Kräuterdieb –Ptinus fur
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Taxonomische Klassifikation
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Familie
Ptinidae
Gattung
Ptinus
Art
Ptinus fur
Wissenschaftlicher Name:
Ptinus fur (Linnaeus, 1758)
Akzeptierter Name
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Einleitung
Der Kräuterdieb (*Ptinus fur*) ist eine Käferart aus der Familie der Nagekäfer (Ptinidae), die zur Unterfamilie der Diebskäfer (Ptininae) gezählt wird.[1] Ursprünglich in der Paläarktis und Nearktis beheimatet, gilt die Art heute als kosmopolitischer Kulturfolger, der häufig in menschlichen Behausungen anzutreffen ist.[2][3] Die Larven treten als Vorratsschädlinge an getrockneten pflanzlichen und tierischen Substanzen auf und können insbesondere in Getreidelagern Schäden verursachen.[3]
Fakten (kompakt)
- In experimentellen Zuchten zeigte sich, dass synthetisches Futter zwar anfangs die Entwicklung begünstigte, die Verwandlung des dritten Larvenstadiums zur Puppe jedoch deutlich verzögerte, was auf eine nicht vollwertige Ernährung hindeutet. - Die Entwicklung der Larven verlief bei Fütterung mit Wheatfeed (einem Abfallprodukt der Weizenmehlgewinnung) langsamer als bei der Gabe von gesiebtem Fischmehl. - Obwohl die Entwicklung gewöhnlich drei Larvenstadien umfasst, wurde in Sonderfällen das Einschieben eines weiteren Larvenstadiums von durchschnittlich 22 Tagen beobachtet. - Das Ruhestadium, das die Larve vor der Verpuppung im Kokon verbringt, kann im Extremfall zwischen 214 und 251 Tagen andauern. - Aufgrund erhöhter Mortalität und verlängerter Entwicklungszeiten bei 20 °C und 30 °C wird die optimale Entwicklungstemperatur für die Art bei leicht über 23 °C vermutet.[4] - Zu den ähnlichen Arten, mit denen der Kräuterdieb verwechselt werden kann, zählt der Australische Diebkäfer (*Ptinus tectus*).[6] - Die Flügeldecken sind charakteristisch mit Reihen großer Punkte strukturiert. - Bei den Weibchen ist die Mitte des Halsschildes vertieft und von dichten Reihen heller Härchen eingefasst, die sich an einer rinnenförmigen Einschnürung vor der Basis berühren.[1]
Name & Einordnung
Der Kräuterdieb (*Ptinus fur*) wird systematisch der Familie der Nagekäfer (Ptinidae) und innerhalb dieser der Unterfamilie der Diebskäfer (Ptininae) zugeordnet.[1][2] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1758 durch Carl von Linné. Ursprünglich beschrieb Linné den Käfer unter dem Basionym *Cerambyx fur*.[1] Im Laufe der taxonomischen Geschichte wurden zahlreiche Synonyme publiziert, darunter *Bruchus furunculus* O. F. Müller, 1776 sowie *Ptinus germanus* Goeze, 1777. Weitere historisch relevante Bezeichnungen sind *Ptinus humeralis* Say, 1835, *Ptinus longipes* Rossi, 1794 und *Bruchus pulex* Goeze, 1776. Auch die Namen *Ptinus rapax* De Geer, 1774, *Ptinus striatus* Fabricius, 1792 und *Ptinus testaceus* Laporte de Castelnau, 1840 werden als Synonyme geführt. Ein jüngeres Synonym ist *Ptinus quercus* Boieldieu, 1856.[1] Der deutsche Trivialname Kräuterdieb verweist auf die Ernährungsgewohnheiten der Art, da sie unter anderem in menschlichen Behausungen an Kräutervorräten zu finden ist.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Kräuterdieb (*Ptinus fur*) erreicht eine Körperlänge von nur etwa drei Millimetern. Die Art zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus, wobei sich beide Geschlechter durch lange Beine und lange, fadenförmige Fühler auszeichnen. Männchen sind hellbraun gefärbt und besitzen eine gestreckte Gestalt, bei der sich Kopf und Thorax deutlich vom Abdomen absetzen. Ihre Augen sind gewölbt und breiter als die Stirn. Auf der Mitte des Halsschildes befindet sich beim Männchen eine glatte Längsschwiele, die beidseitig von hellen, nach hinten gerichteten Härchen umrandet ist. Die Flügeldecken der Männchen sind mit Reihen großer Punkte strukturiert und tragen helle, nach hinten gerichtete Haare. Weibchen hingegen sind gedrungener gebaut und weisen Flügeldecken auf, die dunkler als der Halsschild sind. Die Mitte des weiblichen Halsschildes ist vertieft und von dichten Reihen heller Härchen eingefasst, die sich an der rinnenförmigen Einschnürung vor der Basis berühren. Auf den Flügeldecken beider Geschlechter finden sich auf der Vorder- und Hinterpartie Grüppchen weißer beziehungsweise heller Schuppen.[2] Die Larven durchlaufen mehrere Stadien und verpuppen sich schließlich in einem kleinen Gang, der in härtere Stoffe gebohrt wird.[2][7]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Kräuterdieb (*Ptinus fur*) zählt zu den Kulturfolgern und tritt als Vorratsschädling in menschlichen Behausungen auf. Die nachtaktiven Tiere ernähren sich von getrockneten pflanzlichen sowie tierischen Substanzen. Zu den potenziell befallenen Gütern gehören beispielsweise Kräutervorräte. Die durch den Fraß entstehenden Schäden werden in der Regel als eher gering eingestuft. Größere wirtschaftliche Schäden können jedoch durch ein Massenauftreten der Larven entstehen, was vor allem in Getreidelagern beobachtet wird. Ein spezifisches Schadbild entsteht durch das Verpuppungsverhalten der Larven, die sich nach etwa einem Jahr einen kleinen Gang in härtere Stoffe bohren.[2] Untersuchungen zur Biologie des Käfers zeigen, dass die Entwicklungsmöglichkeiten stark von den Umweltbedingungen abhängen. Das Temperaturoptimum für die Entwicklung wird bei leicht über 23 °C vermutet, während bei abweichenden Temperaturen die Mortalität steigt und die Entwicklungsschritte länger dauern. Bei einer Temperatur von 30 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 70 % unterbleibt der Schlüpfvorgang des ersten Larvenstadiums aus den Eiern vollständig.[4]
Kräuterdieb Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
Die nachtaktiven Imagines und ihre Larven ernähren sich polyphag von getrockneten pflanzlichen sowie tierischen Substanzen.[2] Weibchen von *Ptinus fur* legen im Durchschnitt etwa 39 Eier ab, wobei die individuelle Anzahl stark schwanken kann. Die Eiablage erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu 16 Wochen, mit einem Maximum von drei bis sechs Eiern täglich zwischen der dritten und achten Woche. Die Embryonalentwicklung dauert 16 bis 17 Tage, woraufhin die Larven schlüpfen. Es folgen ein erstes Larvenstadium von 14 Tagen und ein zweites von 16 Tagen Dauer. Das dritte und meist letzte Larvenstadium nimmt gewöhnlich 32 Tage in Anspruch, kann jedoch in Sonderfällen durch ein weiteres Stadium ergänzt werden.[4] Vor der Verpuppung bohren die Larven oft einen kleinen Gang in härtere Materialien oder verbleiben in einem Kokon.[2][4] Häufig tritt ein Ruhestadium (Diapause) des letzten Larvenstadiums im Kokon auf, das durch niedere Temperaturen begünstigt wird und zwischen 214 und 251 Tagen dauern kann. Das eigentliche Puppenstadium umfasst 17 Tage. Nach dem Schlüpfen aus der Puppe verbleibt der Käfer weitere 48 Tage im Kokon, bis er die Geschlechtsreife erlangt. Die Gesamtentwicklung von der Eiablage bis zum Verlassen des Kokons dauert ohne Diapause rund 144 Tage, mit Diapause hingegen durchschnittlich 381 Tage. Hinsichtlich der Umweltbedingungen zeigte sich, dass Temperaturen von 30 °C bei 70 % Luftfeuchtigkeit das Schlüpfen der Larven verhindern. Das Temperaturoptimum für die Entwicklung wird bei etwas über 23 °C vermutet. Experimentelle Fütterungen belegten, dass synthetische Nahrung zwar das Anfangswachstum fördert, die Verpuppung jedoch aufgrund mangelnder Vollwertigkeit verzögert.[4]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Ptinus fur* erstreckt sich über die Paläarktis und die Nearktis, wobei Regionen mit gemäßigtem Klima bevorzugt werden.[2] Mittlerweile gilt die Art jedoch als kosmopolitisch verbreitet.[4] Der Käfer ist als Kulturfolger einzustufen und tritt häufig in menschlichen Behausungen auf.[2] In natürlichen Lebensräumen bewohnen die Tiere vorwiegend alte Bäume. Darüber hinaus besiedelt *Ptinus fur* in der freien Natur die Nester von Vögeln sowie Hautflüglern (Hymenoptera).[6] Im synanthropen Bereich findet man die Art oft in Vorratslagern, beispielsweise in Getreidespeichern, wo sie sich von trockenen pflanzlichen und tierischen Substanzen ernährt.[2]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Saisonalität & Aktivität
Die Art *Ptinus fur* ist nachtaktiv. Der Entwicklungszyklus ist stark temperaturabhängig und kann durch eine Diapause (Ruhestadium) des letzten Larvenstadiums im Kokon erheblich verzögert werden. Während die Entwicklung vom Ei bis zum Verlassen des Kokons ohne Diapause etwa 144 Tage dauert, verlängert sie sich mit Diapause auf durchschnittlich 381 Tage. Bei niedrigeren Temperaturen durchlaufen deutlich mehr Individuen diese Ruhephase. Die Larven verpuppen sich oft erst nach einem Jahr in einem selbstgebohrten Gang. Nach der Umwandlung zum adulten Käfer verbleiben die Tiere noch rund 48 Tage im Kokon, während derer sie die Geschlechtsreife erlangen. Die Eiablage der Weibchen erstreckt sich über einen Zeitraum von 16 Wochen, wobei die höchste Aktivität zwischen der dritten und achten Woche liegt.[4] Analysen des öffentlichen Suchinteresses deuten auf eine saisonale Häufung von Beobachtungen oder Anfragen im August hin.[5]
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Vollständige Details anzeigenQuellen & Referenzen
- Ptinus fur. Fauna Europaea, abgerufen am 26. März 2007
- Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1
- R. W. Howe, B. Sc. Burges, H. D. Burges: "Studies on Beetles of the Family Ptinidae VI - The Biology of Ptinus fur (L.) and P. sexpunctatus Panzer" in Bulletin of Entomological Research Vol. 42, Issue 3, doi:10.1017/S0007485300028893
- R. W. Howe, B. Sc. Burges, H. D. Burges: "Studies on Beetles of the Family Ptinidae VI - The Biology of Ptinus fur (L.) and P. sexpunctatus Panzer" in Bulletin of Entomological Research Vol. 42, Issue 3, November 2009, pp 409 - 511. doi:10.1017/S0007485300028893
- Aggregierte Suchanfragen-Zeitreihe (DE), Peak im August.
- Der Australische Diebkäfer, Ptinus tectus (Boieldieu, 1856). Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, abgerufen am 26. März 2007
- R. W. Howe, B. Sc. Burges, H. D. Burges: Studies on Beetles of the Family Ptinidae VI. Bulletin of Entomological Research Vol. 42, Issue 3, November 2009, doi:10.1017/S0007485300028893