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Kirschlorbeer Prunus laurocerasus

Kirschlorbeer

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Rosales (Rosales)
Familie Rosaceae
Gattung Prunus
Art Prunus laurocerasus
Wissenschaftlicher Name Prunus laurocerasus L.
Akzeptierter Name

Einleitung

Der Kirschlorbeer (*Prunus laurocerasus*) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der ursprünglich in Südosteuropa und Vorderasien beheimatet ist.[1][2] Aufgrund seines dichten Wuchses wird er weltweit als Ziergehölz genutzt, gilt jedoch in einigen Regionen als invasiv und ist in allen Pflanzenteilen durch cyanogene Glykoside giftig.[2][3] Von der ähnlichen Portugiesischen Lorbeerkirsche (*Prunus lusitanica*) unterscheidet sich die Art vor allem durch ihre breiteren Blätter und die grünen Blattstiele.[1] Historisch wurde das Taxon auch unter Synonymen wie *Laurocerasus officinalis* oder *Cerasus laurocerasus* geführt.[4]

Biologie & Lebenszyklus

Prunus laurocerasus ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern erreicht und durch ein schnelles Wachstum von etwa 63 cm pro Jahr gekennzeichnet ist.[1][2] Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai, wobei die zwittrigen, weißen Blüten in 5 bis 15 cm langen, aufrechten Trauben angeordnet sind. Diese duftenden Blüten werden von Insekten bestäubt. Nach der Befruchtung entwickeln sich kugelige bis eiförmige Steinfrüchte mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm, die im Sommer von Rot zu Schwarz-Lila reifen.[5] Jede Frucht enthält einen einzelnen harten Samen, dessen Ausbreitung primär durch frugivore Vögel erfolgt, die das Fruchtfleisch verzehren und die Samen über weite Distanzen ausscheiden. Neben der generativen Vermehrung besitzt die Art eine ausgeprägte Fähigkeit zur vegetativen Reproduktion über Wurzelausläufer und Basaltriebe, was eine schnelle klonale Ausbreitung ermöglicht.[2] Physiologisch zeichnet sich die Pflanze durch ihre ledrigen Blätter aus, die cyanogene Glykoside wie Prunasin und Amygdalin enthalten. Diese Verbindungen setzen bei Beschädigung des Gewebes durch enzymatische Hydrolyse giftige Blausäure frei, was als effektiver Fraßschutz gegen Herbivoren dient.[5] Biochemisch lassen sich aus den Blättern spezifische Enzyme wie Hydroxynitril-Lyasen isolieren, die biotechnologische Relevanz besitzen.[3] Hinsichtlich der Standortfaktoren präferiert P. laurocerasus feuchte, gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Die Art ist schattentolerant, reagiert jedoch empfindlich auf Staunässe, welche Wurzelfäule begünstigen kann. Die Kältetoleranz reicht typischerweise bis in die USDA-Klimazonen 6 bis 8, wobei in kälteren Regionen Frostschäden auftreten können. Zu den natürlichen Antagonisten zählen Schildläuse wie die Weiße Maulbeerschildlaus (Pseudaulacaspis prunicola).[3] Zudem ist die Pflanze anfällig für pathogene Pilze wie Stigmina carpophila (Schrotschusskrankheit) und bakterielle Erreger wie Pseudomonas syringae.[2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Cloppenburg Bether Höhe, 49661 Cloppenburg, Deutschland

    18.01.2026

  • Am Gülser Bootshafen, Koblenz, Rheinland-Pfalz, Deutschland

    16.01.2026

  • Wilhelmshaven Vogelwarte, 26386 Wilhelmshaven, Deutschland

    14.01.2026

  • Nieder-Ingelheim,Heideshm.Str., 55218 Ingelheim am Rhein, Deutschland

    04.01.2026

  • Deutschland

    03.01.2026

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

DE-102006022301-A1 Biological Unbekannt

Nahrungsmittel oder Getränk zur Behandlung von Lebererkrankungen, umfassend Früchte von Prunus laurocerasus

Bal Gueluezar (2006)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Hier wird die medizinische Verwendung der Früchte (Beeren) des Kirschlorbeers beschrieben. Die Erfindung umfasst Nahrungsmittel oder Sirup aus den Früchten zur Behandlung von Lebererkrankungen, insbesondere Hepatitis. Es hebt eine spezifische pharmakologische Anwendung der Pflanzenteile hervor, abseits der reinen Zierpflanzennutzung.

AU-2003232256-A1 Biological Unbekannt

Proteine mit (R)-Hydroxynitril-Lyase-Aktivität, extrahiert aus Prunus laurocerasus und Sorbus aucuparia

Basf AG (2003)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Isolierung und Nutzung von Enzymen (Hydroxynitril-Lyasen) aus den Blättern des Kirschlorbeers (Prunus laurocerasus). Diese Enzyme dienen als Biokatalysatoren für die industrielle Herstellung von Cyanohydrinen. Die Innovation liegt in der spezifischen Gewinnung dieser Proteine aus der Pflanze für biotechnologische Anwendungen, was Einblicke in die Biochemie der Pflanze liefert.