Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über den Mehlkäfer (*Tenebrio molitor*) in kompakter Form: - Der Mehlkäfer ist das Larvenstadium des Dunkelkäfers *Tenebrio molitor*. - *Tenebrio molitor* gehört zur Familie der [Tenebrionidae](/pages/lexikon/schwarzkafer) innerhalb der Ordnung [Coleoptera](/pages/lexikon/kafer) (Käfer). - Die Larven sind zylindrisch, haben einen harten Körper und ähneln [Maden](/pages/lexikon/maden). - Mehlwürmer werden typischerweise 2–3 cm lang. - Sie haben sechs kurze Beine hinter dem Kopf. - *Tenebrio molitor* stammt ursprünglich aus gemäßigten Regionen. - Mehlwürmer kommen oft unter [Steinen](/pages/lexikon/lebende-steine), Baumstämmen, in Laubstreu oder in gelagertem Getreide vor. - Sie durchlaufen eine vollständige Metamorphose mit den Stadien Ei, Larve, Puppe und Adult. - Die Larven entwickeln sich schnell und erreichen die Reife in 2–3 Monaten. - Sie haben hohe Überlebensraten von bis zu 98,8 %. - Mehlwürmer sind eine Proteinquelle, die 36,8–75,1 % Rohprotein enthält (bezogen auf Trockenmasse). - Sie enthalten auch 19,1–32,2 % Rohfett (bezogen auf Trockenmasse). - Zu den essentiellen Aminosäuren gehören Leucin, Valin und Lysin. - Mehlwürmer enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure (11,5–48,1 %). - Sie enthalten Mineralien wie Phosphor (bis zu 1,0 %), Calcium (0,5 %) und Zink (117,4 mg/kg). - Getrocknete Mehlwürmer wurden im Juni 2021 in der Europäischen Union als neuartige Lebensmittel zugelassen. - Sie können zur Herstellung von Brot (bis zu 15 % Substitution), Keksen (bis zu 20 %), Burgern, Würstchen, Saucen, Pasta, Käse und sogar Eiscreme verwendet werden. - Der Gattungsname *Tenebrio* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „einer, der das Licht scheut“.[1] - Häufige Namen für *T. molitor* sind Gelber Mehlwurm und Dunkelkäfer. - Die Larven durchlaufen 9-20 Häutungen. - Die optimale Temperatur für das Wachstum liegt bei 25-28°C. - Die ideale Temperatur für die Fortpflanzung liegt zwischen 25°C und 30°C.[1]
Der Mehlkäfer trägt den wissenschaftlichen Namen *Tenebrio molitor* Linnaeus, 1758. Die Art wird der Familie der Schwarzkäfer ([Tenebrionidae](/pages/lexikon/schwarzkafer)) zugeordnet.[3] Der Gattungsname *Tenebrio* leitet sich vom lateinischen Begriff *tenebriō* ab, was „Lichtscheuer“ oder „Liebhaber der Dunkelheit“ bedeutet. Ein historisches Synonym ist *Tenebrio laticollis*, wobei die Art taxonomisch vom nah verwandten *Tenebrio obscurus* unterschieden wird.[1]
Der adulte *Tenebrio molitor* besitzt einen länglich-ovalen Körperbau und erreicht typischerweise eine Länge von 1,25 bis 1,8 cm. Sein glänzendes Exoskelett weist eine dunkelbraune bis schwarze Färbung auf. Zu den zentralen Bestimmungsmerkmalen zählen die leicht gekeulten, elfgliedrigen Antennen sowie die prominenten Komplexaugen.[1] Die Flügeldecken sind verwachsen und bedecken reduzierte Hinterflügel, was die Flugfähigkeit in Gefangenschaft einschränkt, obwohl die anatomischen Voraussetzungen bestehen.[3] Die als Mehlwurm bekannte Larve ist zylindrisch geformt, hartschalig und misst in der Regel 2 bis 3 cm, kann jedoch bei nährstoffreicher Diät bis zu 3,5 cm lang werden. Ihre Färbung reicht von Hellgelb bis Goldbraun, wobei die zehn sichtbaren Abdominalsegmente oft dunklere Bänder aufweisen. Am vorderen Körperabschnitt befinden sich drei Paare gegliederter Brustbeine, während der hintere Körperteil bei der Fortbewegung oft nachgezogen wird. Das Puppenstadium zeichnet sich durch eine cremeweiße bis gelbliche Färbung und eine Länge von etwa 1,5 cm aus.[1] Es handelt sich um eine freie Puppe, bei der Beine, Flügelanlagen und Antennen bereits erkennbar und nicht mit dem Körper verklebt sind.[3] Zur Abgrenzung gegenüber der verwandten Art *Tenebrio obscurus* dient vor allem die Färbung der Larven, da diese bei *T. obscurus* deutlich dunkler erscheinen.[1]
Der Mehlkäfer (*Tenebrio molitor*) ist weltweit verbreitet und tritt primär in anthropogenen Lebensräumen wie Getreidelagern oder landwirtschaftlichen Betrieben auf.[3] Die Larven fressen an Vorräten wie Weizen, Mais und Mehl, wodurch direkte Materialschäden an den Waren entstehen. Ein wesentliches Problem stellt die indirekte Qualitätsminderung durch Verunreinigungen mit Kot (Frass), Häutungsresten und Körperteilen dar. Diese Kontaminationen führen in der getreideverarbeitenden Industrie zu signifikanten ökonomischen Verlusten und erfordern oft die Entsorgung der betroffenen Produkte.[4] Zudem können pathogene Keime wie *Salmonella* enterica bis zu 14 Tage in den Aufzuchtsubstraten überleben, was ein Hygienerisiko darstellt.[1] Zur Prävention sind strikte sanitäre Maßnahmen und ein kontinuierliches Monitoring in Lagereinrichtungen unerlässlich. Im häuslichen Umfeld verhindert die Lagerung in versiegelten Behältern, dass entkommene Tiere dauerhafte Populationen in Vorratskammern etablieren.[4] Eine Bekämpfung durch Temperaturbehandlung ist effektiv möglich, da bei Hitze über 40 °C die Eier ihre Lebensfähigkeit verlieren und nicht mehr schlüpfen.[3] Als biologische Gegenspieler fungieren entomopathogene [Nematoden](/pages/lexikon/nematoden) (z. B. der Gattung *Oscheius*), die in Feldstudien Infektionsraten von bis zu 16 % bei den Larven verursachten.[6]