Fakten (kompakt)
- Im Jahr 2022 entfielen 73 % der weltweiten Produktion auf China, gefolgt von Indien als weiterem Hauptproduzenten. - Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum den Blutdruck bei hypertensiven Personen senken und Lipidprofile durch die Reduktion von LDL-Cholesterin und Triglyceriden verbessern kann. - Die Pflanze weist antimikrobielle Eigenschaften gegen Bakterien und Pilze auf, was unter anderem bei der Linderung oraler Pathologien genutzt wird. - Ein übermäßiger Verzehr kann gastrointestinale Beschwerden verursachen und Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Antikoagulanzien hervorrufen. - In der landwirtschaftlichen Praxis wird der Blütenstängel (Scape) nach dem Erscheinen meist entfernt, um die Energie in das Größenwachstum der Zwiebel zu lenken. - Der Blütenstand bildet eine kompakte Dolde, die 0 bis 20 kleine, glockenförmige Blüten mit weiß bis rötlich gefärbten Perianth-Segmenten enthält. - Die Blüten in der Dolde werden häufig teilweise oder vollständig durch Brutzwiebeln (Bulbillen) ersetzt, die als vegetative Vermehrungseinheiten fungieren. - Neben der frischen Verwendung wird *Allium sativum* kommerziell auch in getrockneter Form, als Pulver oder als Extrakt verarbeitet.[9]
Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Allium sativum* L., wobei das Autorenkürzel „L.“ auf die Erstbeschreibung durch Carl von Linné verweist. Die Pflanze wird der Familie der Amaryllidaceae (Narzissengewächse) und der artenreichen Gattung *Allium* (Lauch) zugeordnet. Phylogenetisch gehört der Knoblauch zum Subgenus *Allium* und ist eng mit dem wilden Vorfahren *Allium longicuspis* verwandt, von dem er vor etwa 5.000 bis 6.000 Jahren in Zentralasien domestiziert wurde.[1] Der Gattungsname *Allium* diente bereits in der Antike als lateinische Bezeichnung für Knoblauch, wie Plinius der Ältere in seiner *Naturalis historia* (ca. 77 n. Chr.) dokumentierte.[5] Das Art-Epitheton *sativum* leitet sich vom lateinischen *sativus* ab, was „gesät“ oder „kultiviert“ bedeutet und den Status als Kulturpflanze im Gegensatz zu Wildformen hervorhebt.[2] Der englische Trivialname „Garlic“ entstammt dem altenglischen *gārlēac*, einer Zusammensetzung aus *gār* (Speer, bezogen auf die Blattform) und *lēac* (Lauch).[1] International ist die Art unter diversen historischen Namen bekannt, darunter *thūm* im Arabischen, *suàn* (蒜) im Chinesischen sowie *laśuna* im Sanskrit.[2] Innerhalb der Art *Allium sativum* werden taxonomisch häufig zwei Hauptgruppen unterschieden: die Hardneck-Varietäten (*A. sativum* var. *ophioscorodon*) und die Softneck-Varietäten (*A. sativum* var. *sativum*). Abzugrenzen ist der echte Knoblauch von verwandten Spezies wie dem Bärlauch (*Allium ursinum*) oder dem Elefantenknoblauch, der botanisch zum Ackerlauch (*Allium ampeloprasum*) zählt.[1]
Allium sativum ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit einem zwiebelartigen Wuchs, die typischerweise Wuchshöhen von 60 bis 100 cm erreicht.[2][4] Das Laub besteht aus 6 bis 12 linealen, flachen Blättern, die grau-grün gefärbt sind und wechselständig am zentralen Stängel stehen. Diese Blätter messen 20 bis 60 cm in der Länge sowie 5 bis 20 mm in der Breite und weisen auf der Unterseite einen charakteristischen Kiel auf. Als primäres Speicherorgan dient eine unterirdische, zusammengesetzte Zwiebel, die durchschnittlich 4 bis 6 cm im Durchmesser misst, je nach Sorte aber bis zu 10 cm erreichen kann.[2] Die Zwiebel besteht aus 10 bis 20 einzelnen Zehen, die in Schichten angeordnet und von einer dünnen, papierartigen Hülle umschlossen sind, deren Farbe von Weiß bis Violett variiert.[2][4] Jede eiförmige bis längliche Zehe ist 1 bis 2 cm breit und lang und wird durch eine eigene Tunika aus modifizierten Blattschuppen geschützt.[2] Während Weichhals-Sorten (var. sativum) meist nicht blühen, bilden Harthals-Sorten (var. ophioscorodon) einen bis zu 100 cm hohen Blütenschaft (Scapus) aus, der sich zunächst spiralförmig windet, bevor er sich aufrichtet.[2][1] Der Blütenstand bildet eine kompakte Dolde mit 0 bis 20 kleinen, glockenförmigen Blüten, deren sechs Perianth-Segmente weiß bis rosa oder rötlich gefärbt und 3 bis 5 mm lang sind. Häufig werden die Blüten in der Dolde teilweise oder vollständig durch Brutzwiebeln (Bulbillen) ersetzt, die der vegetativen Vermehrung dienen. Im Gegensatz zum verwandten Bärlauch (Allium ursinum), der breite Blätter besitzt, zeichnet sich Allium sativum durch seine schmalen, grasartigen Blätter aus. Der oft verwechselte Elefantenknoblauch (Allium ampeloprasum) unterscheidet sich durch deutlich größere Zwiebeln und eine botanische Nähe zum Lauch.[2] Morphologisch lassen sich die Kultivare in zwei Hauptgruppen unterteilen: Hardneck-Typen mit zentralem Blütenschaft und wenigen großen Zehen sowie Softneck-Typen ohne Schaft, aber mit 12 bis 30 kleineren Zehen. Wilde Populationen in Zentralasien ähneln morphologisch stark dem Vorfahren Allium longicuspis.[1]
Allium sativum ist anfällig für diverse Schädlinge, die Ertrag und Qualität signifikant mindern können. Die Zwiebelfliege (*Delia antiqua*) verursacht durch den Fraß ihrer Larven an Wurzeln und Zwiebeln Fäulnis und Welkeerscheinungen. Thripse (*Thrips tabaci*) schädigen die Blattoberflächen durch Saugen, was zu silbrigen Verfärbungen und Wachstumsstörungen führt. Nematoden wie *Ditylenchus dipsaci* dringen in das Gewebe ein und bewirken Schwellungen sowie das Aufplatzen der Zwiebeln. Zu den destruktivsten Pilzkrankheiten zählt die Mehlkrankheit (*Sclerotium cepivorum*), erkennbar an vergilbten Blättern und schwarzen Sklerotien auf der faulenden Zwiebel. Weitere Pathogene sind der Falsche Mehltau (*Peronospora destructor*) sowie virale Infektionen wie das Knoblauch-Mosaik-Virus, die Chlorosen und Kümmerwuchs auslösen.[2] Präventive Maßnahmen umfassen primär die Fruchtfolge zur Unterbrechung von Schädlingszyklen sowie die Verwendung von gesundem Pflanzgut. Zur Vermeidung von Wurzelfäule ist Staunässe zwingend zu verhindern, während Mulchen die Unkrautunterdrückung unterstützt.[4] Biologische Bekämpfungsstrategien nutzen natürliche Feinde wie Laufkäfer und parasitoide Wespen, die Populationen von Zwiebelfliegen und Thripsen regulieren.[2] In der integrierten Schädlingsbekämpfung werden zudem Extrakte aus *Allium sativum* selbst eingesetzt, die in Kombination mit anderen Wirkstoffen das Nervensystem von landwirtschaftlichen Schädlingen paralysieren können.[4] Medizinisch relevant ist die antimikrobielle Wirkung gegen Erreger wie *Helicobacter pylori*, jedoch können allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie auftreten.[7][2] Aufgrund der thrombozytenaggregationshemmenden Eigenschaften besteht bei hoher Aufnahme ein erhöhtes Blutungsrisiko in Kombination mit Antikoagulanzien.[2] Für Haustiere wie Hunde und Katzen ist Knoblauch toxisch und kann durch oxidative Schäden eine Metahämoglobinämie verursachen.[1]