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Hornisse Vespa crabro

Hornisse
Mittleres Risiko Allergen Physische Gefahr Nützling

Taxonomische Klassifikation

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
Familie Vespidae
Gattung Vespa
Art Vespa crabro
Wissenschaftlicher Name: Vespa crabro Linnaeus
Akzeptierter Name
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Einleitung

Die **Hornisse** (*Vespa crabro*) ist eine zur Familie der Faltenwespen ([Vespidae](/pages/lexikon/wespen)) gehörende, staatenbildende Insektenart, die ursprünglich in den gemäßigten Regionen Eurasiens beheimatet ist.[1][2] Als größte in Europa vorkommende Faltenwespe gilt sie ökologisch als Nützling, der zur biologischen Schädlingsbekämpfung beiträgt, wobei sie in Deutschland als geschützte Tierart auf der Roten Liste steht.[2][3] Seit dem 19. Jahrhundert ist die Art zudem als Neozoon in Nordamerika verbreitet.[2]

Fakten (kompakt)

Hier sind einige Fakten über die Hornisse (*Vespa crabro*) als Bullet-Liste: - Die Europäische Hornisse (*Vespa crabro*) ist eine große, staatenbildende Wespenart. - Arbeiterinnen erreichen eine Körperlänge von bis zu 25 mm, Königinnen bis zu 35 mm. - Kopf und Thorax sind rötlich-braun gefärbt. - Das Abdomen weist eine gelb-schwarze Bänderung mit tropfenförmigen Markierungen auf. - Die Art ist in den gemäßigten Zonen Eurasiens heimisch, von Japan und Ostrussland bis nach Europa. - In Europa erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet vom Vereinigten Königreich ostwärts bis zum Ural. - Sie baut jährlich Papiernester aus zerkauten Holzfasern an geschützten, luftigen Orten wie hohlen Bäumen, Mauerspalten oder Dachböden. - Die Kolonien erreichen eine maximale Größe von 200–400 Arbeiterinnen und bis zu 3.000 Zellen. - Um 1840 wurde die Europäische Hornisse in Nordamerika eingeführt. - Sie ist ein Generalist und nachtaktiver Jäger – die einzige Wespenart in Nordamerika, die dies tut. - Sie ernährt sich von [Insekten](/pages/lexikon/insekten) wie [Fliegen](/pages/lexikon/fliegen), Heuschrecken und Gelbwesten, aber auch von Baumsäften, Fallobst und dem Licht von Verandalampen. - Die begatteten Königinnen überwintern in Diapause, manchmal in Gruppen von bis zu 10 Tieren. - Die Stiche von gestörten Nestern können schmerzhaft sein und ähneln denen von [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene). - Die taxonomische Einordnung ist: Königreich Animalia, Stamm Arthropoda, Klasse [Insecta](/pages/lexikon/insekten), Ordnung Hymenoptera, Familie [Vespidae](/pages/lexikon/wespen), Gattung *Vespa*, Art *Vespa crabro*.[3]

Namen & Einordnung (kurz)

Die Hornisse (*Vespa crabro*) wurde 1758 von Linnaeus erstbeschrieben und fungiert als Typusart der Gattung *Vespa*, die der Familie der [Vespidae](/pages/lexikon/wespen) zugeordnet ist.[1][3] Historisch existierten diverse Synonyme wie *Vespa holsatica* oder *Vespa tartarea*, die in modernen Klassifikationen als ungültig betrachtet werden.[3] Frühere Unterteilungen in Unterarten wie *Vespa crabro germana* gelten heute als obsolet, da aktuelle molekularbiologische Untersuchungen diese lediglich als geografische Farbvarianten identifizieren.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Hornisse (*Vespa crabro*) ist eine auffällig große Wespenart, deren Körper in die drei Tagmata Kopf, Thorax und Abdomen unterteilt ist.[2][3] Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 35 mm, während Arbeiterinnen mit ca. 18 bis 25 mm und Drohnen mit 20 bis 27 mm etwas kleiner bleiben.[2][3] Charakteristisch für die Art ist die rotbraune Färbung von Kopf und Brust, die zudem eine lange, bräunliche Behaarung aufweisen.[2] Der Hinterleib ist braungelb quergestreift und zeigt eine variable schwarz-gelbe Zeichnung, oft mit tropfenförmigen Mustern. Die Antennen sind gekniet und dienen als wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Kasten: Weibchen besitzen 12 Fühlersegmente, Männchen hingegen 13.[2][3] Ein weiterer Sexualdimorphismus besteht in der Anzahl der sichtbaren Hinterleibssegmente, von denen Männchen sieben und Weibchen sechs aufweisen.[3] Die beinlosen Larven sind weißlich bis cremefarben gefärbt.[2] Im Vergleich zur invasiven Asiatischen Hornisse (*Vespa velutina*) zeichnet sich *Vespa crabro* durch einen robusteren Körperbau und ihre signifikante Größe aus.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Vespa crabro wird ökologisch primär als Nützling eingestuft, da sie als generalistischer Prädator populationsregulierend auf [Insekten](/pages/lexikon/insekten) wie [Fliegen](/pages/lexikon/fliegen), [Raupen](/pages/lexikon/raupen) und andere Wespenarten wirkt.[2][3] Schäden an Pflanzenbeständen entstehen gelegentlich durch das sogenannte Ringeln, bei dem die Tiere Rinde von Gehölzen wie [Flieder](/pages/lexikon/flieder) oder Apfelbäumen abnagen, um Pflanzensäfte aufzunehmen oder Baumaterial zu gewinnen.[6][2] Im Bereich der Imkerei kann die Art durch die Jagd auf [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene) ([Apis mellifera](/pages/lexikon/honigbiene)) und das Ausrauben von Bienenstöcken ökonomische Verluste verursachen, wenngleich diese meist geringer ausfallen als bei invasiven Hornissenarten.[1][7] Für den Menschen ist der Stich schmerzhaft, jedoch besitzt das Gift eine geringere Toxizität als das der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia); eine signifikante Gesundheitsgefahr besteht vorwiegend für Allergiker.[2] In Deutschland ist die Hornisse eine besonders geschützte Tierart, weshalb die Beseitigung oder Umsiedlung von Nestern nur mit behördlicher Genehmigung und durch Fachleute erfolgen darf.[2][8] Präventive Maßnahmen an Gebäuden umfassen das Abdichten von Zugängen zu potenziellen Nistplätzen wie Dachböden oder Hohlräumen.[2] Zur Bestandsregulierung in landwirtschaftlichen Kulturen werden Fallen oder gezielte Insektizidanwendungen eingesetzt, die idealerweise in der Dämmerung stattfinden, um den Flugbetrieb anderer Bestäuber nicht zu beeinträchtigen.[6][2] Eine direkte Bekämpfung im Siedlungsbereich erfolgt bei Gefahr im Verzug durch die Applikation von Sprays oder Stäuben direkt in das Nest.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Vespa crabro* beginnt im Frühjahr mit dem Erwachen der begatteten Jungköniginnen aus der Winterstarre, die sie in geschützten Verstecken verbringen.[2][3] Ab Mai gründet die Königin solitär ein neues Nest, indem sie zerkautes Holz mit Speichel zu einer papierartigen Substanz vermengt.[2][1] Als Nistplätze dienen vorzugsweise Baumhöhlen, aber auch menschliche Strukturen wie Dachböden oder Vogelnistkästen.[2][3] Die Entwicklung der Brut verläuft über die Stadien Ei, Larve und Puppe bis zum fertigen Insekt. Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zum Schlupf ist temperaturabhängig und beträgt typischerweise zwischen 25 und 40 Tagen. Nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen übernehmen diese die Brutpflege und den Nestbau, sodass sich die Königin ausschließlich auf die Eiablage konzentriert.[1] Die Ernährung der Larven erfolgt proteinreich durch erbeutete [Insekten](/pages/lexikon/insekten) wie [Fliegen](/pages/lexikon/fliegen) oder [Raupen](/pages/lexikon/raupen), während sich die adulten Tiere von Kohlenhydraten wie Baumsaft oder Obst ernähren. Das Volk wächst bis zum Spätsommer (August/September) auf eine Größe von meist 200 bis 400, selten bis zu 1.000 Individuen an.[2][3] In dieser Phase werden die Geschlechtstiere (Drohnen und Jungköniginnen) herangezogen, die ab Mitte August schlüpfen.[2] Nach dem Hochzeitsflug sterben die Männchen kurz nach der Begattung, während die befruchteten Jungköniginnen Überwinterungsquartiere aufsuchen.[2][1] Das alte Nest wird im Herbst aufgegeben und nicht wiederbesiedelt, da die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben.[2][3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Kiel, Schleswig-Holstein, Deutschland

    18.01.2026

  • Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Germany

    30.11.2025

  • 德国明斯特邮政编码: 48

    27.11.2025

  • Germany

    22.11.2025

  • Darmstadt, Hessen, Deutschland

    16.11.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Vespa crabro* erstreckt sich über die gemäßigte Paläarktis, von Großbritannien und Südskandinavien über weite Teile Europas bis nach Japan und Ostsibirien.[1][5] Als primären Lebensraum bevorzugt die Art Laub- und Mischwälder, wobei sie insbesondere Bestände mit alten Bäumen für die Nistplatzsuche nutzt.[1][2] *Vespa crabro* zeigt zudem eine ausgeprägte Synanthropie und besiedelt urbane Räume wie Parks und Gärten sowie menschliche Strukturen, darunter Dachböden und Geräteschuppen.[3][2] Die Nester werden vorzugsweise in geschützten, dunklen Hohlräumen angelegt, wobei Baumhöhlen, Wandverkleidungen und Vogelnistkästen als typische Standorte dienen. Außerhalb des ursprünglichen Areals wurde die Hornisse um 1840 in Nordamerika eingeschleppt und hat dort stabile Populationen im Osten der USA sowie im Südosten Kanadas etabliert.[2][1] Aktuelle Beobachtungen belegen eine westliche Ausbreitung in Nordamerika über den Mississippi hinaus.[2] Weitere, teils isolierte Vorkommen als invasive Spezies wurden unter anderem auf Sardinien sowie in Guatemala und Mexiko dokumentiert. Die vertikale Verbreitung der Art reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern.[1]

Saisonalität & Aktivität

Der Lebenszyklus von *Vespa crabro* beginnt im Frühjahr mit dem Erwachen der begatteten Königinnen aus der Winterstarre, was meist im April oder Mai erfolgt.[2][3] Diese gründen solitäre Nester, eine Phase, die sich in einem sekundären Anstieg des öffentlichen Suchinteresses im Mai widerspiegelt.[3][4] Nach dem Schlüpfen der ersten Arbeiterinnen im Juni wächst die Kolonie über den Sommer hinweg an.[3] Die maximale Volksstärke und Aktivität wird im Spätsommer, speziell im August und September, erreicht, was zeitgleich mit dem jährlichen Höchstwert an Suchanfragen korreliert.[2][4] Im Gegensatz zu vielen anderen Wespenarten ist *Vespa crabro* nicht nur tagaktiv, sondern jagt auch in der Dämmerung und nachts.[2][3] Zum Herbst hin stirbt das alte Volk ab, sodass lediglich die Jungköniginnen in geschützten Verstecken überwintern.[2] Entsprechend fallen aggregierte Interessensdaten in den Wintermonaten Januar und Februar auf ihr Minimum.[4]

3D-Mikroskop Ansicht: Hornisse

Vespa crabro — Interaktive 3D-Ansicht

ℹ️ Lizenz & Quelle

Model: European hornet | Creator: Alain Sorazu | Source: https://sketchfab.com/3d-models/none-87a3196bc8e14f1782b36cfd79a6e330 | License: CC BY 4.0

Bedienung: Mausrad zum Zoomen • Klicken & Ziehen zum Rotieren

Wissenschaftliche Forschung & Patente

DE-102016010250-B4 Mechanical Erteilt

Insektenfalle mit einer Beleuchtung

C2U Trading E U (2016)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Die Erfindung beschreibt eine beleuchtete Insektenfalle mit einem mechanischen Selektionsmechanismus (Kalibriersieb). Die Sieböffnungen sind so dimensioniert, dass sie kleiner als der Durchmesser einer Hornisse oder Hummel sind, um diese geschützten Arten am Eindringen zu hindern (Exklusion). Ziel ist der Fang kleinerer Schädlinge (z.B. Kirschessigfliege) bei gleichzeitigem Schutz von Vespa crabro durch Ausnutzung morphologischer Größenunterschiede.

DE-112010005095-T5 Chemical Unbekannt

Synergetische Lockstoffe für staatenbildende Insektenschädlinge

Sterling International Inc. (2010)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Hier wird eine Lockstoffzusammensetzung offenbart, die Essigsäure, kurzkettige Alkohole und pflanzliche Terpene kombiniert. Diese Mischung wirkt synergetisch, um staatenbildende Insekten, explizit einschließlich Hornissen, effektiv anzulocken. Die Methode dient dem Monitoring oder der Bekämpfung durch Fallenfang. Die chemische Formulierung zielt auf das olfaktorische Verhalten der Insekten ab.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/1311527
  2. https://explorer.natureserve.org/Taxon/ELEMENT_GLOBAL.2.117236/Vespa_crabro
  3. https://extension.psu.edu/european-hornet
  4. Aggregierte Suchinteressen-Daten (Deutschland), Zeitreihe 2026
  5. https://bwars.com/wasp/vespidae/vespinae/vespa-crabro
  6. https://plant-pest-advisory.rutgers.edu/european-hornet-the-mysterious-branch-girdler/
  7. https://www.frontiersin.org/journals/ecology-and-evolution/articles/10.3389/fevo.2025.1624744/full
  8. https://zowiac.eu/en/endangered_species/crabro/