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Krätzmilbe Sarcoptes scabiei

Krätzmilbe
Hohes Risiko Allergen Physische Gefahr Kann stechen Nützling

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung Hornmilben (Sarcoptiformes)
Familie Sarcoptidae
Gattung Sarcoptes
Art Sarcoptes scabiei
Wissenschaftlicher Name Sarcoptes scabiei (DeGeer, 1778)
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Krätzmilbe** (*Sarcoptes scabiei*) ist eine mikroskopisch kleine, parasitäre Milbe aus der Familie der Grabmilben (Sarcoptidae), die zur Klasse der Spinnentiere gehört. Als obligater Ektoparasit gräbt sie Bohrgänge in die Oberhaut (Stratum corneum) von Menschen und über 100 Säugetierarten, was beim Menschen die Krätze (Scabies) und bei Tieren die Räude verursacht.[1] Die Art wird in wirtsspezifische Varietäten unterteilt, wobei *S. scabiei* var. *hominis* den Menschen befällt, während tierische Varietäten (z. B. *var. canis*) nur kurzzeitig auf den Menschen übergehen können.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Sarcoptes scabiei* vollzieht sich vollständig auf dem Wirt und umfasst die Stadien Ei, Larve, Protonymphe, Tritonymphe und Adultus. Die Fortpflanzung erfolgt sexuell auf der Hautoberfläche, woraufhin das Männchen stirbt, während das befruchtete Weibchen für die Dauer seines Lebens fertil bleibt. Das Weibchen gräbt sich in das *Stratum corneum* ein und legt über eine Lebensspanne von 30–60 Tagen täglich 2–3 Eier ab, was einer theoretischen Fertilität von bis zu 180 Eiern entspricht. Die Mortalitätsrate der Entwicklungsstadien ist jedoch hoch, sodass sich nur etwa 10 % der Eier erfolgreich zu adulten Milben entwickeln. Die ovalen Eier (0,10–0,15 mm) schlüpfen bei optimalen Temperaturen von 30–37 °C nach 3–4 Tagen. Die schlüpfenden Larven sind hexapod (drei Beinpaare) und wandern zur Nahrungsaufnahme an die Hautoberfläche. Nach 2–3 Tagen häuten sie sich zur Protonymphe und anschließend zur Tritonymphe; beide Nymphenstadien besitzen vier Beinpaare (octopod) und ähneln morphologisch kleineren Adulten. Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zur geschlechtsreifen Imago beträgt typischerweise 10–17 Tage. Alle aktiven Stadien ernähren sich von Zelldebris und interzellulärer Flüssigkeit (Lymphe und Serum), die durch sezernierte Proteasen wie Cysteinproteasen aufgeschlossen werden. Diese Enzyme degradieren Wirtsproteine und ermöglichen das effektive Tunneln durch die Epidermis.[1] Obwohl *S. scabiei* über 100 Säugetierarten befällt, existieren wirtsspezifische Varietäten (z. B. *var. hominis*, *var. canis*), die eine eingeschränkte Kreuzinfektiosität aufweisen. Eine zoonotische Übertragung, etwa vom Hund auf den Menschen, führt meist nur zu einer transienten Infestation ohne erfolgreiche Reproduktion der Milben. Das Überleben abseits des Wirtes ist strikt limitiert und stark von Temperatur und Feuchtigkeit abhängig; bei 21 °C und moderater Luftfeuchte überleben Adulte nur 24–36 Stunden. Kühlere Temperaturen (10–15 °C) und hohe Luftfeuchtigkeit (>70 %) können die Überlebenszeit auf bis zu drei Wochen verlängern, während eine relative Luftfeuchte unter 50 % durch Desikkation rasch letal für alle Stadien wirkt.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    29.09.2023

  • Germany

    25.01.2020

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

KR-102330620-B1 Monitoring Erteilt

Verfahren zur Bereitstellung von Informationen für die Diagnose und Behandlungsüberwachung einer Sarcoptes scabiei-Infektion

(2020)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Das Patent befasst sich mit Methoden zur Diagnose und dem Monitoring des Therapieverlaufs bei Krätze. Es nutzt spezifische Marker (wahrscheinlich auf DNA/RNA-Ebene gemäß Klassifikation), um den Infektionsstatus zu bestimmen. Dies hilft dabei, den Erfolg einer Behandlung präzise zu überwachen. Es ist besonders relevant für das klinische Management der Infektion.

JP-2018084524-A Monitoring Unbekannt

Inspektionsverfahren für Krätze sowie dafür verwendetes Mittel und Vorrichtung

Kyokuto Seiyaku Kogyo KK (2016)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Es wird ein Verfahren zur effizienten Diagnose von Krätze mittels Immunchromatographie vorgestellt. Dabei werden Antikörper gegen ein Vitellogenin-ähnliches Protein der menschenspezifischen Krätzmilbe (var. hominis) eingesetzt. Der Test kann spezifisch zwischen verschiedenen Milbenarten unterscheiden. Dies ermöglicht eine schnelle Point-of-Care-Diagnostik.

CN-104341285-A Biological Unbekannt

Herstellung und Anwendung eines pflanzlichen Akarizids

Sichuan Agricultrual University (2013)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft einen pflanzlichen Extrakt aus Ageratina adenophora (Crofton weed) zur Bekämpfung von Räudemilben. Der aktive Inhaltsstoff Euptox A zeigt eine starke abtötende Wirkung auf Sarcoptes scabiei bei Kaninchen und anderen Tieren. Das Verfahren umfasst die Extraktion und Aufreinigung des Wirkstoffs. Es stellt eine umweltfreundliche Alternative mit geringer Toxizität dar.

CN-102772533-A Chemical Unbekannt

Äußerlich anzuwendender medizinischer Alkohol zur Vorbeugung und Behandlung von Sarcoptes scabiei var. suis und Herstellungsverfahren

Zhijian Wang (2012)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird eine medizinische Flüssigkeit auf Alkoholbasis zur Behandlung der Räude bei Schweinen. Die Mischung enthält traditionelle Inhaltsstoffe wie Goldzypresse, Eisenhut, Schwefel und weitere Kräuter. Durch einen Einweichprozess werden die Wirkstoffe extrahiert, um juckreizstillend und milbenabtötend zu wirken. Das Mittel gilt als sicher und frei von toxischen Nebenwirkungen.

JP-2011177061-A Monitoring Unbekannt

Verfahren zum Nachweis von Sarcoptes scabiei

University of Kagoshima (2010)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt ein molekularbiologisches Verfahren zum spezifischen Nachweis der Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei). Dabei werden Nukleinsäuren des Parasiten mittels einer zweistufigen Polymerase-Kettenreaktion (PCR) amplifiziert. Die Innovation liegt in der Nutzung spezifischer Oligonukleotide, die eine hohe Sensitivität gewährleisten. Dies ermöglicht eine präzise Diagnose direkt aus Probenmaterial.