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Schalotten Allium cepa var. aggregatum

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Schalotten

Taxonomische Klassifikation

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Liliopsida (Liliopsida)
Ordnung Asparagales (Asparagales)
Familie Amaryllidaceae
Gattung Allium
Art Allium cepa aggregatum
Wissenschaftlicher Name: Allium cepa var. aggregatum G.Don
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Einleitung

*Allium cepa var. aggregatum* ist eine Varietät der Art *Allium cepa* innerhalb der Familie der Amaryllidaceae (Narzissengewächse).[1] Das Taxon wird systematisch als Synonym der Art *Allium cepa* geführt, welche sich im Gegensatz zu verwandten Arten wie *Allium fistulosum* durch die Bildung von Zwiebeln auszeichnet.[1][2]

Fakten (kompakt)

- Die Kultivierung in China ist bereits seit mindestens 200 v. Chr. belegt, bevor die Art im 8. Jahrhundert n. Chr. Japan erreichte. - Die Ausbreitung nach Europa erfolgte historisch im Mittelalter über eine Route durch Russland. - Ernährungsphysiologisch enthält die Pflanze relevante Mengen der Vitamine A, C, K sowie des B-Komplexes. - Zu den mineralischen Inhaltsstoffen zählen Kalium, Kalzium, Eisen und Zink. - Der Pflanze werden aufgrund von Flavonoiden und Organoschwefelverbindungen antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben. - In der traditionellen asiatischen Medizin wird die Art zur Unterstützung des Immunsystems und der Verdauungsgesundheit eingesetzt. - Kulinarisch ist der Geschmack milder als bei Speisezwiebeln, entwickelt jedoch im Sommer eine zunehmende Schärfe. - Die Sorte 'Tokyo Long White' bildet über 30 cm lange, weiße Pseudostämme aus, die optisch an Lauch erinnern. - Eine weitere Varietät namens 'Red Beard' zeichnet sich durch rötlich-violett gefärbte Basen aus. - Neben dem Nutzwert findet die Art aufgrund ihres attraktiven Laubs auch als Zierpflanze in Rabatten Verwendung.[8]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet *Allium fistulosum* L., wobei die Erstbeschreibung im Jahr 1753 durch Carl Linnaeus erfolgte.[1][2] Systematisch wird die Art der Familie der Amaryllidaceae sowie der Gattung *Allium* zugeordnet, wo sie zur Untergattung *Cepa* und der Sektion *Cepa* zählt.[1] Das spezifische Epitheton „fistulosum“ leitet sich vom lateinischen Wort „fistula“ für Röhre ab und verweist auf die charakteristischen hohlen Blätter und Pseudostämme.[1][3] Historisch sind Synonyme wie *Allium wakegi* Araki oder *Allium proliferum* Ehrh. ex Regel dokumentiert, die heute oft als Varianten oder Hybriden betrachtet werden. Im Gegensatz zur Küchenzwiebel (*Allium cepa*) zeichnet sich *Allium fistulosum* durch das Fehlen einer ausgeprägten Zwiebelbildung und einen horstartigen Wuchs aus. Die englische Bezeichnung „Welsh onion“ entstammt dem altenglischen Wort „welisc“ für „fremd“ und deutet auf die historische Einführung nach England über Kontinentaleuropa hin, nicht auf eine Herkunft aus Wales.[1] International ist die Art unter diversen Trivialnamen bekannt, darunter „cong“ in China, „negi“ in Japan und „pa“ in Korea, was ihre Bedeutung in der asiatischen Küche widerspiegelt.[1][4] Weitere regionale Namen umfassen „zelenyi luk“ in Russland, „cebolla de verdeo“ in Argentinien sowie „scallion“ oder „spring onion“ im englischen Sprachraum.[1] Die Art gilt als Kultigen, das ursprünglich im westlichen oder nordwestlichen China domestiziert wurde und sich bereits im Mittelalter über Russland nach Europa verbreitete.[4][1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Allium fistulosum ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 90 cm und eine Breite von 15 bis 30 cm erreicht.[4][1] Sie wächst horstbildend aus einer länglichen unterirdischen Basis, die kaum dicker als der Stängel ist und oft als zwiebellos beschrieben wird. Das Wurzelsystem besteht aus faserigen, schnurartigen Wurzeln, die die Pflanze flach im Boden verankern. Die Pflanze bildet einen kleinen, länglichen Pseudostamm aus überlappenden Blattscheiden, der unterirdisch weiß und oberirdisch gelb-grün gefärbt ist. Die grundständigen, linearen Laubblätter sind hohl (fistulos) und stehen in einer fächerartigen Anordnung von fünf bis acht Stück pro Pflanze.[1] Sie sind röhrenförmig, erreichen Längen von bis zu 60 cm sowie Breiten von 0,5 bis 2 cm und weisen eine glatte, wachsartige, blaugrüne Oberfläche mit paralleler Aderung auf.[4][1] Der blattlose, hohle und blaugrüne Blütenschaft wird 20 bis 60 cm hoch. Er trägt einen kugelförmigen doldigen Blütenstand mit einem Durchmesser von 5 bis 8 cm, der aus 50 bis 100 kleinen Einzelblüten besteht.[1] Die sternförmigen, zwittrigen Blüten sind weiß bis blasslila oder rosafarben gefärbt.[4][1] Die Blütezeit in gemäßigten Regionen erstreckt sich von Mai bis August. Es existieren Sortenunterschiede, wie etwa bei 'Tokyo Long White' mit über 30 cm langen weißen Pseudostämmen oder 'Red Beard' mit rötlich-violetter Basis. Manche Varietäten bilden in den Blütenständen Brutknospen (Bulbillen) anstelle von oder neben den Blüten aus. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu Allium cepa ist der nicht zwiebelbildende Wuchs.[1] Von anderen Verwandten grenzt sich die Art durch die charakteristischen hohlen Blätter und Pseudostämme ab, worauf auch das Epitheton fistulosum (röhrenförmig) hinweist.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Allium fistulosum* primär als wertvolle Kulturpflanze genutzt wird, kann die Art in geeigneten Habitaten verwildern und Populationen außerhalb des Anbaus bilden, wie Beobachtungen in Alaska und Kanada zeigen.[2][1] Aus phytosanitärer Sicht gilt die Pflanze als relativ widerstandsfähig, ist jedoch anfällig für spezifische Schädlinge wie Zwiebelmaden und Thripse. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) wird zur Befallsmanagement eine dreijährige Fruchtfolge sowie ein regelmäßiges Monitoring auf frühe Symptome empfohlen.[4] Abiotische Stressfaktoren, insbesondere Hitze und lange Tageslichtperioden, können physiologische Schäden wie das vorzeitige Schossen (Bolting) auslösen, was die Qualität der Blätter mindert.[1] Medizinisch ist die Art von Bedeutung, da ihre Extrakte antimikrobielle Eigenschaften gegen Erreger wie *Escherichia coli* aufweisen und bioaktive Verbindungen enthalten, die potenziell blutdruckregulierend und cholesterinsenkend wirken.[6][4] Gesundheitliche Relevanz besteht zudem durch das allergene Potenzial; bei sensibilisierten Personen können Symptome wie Nesselsucht, Atemwegsbeschwerden oder Magen-Darm-Probleme auftreten. Ein übermäßiger Verzehr kann aufgrund der enthaltenen Schwefelverbindungen zu Sodbrennen führen. Ökologisch betrachtet fungiert die Pflanze als Nützling, da ihre Blütenstände Bestäuber wie Bienen anziehen.[1] Hinsichtlich des Naturschutzes gilt die Art global als nicht bedroht, jedoch ist der Status wilder Populationen im Ursprungsgebiet aufgrund historischer Übernutzung teilweise unklar.[4]

Biologie & Lebenszyklus

*Allium fistulosum* ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Amaryllidaceae, die Wuchshöhen von 30 bis 90 cm erreicht.[4][1] Sie bildet dichte Horste aus länglichen, unterirdischen Basen, die kaum dicker als die Stängel sind und im Gegensatz zu *Allium cepa* keine echten Zwiebeln formen. Das Wurzelsystem besteht aus faserigen, schnurartigen Wurzeln, die die Pflanze flach im Boden verankern.[1] Die röhrenförmigen, hohlen Blätter wachsen fächerförmig, erreichen Längen bis zu 60 cm und besitzen eine wachsartige, blaugrüne Oberfläche.[4][1] Der Lebenszyklus beginnt mit dem Austrieb im zeitigen Frühjahr, gefolgt von einem raschen Blattwachstum zur Erreichung der Erntereife.[1] In milden Klimazonen bleibt das Laub ganzjährig grün (immergrün), während die Pflanze in kälteren Regionen im Spätherbst in eine Ruhephase (Dormanz) eintritt.[1][4] Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Zonen von Mai bis August. Auf blattlosen, hohlen Schäften entwickeln sich kugelförmige Dolden mit 50 bis 100 kleinen, zwittrigen Blüten, die weiß bis blasslila gefärbt sind.[1] Die Bestäubung erfolgt durch Insekten wie Bienen, wobei die Art selbstkompatibel ist, jedoch unter Inzuchtdepression leiden kann.[1][4] Die Vermehrung erfolgt primär vegetativ durch Teilung der Horste über kurze Rhizome oder bei manchen Varietäten durch Brutzwiebeln im Blütenstand.[1] Physiologisch zeichnet sich *A. fistulosum* durch eine hohe Kältetoleranz bis ca. -35 °C oder -45 °C aus und verträgt nach der Etablierung moderate Trockenheit.[4][1] Ein vorzeitiges Schossen (Bolting) kann durch Langtagsbedingungen, Hitzestress oder Vernalisation ausgelöst werden, was die Blattqualität mindert.[1] Für optimales Wachstum benötigt die Pflanze sonnige bis halbschattige Standorte und gut durchlässige, fruchtbare Böden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,4.[4][5] Zu den biotischen Stressfaktoren zählen Zwiebelfliegen und Thripse, wobei die Art oft widerstandsfähiger ist als andere Zwiebelgewächse.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Allium fistulosum* liegt in den gemäßigten Regionen Ostasiens, insbesondere in Nordwest-China und Sibirien nahe dem Baikalsee.[3][1] Genetische und historische Belege deuten auf Domestizierungszentren in der Mongolei und dem russischen Fernen Osten hin, wobei die Art auch in Japan früh kultiviert wurde.[4] In ihrem natürlichen Habitat besiedelt die Pflanze Grasland, Wiesen sowie Waldränder und ist oft auf Alluvialböden entlang von Flussufern zu finden. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich in den gemäßigten Zonen bis auf Höhenlagen von 2.500 Metern.[2] Bereits im Mittelalter gelangte die Art über Handelsrouten durch Russland nach Europa und etablierte sich dort in verschiedenen landwirtschaftlichen Systemen.[4] Heute umfasst das weltweite Anbaugebiet neben Europa (z. B. Frankreich, Vereinigtes Königreich) auch Nordamerika, Südostasien (Thailand, Vietnam) und Südamerika.[4][1] In Jamaika wurde die Pflanze zwischen 1838 und 1917 durch ostindische Arbeiter eingeführt und ist dort mittlerweile fest in der lokalen Landwirtschaft verankert.[4] Verwilderte Populationen finden sich außerhalb des nativen Areals unter anderem in Alaska, Kanada und Teilen Koreas.[2][4] Die Pflanzen bevorzugen gut durchlässige, fruchtbare Lehmböden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,4.[1] Klimatisch gedeiht *Allium fistulosum* in gemäßigten bis tropischen Zonen und toleriert Kälte bis zu -45 °C.[3][1] Obwohl die Art global weit verbreitet ist, sind bestätigte Wildpopulationen im Ursprungsgebiet selten und unzureichend dokumentiert.[4]

Saisonalität & Aktivität

Der Lebenszyklus dieser ausdauernden Pflanze beginnt mit dem Austrieb im zeitigen Frühjahr, gefolgt von einer raschen Blattentwicklung. In gemäßigten Klimazonen erstreckt sich die Blütezeit von Mai bis August, wobei die Pflanzen kugelförmige Dolden ausbilden.[1] Das optimale Wachstum findet bei Temperaturen zwischen 15 und 25 °C statt.[5] Die Art ist äußerst kältetolerant und übersteht Temperaturen bis zu -45 °C, wobei sie in den USDA-Zonen 3 bis 9 winterhart ist.[1][5] In milden Klimazonen bleibt das Laub ganzjährig immergrün, während die Pflanze in kälteren Regionen im Spätherbst oder Winter in eine Ruhephase eintritt. Ein vorzeitiges Schossen (Bolting) kann durch Umweltfaktoren wie lange Tageslängen, Hitzestress oder Vernalisation ausgelöst werden.[1] Die Ernte der Blätter ist typischerweise 60 bis 90 Tage nach der Pflanzung möglich.[5] Als Überwinterungsstrategie nutzt die Pflanze ihre unterirdischen Strukturen, um im folgenden Frühjahr erneut auszutreiben.[1]

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/2857717
  2. http://floranorthamerica.org/Allium_fistulosum
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:528046-1
  4. https://prota.prota4u.org/protav8.asp?g=pe&p=Allium+fistulosum+L
  5. https://harvesttotable.com/how-to-grow-welsh-onions/
  6. https://www.mdpi.com/2073-4425/10/3/195
  7. https://ujamaaseeds.com/products/red-beard-bunching-onion
  8. Literaturzusammenfassung: Allium fistulosum