bis 15 Meter hoch werden kann. Die Blätter sind gegenständig, gefiedert und bestehen aus 5 bis 7 (gelegentlich 3 bis 9) elliptischen bis eiförmigen Blättchen mit scharf gesägten Rändern. Die Blättchen sind oberseits dunkelgrün und unterseits heller und verströmen beim Zerreiben einen starken, unangenehmen Geruch. Die Blüten von *Sambucus nigra* sind zwittrig und produzieren Nektar, der Insekten wie Käfer und Fliegen anlockt. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Insekten, darunter Thripse (*Thrips major*), Bienen, Fliegen und Käfer, die von den pollenreichen, nektarproduzierenden Blüten angelockt werden. Thripse spielen eine besonders wichtige Rolle, da sie durch chemische Signale zu den Blüten gelockt werden, was eine effektive Kreuzbestäubung in gemäßigten Regionen ermöglicht. Die Früchte von *Sambucus nigra* entwickeln sich aus diesen Blütenständen zu kleinen Steinfrüchten, die zunächst grün sind, dann rot werden und schließlich im Spätsommer glänzend schwarz-violett reifen. Jede Steinfrucht ist kugelförmig, 3–8 mm im Durchmesser und enthält 3–5 zusammengedrückte Samen, die hauptsächlich von Vögeln durch Regurgitation oder Defäkation nach der Aufnahme verbreitet werden. Die Samenkeimung erfordert eine Stratifizierung zur Überwindung der Keimruhe, typischerweise 60–90 Tage bei warmen Temperaturen (20–30 °C), gefolgt von 90–150 Tagen bei kalten Temperaturen (um 5 °C), wodurch unter optimalen Bedingungen Keimraten von 32–55 % erreicht werden.[1] Als Wirtspflanze unterstützt *S. nigra* Blattlauspopulationen, insbesondere *Aphis sambuci*, die im Frühjahr die Stängel und Blätter besiedeln und wiederum räuberische Insekten wie Marienkäfer (*Coccinella septempunctata*) und Schwebfliegen anlocken, die sich von den Blattläusen ernähren. Die Blätter enthalten cyanogene Glykoside, die sie für viele Pflanzenfresser giftig machen und Insektenschäden begrenzen, aber sie werden von größeren Säugetieren wie Hirschen (*Cervus elaphus*) gefressen, die die Verbindungen tolerieren und das Laub in gemischten Diäten verwenden.[1] In gestörten oder eutrophen Böden wirkt *S. nigra* als Pionierpflanze, die schnell offene Flächen besiedelt und durch ihr faseriges Wurzelsystem zur Bodenstabilisierung beiträgt, was die Erosion entlang von Ufern und Hängen verhindert und gleichzeitig die Sukzession zu einer vielfältigeren Vegetation erleichtert. Obwohl sie nicht direkt stickstofffixierend ist, trägt ihre Anwesenheit an stickstoffreichen Standorten indirekt zur Bodenverbesserung bei, indem sie die Anreicherung organischer Substanz fördert und die damit verbundene mikrobielle Aktivität in frühen Sukzessionsstadien unterstützt.[1] *Sambucus nigra* enthält cyanogene Glykoside, hauptsächlich Sambunigrin, in Blättern, Stängeln, unreifen Beeren, Samen und Rinde.[4] Beim Verzehr roher oder unsachgemäß zubereiteter Pflanzenteile können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.[1] Das Patent DE4327792A1 beschreibt die Verwendung von Pflanzeninhaltsstoffen von *Sambucus nigra* als Extraktmischung zur Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte gegen Schadorganismen im Pflanzenbau. Das Patent GB-2448870-A erwähnt Holunderblüten (*Sambucus nigra flos*) als wirksamen Bestandteil in einer Kräutermischung zur Abwehr von Zecken bei Tieren und Menschen.[5]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Wehrheim, 61273 Wehrheim, Deutschland

    16.01.2026

  • Deutschland

    04.01.2026

  • Landsberg am Lech, Bayern, Germany

    01.01.2026

  • Ilmenau, Hammergrund, 98693 Ilmenau, Deutschland

    24.12.2025

  • Bezirk Spandau, Deutschland

    16.12.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

GB-2448870-A Biological Unbekannt

Pflanzliche Zusammensetzungen zur Zeckenbekämpfung

Collinson Ellen Margaret, Ellen Collinson Ltd., Radicate Ltd. (2007)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine Kräutermischung zur Abwehr und Bekämpfung von Zecken bei Tieren und Menschen. Neben Knoblauch und Walnussblättern wird Holunderblüte (Sambucus nigra flos) als wirksamer Bestandteil genannt. Die Zusammensetzung ist umweltfreundlich und soll vor zeckenübertragenen Krankheiten schützen. Es wirkt als natürliches Repellent und Akarizid.

DE-4327792-A1 Biological Unbekannt

Verfahren zur Bekämpfung von Schadorganismen im Pflanzenbau

Plurato GmbH Natur Und Pflanze (1993)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Hier wird eine Methode beschrieben, um Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge zu immunisieren. Es werden Pflanzeninhaltsstoffe verschiedener Arten, darunter Sambucus nigra, als Extraktmischung ausgebracht. Diese Mischung wirkt fungizid, insektizid und nematozid. Ziel ist die Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte ohne synthetische Chemie.