Thripse durchlaufen eine unvollständige Metamorphose (Remetabolie), die jedoch untypische, ruhende Puppenstadien beinhaltet und die Phasen Ei, zwei Larvenstadien, Vorpuppe, Puppe und Imago umfasst.[1] Die nierenförmigen Eier werden bei der Unterordnung *Terebrantia* mittels eines sägeartigen Ovipositors einzeln in das Pflanzengewebe versenkt, während Vertreter der *Tubulifera* sie ohne Legestachel oberflächlich ablegen.[1][2] Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 16 Tagen schlüpfen die mobilen, flügellosen Larven, die sofort mit der Nahrungsaufnahme beginnen und zwei Stadien durchlaufen. Darauf folgen die nicht fressenden Stadien der Vorpuppe und Puppe, die sich meist im Boden oder in der Streuschicht verbergen, wobei einige Arten zur Verpuppung Seidenkokons spinnen. Die gesamte Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig und verkürzt sich bei optimalen Werten von 25 bis 30 °C auf nur 7 bis 14 Tage, während der Zyklus unter kühleren Bedingungen bis zu 30 Tage dauern kann. Aufgrund dieser raschen Entwicklung sind Thripse multivoltin und können im Freiland bis zu fünf, in Gewächshäusern sogar 12 bis 15 Generationen pro Jahr hervorbringen. Adulte Weibchen leben typischerweise zwei bis vier Wochen, während Männchen eine kürzere Lebensspanne von ein bis drei Wochen aufweisen. Die Ernährung erfolgt über asymmetrische Mundwerkzeuge, bei denen der linke Mandibel das Gewebe aufreißt, um anschließend mit stilettartigen Maxillen den Zellsaft aufzusaugen. Das Nahrungsspektrum reicht von Pflanzensäften (Phytophagie) und Pollen bis hin zu Pilzhyphen (Mykophagie) oder kleinen Arthropoden bei räuberischen Arten. Viele phytophage Arten sind auf Pollen als Proteinquelle angewiesen, um ihre Fertilität zu steigern, wobei Larven und Adulte oft ähnliche Nahrungsquellen nutzen.[1] Zur Optimierung der Nährstoffaufnahme beherbergen einige Spezies, wie der Kalifornische Blütenthrips (*Frankliniella occidentalis*), symbiotische Bakterien (z. B. *Erwinia*) im Darm, die das Wachstum auf suboptimalen Wirtspflanzen fördern.[1] Eine physiologische Besonderheit ist die Vektor-Kompetenz für Tospoviren: Nur Larven im ersten Stadium können das Virus aufnehmen, das sich im Insekt vermehrt und lebenslang von den Adulten übertragen wird.[7] In gemäßigten Klimazonen überbrücken viele Arten den Winter in einer Diapause, meist als Ei oder Puppe, um ungünstige Umweltbedingungen zu überstehen.[1] Innerhalb der Familie Phlaeothripidae entwickelten einige gallenbildende Arten Eusozialität mit spezialisierten Soldatenkasten zur Verteidigung der Kolonie. Die innerartliche Kommunikation und Paarungsfindung wird häufig durch Aggregationspheromone oder, bei Gefahr, durch Alarmpheromone gesteuert.[2]