Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden

Insekten Insecta

Insekten
Mittleres Risiko Physische Gefahr Nützling

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Art Insecta
Wissenschaftlicher Name Insecta
Akzeptierter Name

Einleitung

Die Insekten (*Insecta*) bilden eine Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) und stellen mit über einer Million beschriebener Spezies die artenreichste Gruppe im Tierreich dar.[1][2] Sie zeichnen sich durch ein chitinhaltiges Exoskelett, einen in Kopf, Thorax und Abdomen dreigeteilten Körper sowie drei Beinpaare aus, weshalb sie taxonomisch dem Unterstamm der Sechsfüßer (Hexapoda) zugeordnet werden.[3][2] Ökologisch nehmen sie Schlüsselrollen als Bestäuber von Blütenpflanzen und Destruenten ein, treten jedoch auch als Vektoren für Krankheiten oder landwirtschaftliche Schädlinge auf.[2][4] Ihre evolutionäre Entwicklung lässt sich fossil bis in das Devon vor rund 400 Millionen Jahren zurückverfolgen.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung der *Insecta* erfolgt primär sexuell durch interne Befruchtung, wobei Spermien häufig über Spermatophoren übertragen werden, doch existieren auch Formen der asexuellen Parthenogenese, etwa bei Blattläusen.[2] Das Paarungsverhalten wird oft durch artspezifische Pheromone, visuelle Signale oder akustische Reize wie Stridulation eingeleitet.[1][2] Die Entwicklung verläuft entweder ametabol (ohne Gestaltwandel), hemimetabol (über Nymphenstadien) oder holometabol (über Larve und Puppe), was bei über 80 % der Arten der Fall ist. Bei der holometabolen Entwicklung ermöglicht die Trennung von Larven- und Imaginalstadium eine effiziente Nutzung unterschiedlicher ökologischer Nischen, wobei Larven auf Wachstum und Adulte auf Fortpflanzung spezialisiert sind.[1] Das Wachstum erfolgt durch Häutungen (*Ecdysis*), die durch ein Zusammenspiel von Ecdysteroiden und Juvenilhormonen reguliert werden.[2] Viele Arten überdauern ungünstige Umweltbedingungen in einer Diapause, einem hormonell gesteuerten Entwicklungsstillstand, der oft im Larven- oder Puppenstadium stattfindet.[3] Kältetolerante Spezies wie *Eurosta solidaginis* schützen sich physiologisch durch die Anreicherung von Kryoprotektiva wie Glycerin vor dem Erfrieren bei Temperaturen bis zu -40 °C. Die Generationsdauer und Reproduktionsrate können enorm sein; so sind Weibchen der Deutschen Schabe (*Blattella germanica*) fähig, jährlich über 30.000 Nachkommen hervorzubringen.[3] Die Ernährung ist äußerst divers und reicht von Phytophagie und Prädation bis zur Zersetzung organischen Materials durch Saprophagen.[2] Entsprechend variieren die Mundwerkzeuge von beißend-kauenden Typen bei Heuschrecken bis zu stechend-saugenden Organen bei *Hemiptera*.[3] Symbiosen spielen oft eine Schlüsselrolle; so ermöglichen Bakterien wie *Clostridium termitidis* im Darm von Termiten den Aufschluss von schwer verdaulicher Lignozellulose.[4] Zu den natürlichen Feinden zählen Prädatoren sowie Parasitoide wie *Trichogramma*-Wespen, die ihre Eier in die Eier von Schmetterlingen ablegen.[1] Zur Verteidigung nutzen Insekten Strategien wie Tarnung (Krypsis), Aposematismus (Warnfärbung) oder die Sequestrierung von Pflanzengiften, wie es beim Monarchfalter (*Danaus plexippus*) beobachtet wird.[2]

3D-Mikroskop Ansicht: Insekten

Insecta — Interaktive 3D-Ansicht

ℹ️ Lizenz & Quelle

Model: Leucopholis irrorata | Creator: Thomas Flynn | Source: https://sketchfab.com/3d-models/none-2a20442dca0843409111f0fc6dedb78b | License: CC BY 4.0

Bedienung: Mausrad zum Zoomen • Klicken & Ziehen zum Rotieren

Wissenschaftliche Forschung & Patente

EP-3825408-A1 Biological Unbekannt

Verfahren zur Bekämpfung von Insektenschädlingen mehrerer Arten

Fraunhofer Society Research (2019)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft die Hemmung der Histon-Acetyltransferase (HAT) in landwirtschaftlichen Schädlingen. Durch die Aufnahme von Inhibitoren in den Körper der Insekten wird deren Genregulation gestört. Das Patent beschreibt sowohl die Wirkstoffe als auch transgene Pflanzen, die diese Inhibitoren bereitstellen. Dieser Ansatz ermöglicht die Kontrolle verschiedener Insektenarten über einen fundamentalen zellulären Mechanismus.

EP-3628157-A1 Chemical Unbekannt

Verfahren zur Bekämpfung insektizidresistenter Insekten und der Virusübertragung auf Pflanzen

Basf SE (2018)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Hier wird eine Methode vorgestellt, um Insekten zu bekämpfen, die bereits Resistenzen gegen andere Mittel entwickelt haben. Gleichzeitig zielt die Methode darauf ab, die Übertragung von Pflanzenviren durch diese Vektoren zu reduzieren. Die chemischen Verbindungen der Formel I bieten somit einen doppelten Nutzen im Pflanzenschutz. Dies ist besonders relevant für das Resistenzmanagement.

EP-3748003-A1 Biological Unbekannt

Zusammensetzungen und Verfahren zur Bekämpfung von Insektenschädlingen

Monsanto Technology Llc (2017)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt allgemein den Einsatz insektizider Polynukleotide zur Genregulation mittels RNA-Interferenz. Ziel ist es, Pflanzen widerstandsfähiger gegen wirbellose Schädlinge zu machen. Es werden Methoden zur Herstellung transgener Pflanzen und die entsprechenden genetischen Konstrukte erläutert. Der Ansatz ist breit anwendbar zur Modifikation der Genexpression in Schädlingen.

EP-3342780-A1 Biological Unbekannt

Pre-mRNA-Prozessierungsfaktor 8 (Prp8) Nukleinsäuremoleküle zur Bekämpfung von Insektenschädlingen

Dow Agrosciences Llc, Fraunhofer Society Research (2016)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Nutzung von RNA-Interferenz (RNAi), um das essentielle Gen Prp8 in Insekten zu hemmen. Durch die Expression spezifischer Nukleinsäuremoleküle in transgenen Pflanzen wird die Proteinbiosynthese der Schädlinge gestört, was zu deren Absterben führt. Die Methode zielt spezifisch auf Käfer (Coleoptera) und andere Schädlinge ab, ohne chemische Insektizide zu verwenden. Dies stellt einen biotechnologischen Ansatz zur Schädlingsbekämpfung im Pflanzenschutz dar.

EP-3067424-A1 Biological Unbekannt

RNA-Polymerase I1 Nukleinsäuremoleküle zur Bekämpfung von Insektenschädlingen

Dow Agrosciences Llc, Fraunhofer Society Research (2016)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Ähnlich wie im vorangegangenen Patent wird hier die RNA-Interferenz-Technologie genutzt, jedoch ist das Zielgen die RNA-Polymerase I1. Die Erfindung umfasst transgene Pflanzen, die doppelsträngige RNA produzieren, um dieses lebenswichtige Enzym in fressenden Insekten, insbesondere Käfern, zu blockieren. Dies führt zu einer effektiven Bekämpfung der Schädlinge auf genetischer Ebene. Die Methode bietet eine spezifische Alternative zu herkömmlichen Pestiziden.