Der wissenschaftliche Name *Martes foina* wurde im Jahr 1777 von Johann Christian Polycarp Erxleben etabliert.[2][1] Taxonomisch gehört die Art zur Gattung *Martes* (Echte Marder) innerhalb der Familie der Mustelidae. Der Gattungsname leitet sich vom lateinischen Begriff *martes* ab, dessen etymologischer Ursprung im protogermanischen *marþraz* liegt.[2] Das Art-Epitheton *foina* bezieht sich auf die französische Bezeichnung *fouine*, die in romanischen Sprachen für diesen Marder verwendet wird. Im deutschen Sprachraum verdeutlicht der Name „Steinmarder“ die Habitatpräferenz für felsige oder urbane Strukturen im Gegensatz zum waldlebenden Baummarder (*Martes martes*). Ähnliche Assoziationen finden sich im Englischen („stone marten“) oder Französischen (*martre des pierres*).[1] Fossilfunde aus dem späten Pleistozän im Nahen Osten sowie morphologische Merkmale deuten auf *Martes vetus* als gemeinsamen Vorfahren von Stein- und Baummarder hin.[4] Genetische Untersuchungen ordnen *Martes foina* einer basalen Position innerhalb der Untergattung zu, die sich von anderen eurasischen Arten wie dem Zobel abgrenzt.[1] Die Art wird in 11 Unterarten unterteilt, wobei die Nominatform *M. f. foina* in Mittel- und Westeuropa verbreitet ist.[1] In der angewandten Klassifikation gilt der Steinmarder als gelegentlicher Materialschädling und Lästling, aber auch als Nützling durch die Jagd auf Schadnager.[3]
Der Steinmarder (*Martes foina*) ist ein kleiner, schlanker Marder mit einem langgestreckten Körper, kurzen Gliedmaßen und einem buschigen Schwanz.[1] Adulte Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 40 bis 53 cm, während der Schwanz etwa 21 bis 30 cm misst. Das Körpergewicht variiert je nach Alter und Geschlecht zwischen 1,0 und 2,5 kg. Das Fell ist grob und weist eine dunkelbraune bis blass graubraune Grundfärbung auf, wobei die Unterwolle weniger dicht ist als beim verwandten Baummarder (*Martes martes*). Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist der weiße, oft gabelförmig bis auf die Vorderbeine verlaufende Kehlfleck, der sich deutlich vom gelblichen Fleck des Baummarders unterscheidet.[1][3] Der Kopf trägt abgerundete Ohren ohne markante Haarpinsel und beherbergt ein Gebiss mit 38 Zähnen. Die Sohlen der Pfoten sind im Gegensatz zu denen des Baummarders kaum bis gar nicht behaart, was die Trittsicherheit auf unterschiedlichen Untergründen unterstützt. Es besteht ein Sexualdimorphismus, bei dem Männchen generell größer und schwerer sind als Weibchen.[1] Neugeborene Jungtiere sind Nesthocker, wiegen etwa 30 g bei einer Länge von 15 cm und kommen blind sowie nackt zur Welt. Die Augenöffnung erfolgt erst nach 34 bis 38 Tagen, während das Jugendfell oft einen graueren Ton als das der Adulten aufweist.[1][3] Zur sicheren Abgrenzung von verwechselbaren Arten dienen primär die Form und Farbe des Kehlflecks sowie die Nacktheit der Sohlenballen.[1]
Der Steinmarder (*Martes foina*) wird als gelegentlicher Materialschädling und Lästling klassifiziert, gilt jedoch aufgrund seiner effektiven Jagd auf Ratten und Mäuse gleichzeitig als Nützling.[3] Ein wirtschaftlicher Schwerpunkt der Schäden liegt im Kraftfahrzeugbereich, wo die Tiere durch territoriales Markierverhalten Zündkabel, Kühlwasserschläuche und Dämmmatten zerstören.[2][1] Allein in Deutschland wurden im Jahr 2014 durch Marder verursachte Kfz-Schäden auf über 64 Millionen Euro beziffert.[2] In Gebäuden führt die synanthrope Lebensweise zur Besiedlung von Dachböden und Hohlräumen, was Lärmbelästigung sowie hygienische Probleme durch Kot, Urin und eingetragene Nahrungsreste verursacht.[3][1] Zudem tritt der Steinmarder als Prädator in Geflügelställen auf, wo er durch den Tötungsreflex bei flüchtender Beute oft mehr Tiere tötet, als er verzehren kann. Gesundheitlich ist die Art als Vektor für Parasiten wie Würmer (*Toxocara* spp.) sowie für Infektionskrankheiten wie die Hundestaupe relevant.[3][1] Zur Prävention an Fahrzeugen haben sich technische Vorrichtungen etabliert, die mittels elektrischer Stromstöße oder Ultraschall eine Barriere im Motorraum erzeugen.[1] Ergänzend werden biologische Vergrämungsmittel eingesetzt, die durch Duftstoffe von natürlichen Feinden (z. B. Hundehaare oder spezifische Sekrete) eine Meidung des Areals bewirken sollen. Bauliche Maßnahmen an Häusern zielen darauf ab, Zugangswege wie lose Dachziegel oder Fassadenlücken mechanisch zu verschließen.[1] Der Steinmarder gehört in vielen Regionen zum jagdbaren Wild, wobei die Bestandsregulierung durch festgelegte Jagdzeiten erfolgt.[3][1] Da die Populationen stabil sind und die Art als nicht gefährdet gilt, fokussiert sich das Management primär auf die Abwehr in anthropogenen Konfliktzonen.[1]