Storchschnabel –Geranium robertianum
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Taxonomie
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Geraniales (Geraniales)
Familie
Geraniaceae
Gattung
Geranium
Art
Geranium robertianum
Wissenschaftlicher Name
Geranium robertianum L.
Akzeptierter Name
Einleitung
*Geranium robertianum* ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae), die typischerweise Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern erreicht. Ursprünglich in gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel beheimatet, wird die Art im pazifischen Nordwesten Nordamerikas als invasives Unkraut („noxious weed“) eingestuft, das durch dichte Bestandsbildung die heimische Vegetation verdrängt.[1][2] Die Pflanze verströmt bei Berührung einen starken, unangenehmen Geruch und lässt sich durch ihre 7 bis 14 Millimeter langen Kronblätter von der kleinblütigeren Verwechslungsart *Geranium pusillum* unterscheiden.[1][3]
Storchschnabel Bilder und Fotos von echten Sichtungen
8 AufnahmenBiologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von *Geranium robertianum* ist flexibel, verläuft jedoch meist zweijährig (winterannuell) oder seltener einjährig, wobei die Pflanze nach der Samenreife abstirbt (Monokarpie).[1][4] Die Keimung erfolgt primär vom Herbst bis zum Frühjahr, da die Samen eine kombinierte physische und physiologische Dormanz aufweisen und eine Nachreifezeit von mindestens zwei Monaten benötigen.[4] Im ersten Jahr bildet die Pflanze typischerweise eine basale Blattrosette, aus der im zweiten Jahr die verzweigten Blütenstängel wachsen.[1] Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis zum Herbst, wobei die zwittrigen Blüten leicht vormännlich (protandrisch) sind. Obwohl Selbstbestäubung genetisch dominiert und eine hohe Fruchtansatzrate (bis 96 %) sichert, tragen Insekten wie Bienen (*Bombus pascuorum*), Schwebfliegen und Schmetterlinge (*Pieris napi*) zur Fremdbestäubung bei.[4] Eine einzelne Pflanze produziert zwischen 50 und 1550 Samen, die durch einen explosiven Schleudermechanismus (Ballochorie) bis zu 6,5 Meter weit verbreitet werden.[1][4] Zusätzlich verfügen die Samen über klebrige Fäden für die Tierverbreitung (Epizoochorie) und Elaiosomen, die Ameisen zur weiteren Ausbreitung anlocken (Myrmekochorie).[4] Die Samenbank im Boden bleibt bis zu sechs Jahre lebensfähig, was eine opportunistische Besiedlung gestörter Habitate ermöglicht.[1] Physiologisch ist *Geranium robertianum* an nährstoffreiche Standorte angepasst (Ellenberg-Stickstoffzahl 6) und geht Symbiosen mit vesikulär-arbuskulären Mykorrhizapilzen wie *Glomus occultum* ein, um die Nährstoffaufnahme zu optimieren. Zu den Mortalitätsfaktoren zählen Nacktschnecken, die Keimblätter fressen, sowie spezialisierte Insektenlarven wie die der Minierfliege *Agromyza nigrescens* oder der Federmotte *Amblyptilia punctidactyla*.[4] Als Abwehr gegen Herbivoren nutzt die Pflanze chemische Stoffe wie Tannine und verströmt bei Berührung einen intensiven, moschusartigen Geruch aus ihren Drüsenhaaren.[4][2] Bei starker Sonneneinstrahlung oder Kälte akkumuliert die Pflanze Anthocyane, was zu einer markanten Rotfärbung der Stängel und Blätter führt.[1]
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen