Fakten (kompakt)
- *Dendrobium nobile* ist die Staatsblume von Sikkim, Indien. - Die Blüten von *Dendrobium nobile* können bis zu sechs Wochen halten. - Die Art ist in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) gelistet. - Die Erstbeschreibung erfolgte 1830 durch John Lindley in seinem Werk 'The Genera and Species of Orchidaceous Plants'. - Die Blüten haben einen Durchmesser von 5–7 cm. - Die Sepalen und Petalen sind blassrosa bis weiß und gehen zu amethyst-violetten Spitzen über. - Die Lippe der Blüte ist samtig kastanienbraun-violett. - Moderne Forschung hebt bioaktive Verbindungen in den Stängeln hervor, darunter Polysaccharide mit blutzuckersenkenden und immunstimulierenden Eigenschaften.[6] - Alkaloide und Phenanthrene wie Denbinobin in *D. nobile* weisen Anti-Krebs- und neuroprotektive Aktivitäten auf. - *Dendrobium nobile* wird in der traditionellen chinesischen Medizin unter dem Namen 'Shihu' seit über 2000 Jahren als eines der 50 grundlegenden Kräuter verwendet.[6] - Die Stängel von *D. nobile* dienen als Tonikum zur Ernährung von Magen und Körperflüssigkeiten, zur Förderung von Yin und zur Bereitstellung adstringierender, schmerzstillender, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkungen.[6] - Molekulare Analysen bestätigen die enge Verwandtschaft mit anderen asiatischen *Dendrobium*-Arten, wie z. B. *D. moniliforme*.[6]
*Dendrobium nobile* ist eine Art aus der Gattung *Dendrobium* innerhalb der Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae). Die Art wurde 1830 von John Lindley erstbeschrieben, basierend auf in Nordost-Indien gesammelten Exemplaren. Der Gattungsname *Dendrobium* leitet sich von den griechischen Wörtern 'dendron' (Baum) und 'bios' (Leben) ab, was sich auf die epiphytische Wuchsform der meisten Arten dieser Gattung bezieht. Das Artepitheton *nobile* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet 'edel', was auf die eleganten Blüten der Pflanze hinweist.[1] Synonyme für *Dendrobium nobile* sind *Dendrobium coerulescens* Wall. ex Lindl., *Callista nobilis* (Lindl.) Kuntze und *Dendrobium formosanum* (Rchb.f.) Masam..[1] Im traditionellen chinesischen Kontext ist *Dendrobium nobile* unter dem Namen 'Shi Hu' (石斛) bekannt, was so viel wie 'Steinrohr' bedeutet oder an 'Wolken- und Regenorchidee' erinnert, was sich auf ihren Bergstandort bezieht. In Nepal wird sie als 'Sunakhari' bezeichnet, was 'Goldstaub' bedeutet oder allgemein Orchideen bezeichnet. Im Englischen ist sie als 'noble dendrobium' bekannt. *Dendrobium nobile* gehört zur asiatischen Klade der Gattung *Dendrobium*. Molekulare Analysen bestätigen die enge Verwandtschaft mit anderen asiatischen *Dendrobium*-Arten, wie z.B. *Dendrobium moniliforme*. Die Art ist die Staatsblume von Sikkim, Indien.[1]
*Dendrobium nobile* ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sympodial wächst und aufrecht steht. Sie bildet Gruppen von fleischigen, verdickten Pseudobulben, die als Stängel dienen und eine Höhe von 10 bis 60 cm und einen Durchmesser von bis zu 1,3 cm erreichen können. Die zylindrischen, unverzweigten Pseudobulben weisen viele Knoten auf, wobei die Internodien 2 bis 4 cm messen. Im getrockneten Zustand sind die Stängel goldgelb. Die Blätter sind sommergrün, länglich bis lanzettlich, 5 bis 11 cm lang und 1 bis 3 cm breit, ledrig und zweizeilig entlang der oberen Stängelabschnitte angeordnet. Ihre Basis umfasst eine Scheide und eine stumpfe, ungleichmäßig zweilappige Spitze. Normalerweise fallen die Blätter im Spätherbst oder Winter ab, sodass die Stängel vor der Blüte kahl sind. Luftwurzeln entspringen an der Basis und entlang der Pseudobulben und helfen bei der epiphytischen oder lithophytischen Befestigung und Nährstoffaufnahme. Die Blüten erscheinen in kurzen Trauben von 1 bis 4 Blüten aus den oberen Knoten sowohl beblätterter als auch blattloser Stängel, typischerweise im späten Winter bis Frühling nach dem Blattfall. Jede Blüte misst 3 bis 7,5 cm im Durchmesser und hat wachsartige, schwere Blütenblätter und Kelchblätter, die duftend sind und tagsüber an Honig oder Moschus und nachts an frisch gemähtes Heu erinnern. Die Farben variieren stark und umfassen weiße Formen mit blassvioletten Farbtönen, blass purpurrote Varianten und solche mit gelben Lippen oder anderen Farbtönen. Der Blütenstand weist eine prominente Lippe auf, die breit eiförmig, dicht behaart und 25 bis 35 mm lang ist, sowie eine kurze Säule von etwa 5 mm Länge, die charakteristisch für die Orchideenmorphologie ist. Die Blüten haben blassrosa bis weiße Kelchblätter und Blütenblätter, die zu amethystvioletten Spitzen übergehen, ergänzt durch eine samtig kastanienbraun-violette Lippe. Die Blüten können bis zu sechs Wochen halten.[1]
*Dendrobium nobile* wird hauptsächlich als Zierpflanze kultiviert, kann aber auch von Schädlingen und Krankheiten befallen werden.[2] Verschiedene Schädlinge wie Wollläuse, Blattläuse, Schnecken und Nacktschnecken können *Dendrobium nobile* befallen.[5] Ein Befall kann sich durch klebrige Blätter, Honigtau oder sichtbare Insekten zeigen.[7] Die Vorbeugung umfasst eine gute Belüftung und die Vermeidung von Überwässerung, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.[2] Zur biologischen Bekämpfung kann der Bakterienstamm *Burkholderia gladioli* BL-HTie-5 eingesetzt werden, der eine hemmende Wirkung gegen pathogene Pilze wie *Athellia rolfsii* und *Myrothecium roridum* zeigt. Ein botanisches Pflanzenschutzmittel aus Teesamenkuchen, Wermut und wilder Chrysantheme kann ebenfalls gegen Schädlinge und Stängelfäule eingesetzt werden.[5] Bei einem Befall können die Pflanzen manuell mit einem Tuch und 70%igem Isopropylalkohol gereinigt oder mit Insektizidseife behandelt werden. Bei starkem Befall durch Thripse können systemische Insektizide erforderlich sein. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird *Dendrobium nobile*, bekannt als Shí hú (石斛), seit über 2000 Jahren verwendet. Es wird traditionell zur Behandlung von Durst, trockenem Mund und Magengeschwüren eingesetzt und dient als Yin-Tonikum zur Unterstützung der Vitalität. Moderne Forschung untersucht die hypoglykämischen und immunstimulierenden Eigenschaften der Polysaccharide sowie die Anti-Krebs- und neuroprotektiven Aktivitäten von Alkaloiden wie Denbinobin. Es gibt Hinweise darauf, dass *Dendrobium nobile* in der Lage ist, die Speichelproduktion bei Patienten mit Xerostomie zu verbessern.[2]