Fakten (kompakt)
- Die Blütenköpfe erreichen einen Durchmesser von 5 bis 8 Zentimetern. - Die essbaren Blütenblätter zeichnen sich durch einen milden, pfeffrigen Geschmack aus und finden Verwendung in Salaten, Suppen und Reisgerichten. - Das phytochemische Profil der Pflanze umfasst neben ätherischen Ölen auch Flavonoide, Triterpenoide, Carotinoide und Saponine. - In Tierversuchen und Zelllinien zeigten Extrakte Antitumor-Effekte, die potenziell über die Modulation von Signalwegen wie PI3K und ERK vermittelt werden. - Forschungen weisen auf neuroprotektive Eigenschaften hin, die unter anderem gegen Parkinson wirksam sein könnten. - Der Art werden kardioprotektive sowie blutdrucksenkende (antihypertensive) Wirkungen zugeschrieben. - Die Gattung *Calendula* umfasst insgesamt 18 akzeptierte Arten. - Taxonomisch gehört die Pflanze zum Phylum Tracheophyta und der Klasse Magnoliopsida. - Der englische Trivialname „pot marigold“ entwickelte sich historisch aus der Bezeichnung „poet's marigold“.[10]
Die Art *Calendula officinalis* wurde erstmals im Jahr 1753 von Carl von Linné in seinem fundamentalen Werk *Species Plantarum* wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname *Calendula* entstammt dem Lateinischen *calendae* (der erste Tag des Monats) und verweist auf die Eigenschaft der Pflanze, in geeigneten Klimazonen nahezu jeden Monat Blüten zu tragen. Das Art-Epitheton *officinalis* ist eine klassische lateinische Bezeichnung für Pflanzen mit etablierter medizinischer oder pharmazeutischer Nutzung. Ein akzeptiertes Synonym in der botanischen Nomenklatur ist die historische Kombination *Caltha officinalis* (L.) Moench.[2] Im deutschen Sprachraum wird die Art als Ringelblume geführt.[1] Im Englischen sind die Trivialnamen "pot marigold" oder "garden marigold" verbreitet, wobei sich "marigold" ursprünglich auf "Mary's gold" zu Ehren der Jungfrau Maria bezog.[1][4] Diese Namensgebung führte historisch zu Verwechslungen mit den im 16. Jahrhundert aus der Neuen Welt eingeführten *Tagetes*-Arten, die aufgrund ähnlicher Blütenfarben ebenfalls als Marigolds bezeichnet wurden. Der französische Name *souci* leitet sich vom lateinischen *solsequium* ("der Sonne folgend") ab und beschreibt den Heliotropismus der Blüten, die sich dem Sonnenlicht zuwenden.[4]
*Calendula officinalis* wächst als aufrechte, buschige, einjährige krautige Pflanze, die typischerweise Wuchshöhen von 20 bis 60 cm erreicht.[4][3] Sie bildet eine mehrfach verzweigte Struktur aus einer zentralen Basis, wobei die kantigen Stängel spärlich bis mäßig verzweigt sind.[4] Die gesamte Pflanze, insbesondere Stängel und Blätter, ist mit feinen Drüsenhaaren bedeckt, die ihr eine klebrige Textur und einen charakteristischen aromatischen Geruch verleihen.[3][1] Die einfachen, wechselständigen Laubblätter sitzen ungestielt oder stängelumfassend an der Achse und messen 5 bis 18 cm in der Länge sowie 1 bis 6 cm in der Breite.[4][8] Ihre Form variiert von lanzettlich bis verkehrt-lanzettlich oder spatelförmig, wobei die Blattränder gewellt oder gezähnt sind. Das Wurzelsystem ist faserig mit einer ausgeprägten Pfahlwurzel, die der Verankerung und Nährstoffaufnahme dient.[4] Die solitären, endständigen Blütenkörbchen stehen auf 5 bis 12 cm langen Blütenstielen und erreichen einen Durchmesser von 3 bis 7 cm.[4][1] Jedes Köpfchen setzt sich aus leuchtend gelben bis orangen Zungenblüten am Rand und einer zentralen Scheibe aus röhrenförmigen gelben Blüten zusammen.[4] Die Zungenblüten sind typischerweise 20 bis 50 an der Zahl, zungenförmig und an der Spitze 1- bis 3-zähnig.[8] Die Blüten zeigen einen leichten Heliotropismus, indem sie sich dem Sonnenlicht zuwenden.[6] Nach der Blüte entwickeln sich die Früchte zu Achänen, die eine gekrümmte oder hakenartige Form besitzen und 1 bis 2,5 cm lang werden.[4][8] Diese Samen sind hellbraun bis grau gefärbt und bilden oft eine charakteristische Krone, wenn die Zungenblüten verblühen.[4] Keimlinge erscheinen typischerweise 7 bis 14 Tage nach der Aussaat und bilden zunächst eine basale Rosette aus länglichen, leicht behaarten Blättern.[3] Morphologisch abzugrenzen ist die Art von den im 16. Jahrhundert eingeführten *Tagetes*-Arten, die aufgrund ähnlicher Blütenfarben historisch ebenfalls als "Marigolds" bezeichnet wurden.[9] Während Zuchtformen oft gefüllte Blüten mit bis zu neun Reihen von Zungenblüten aufweisen, besitzen Wildformen meist einfache Blütenköpfe.[1]
Calendula officinalis wird primär als Nützling im Gartenbau und der Landwirtschaft kultiviert, tritt jedoch in gestörten Habitaten gelegentlich als naturalisiertes Unkraut auf, da sie sich stark selbst aussät. In Regionen wie Australien wird die Art in Obstplantagen und an Straßenrändern als Unkraut geführt, verdrängt jedoch selten native Vegetation aggressiv.[2] Gesundheitlich ist das allergene Potenzial relevant, da bei 0,1 % bis 2,7 % der Personen eine Kontaktdermatitis aufgrund einer Sensibilisierung gegen Korbblütler (*Asteraceae*) auftreten kann. Eine orale Einnahme ist während der Schwangerschaft kontraindiziert, da potenziell uterusstimulierende Effekte das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen könnten.[1] Die Pflanze selbst ist anfällig für Schädlinge wie Blattläuse und Nacktschnecken, die besonders an jungem Laub Fraßschäden verursachen. Als typisches Krankheitssymptom zeigt sich bei hoher Luftfeuchtigkeit Echter Mehltau in Form weißer, pudriger Flecken auf den Blättern.[3] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) dient *C. officinalis* als Begleitpflanze, die durch Wurzelexsudate Bodennematoden abwehrt und Nützlinge wie Marienkäfer zur Blattlausbekämpfung anlockt.[1] Zudem fungiert sie als Wirtspflanze für die Larven bestimmter Nachtfalterarten aus der Familie der *Noctuidae*.[5] Zur Prävention einer unerwünschten Ausbreitung im Bestand ist das regelmäßige Entfernen verblühter Köpfe (Deadheading) die effektivste physikalische Maßnahme, um den Samenansatz zu verhindern.[3] Hygienische Maßnahmen wie eine Fruchtfolge von zwei bis drei Jahren werden empfohlen, um die Anreicherung bodenbürtiger Pathogene zu minimieren. In der modernen Dermatologie werden Extrakte zudem präventiv in Formulierungen eingesetzt, um Hautirritationen und allergische Rötungen zu lindern.[5] Rechtlich wird die Pflanze von der FDA als sicher (GRAS) für Lebensmittelanwendungen eingestuft, während die EMA topische Anwendungen für die Wundheilung billigt.[1][5]