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Thripse Thysanoptera

Thripse
Mittleres Risiko Allergen Kann beißen Krankheitsüberträger Physische Gefahr Kann stechen

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Thysanoptera (Thysanoptera)
Art Thysanoptera
Wissenschaftlicher Name Thysanoptera
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Thripse** (Singular und Plural gleich) oder **Fransenflügler** (*Thysanoptera*) bilden eine Ordnung winziger, meist 1–2 mm langer Insekten, die durch schmale, mit langen Haarfransen besetzte Flügel charakterisiert sind. Diese zur Überordnung *Paraneoptera* zählende Gruppe umfasst weltweit etwa 7.700 beschriebene Arten, die taxonomisch in die Unterordnungen *Terebrantia* und *Tubulifera* gegliedert werden.[1][2] Während viele Vertreter als bedeutende Agrarschädlinge und Vektoren von Pflanzenviren (z. B. Tospoviren) fungieren, treten andere Arten als Bestäuber auf oder ernähren sich räuberisch von Milben. Umgangssprachlich oft als „Gewittertierchen“ bezeichnet, werden sie aufgrund ihrer Geringfügigkeit häufig mit Blattläusen verwechselt, grenzen sich jedoch durch ihre einzigartigen asymmetrischen Mundwerkzeuge von diesen ab.[2][1]

Biologie & Lebenszyklus

Thripse durchlaufen eine unvollständige Metamorphose (Remetabolie), die jedoch untypische, ruhende Puppenstadien beinhaltet und die Phasen Ei, zwei Larvenstadien, Vorpuppe, Puppe und Imago umfasst.[1] Die nierenförmigen Eier werden bei der Unterordnung *Terebrantia* mittels eines sägeartigen Ovipositors einzeln in das Pflanzengewebe versenkt, während Vertreter der *Tubulifera* sie ohne Legestachel oberflächlich ablegen.[1][2] Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 16 Tagen schlüpfen die mobilen, flügellosen Larven, die sofort mit der Nahrungsaufnahme beginnen und zwei Stadien durchlaufen. Darauf folgen die nicht fressenden Stadien der Vorpuppe und Puppe, die sich meist im Boden oder in der Streuschicht verbergen, wobei einige Arten zur Verpuppung Seidenkokons spinnen. Die gesamte Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig und verkürzt sich bei optimalen Werten von 25 bis 30 °C auf nur 7 bis 14 Tage, während der Zyklus unter kühleren Bedingungen bis zu 30 Tage dauern kann. Aufgrund dieser raschen Entwicklung sind Thripse multivoltin und können im Freiland bis zu fünf, in Gewächshäusern sogar 12 bis 15 Generationen pro Jahr hervorbringen. Adulte Weibchen leben typischerweise zwei bis vier Wochen, während Männchen eine kürzere Lebensspanne von ein bis drei Wochen aufweisen. Die Ernährung erfolgt über asymmetrische Mundwerkzeuge, bei denen der linke Mandibel das Gewebe aufreißt, um anschließend mit stilettartigen Maxillen den Zellsaft aufzusaugen. Das Nahrungsspektrum reicht von Pflanzensäften (Phytophagie) und Pollen bis hin zu Pilzhyphen (Mykophagie) oder kleinen Arthropoden bei räuberischen Arten. Viele phytophage Arten sind auf Pollen als Proteinquelle angewiesen, um ihre Fertilität zu steigern, wobei Larven und Adulte oft ähnliche Nahrungsquellen nutzen.[1] Zur Optimierung der Nährstoffaufnahme beherbergen einige Spezies, wie der Kalifornische Blütenthrips (*Frankliniella occidentalis*), symbiotische Bakterien (z. B. *Erwinia*) im Darm, die das Wachstum auf suboptimalen Wirtspflanzen fördern.[1] Eine physiologische Besonderheit ist die Vektor-Kompetenz für Tospoviren: Nur Larven im ersten Stadium können das Virus aufnehmen, das sich im Insekt vermehrt und lebenslang von den Adulten übertragen wird.[7] In gemäßigten Klimazonen überbrücken viele Arten den Winter in einer Diapause, meist als Ei oder Puppe, um ungünstige Umweltbedingungen zu überstehen.[1] Innerhalb der Familie Phlaeothripidae entwickelten einige gallenbildende Arten Eusozialität mit spezialisierten Soldatenkasten zur Verteidigung der Kolonie. Die innerartliche Kommunikation und Paarungsfindung wird häufig durch Aggregationspheromone oder, bei Gefahr, durch Alarmpheromone gesteuert.[2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Germany

    15.01.2026

  • Wiesbaden, Hesse, Deutschland

    05.01.2026

  • Göttingen, Lower Saxony, Deutschland

    08.12.2025

  • Deutschland

    07.12.2025

  • Germany

    30.11.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

WO-2022123596-A1 Chemical Anmeldung

Biopestizidzusammensetzung enthaltend neuartige Nonanoatester von Zuckern und Zuckeralkoholen zur Bekämpfung von Lepidoptera-, Hemiptera- und Thysanoptera-Insekten

Fertis India Pvt Ltd. (2021)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Es werden neuartige Nonanoatester auf Zuckerbasis vorgestellt, die als Biopestizide wirken. Diese Ester zeigen insektizide Eigenschaften gegen Thripse sowie andere Insektenordnungen. Die Formulierung gilt als umweltfreundlicher als viele synthetische Alternativen. Sie kombiniert chemische Synthese mit biologisch basierten Ausgangsstoffen.

CN-107183056-A Chemical Unbekannt

Eine Art Suspensions-Saatgutbehandlungsmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Lissorhoptrus oryzophilus Kuschel und dessen Anwendung

Jiangsu Lvdun Plant Prot Agrochemical Experimental Company Ltd., Zhenjiang Agricultural Science Institute of Jiangsu Hilly Areas (2017)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine Saatgutbeize aus Imidacloprid und Chlorantraniliprol (Rynaxypyr). Obwohl primär gegen den Reiswasserrüsselkäfer gerichtet, wird eine explizite Wirkung gegen Reisthripse hervorgehoben. Die Kombination zeigt synergistische Effekte und eine lange Wirkdauer. Dies schützt die jungen Reispflanzen effektiv in der kritischen Phase.

CN-107156153-A Chemical Unbekannt

Eine Art der Anwendung zur Saatgutbehandlung enthaltend Chlorantraniliprol zur Vorbeugung und Behandlung von Reisschädlingen

Jiangsu Lvdun Plant Prot Agrochemical Experimental Company Ltd., Zhenjiang Agricultural Science Institute of Jiangsu Hilly Areas (2017)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Eine Kombination aus Chlorantraniliprol und Triflumezopyrim wird zur Saatgutbehandlung bei Reis eingesetzt. Die Mischung wirkt gegen ein Spektrum von Schädlingen, darunter spezifisch Reisthripse. Durch die Behandlung des Saatguts wird der Arbeitsaufwand für spätere Spritzungen reduziert. Die Methode bietet langanhaltenden Schutz.

EP-2914572-A1 Behavioral Unbekannt

Verfahren zur Überwachung und/oder Bekämpfung von Thysanoptera

University of Keele (2013)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Diese Erfindung nutzt spezifische verhaltensmodifizierende Verbindungen (Alkenyl-Derivate) zur Kontrolle von Thripsen. Die Substanzen werden in Ködern oder Fallen ausgebracht, um die Schädlinge anzulocken. Dies ermöglicht sowohl ein effektives Monitoring als auch eine direkte Bekämpfung (Mass-Trapping). Die Methode ist hochspezifisch und reduziert den Einsatz von Spritzmitteln.

GB-2513534-A Behavioral Unbekannt

Verwendung einer Verbindung zur Bekämpfung von Insekten

University of Swansea (2012)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Die Erfindung beschreibt die Verwendung von (S)-(-)-Verbenon zur Kontrolle von Thysanoptera. Der Wirkstoff wird in einer Vorrichtung (z.B. Dispenser) bereitgestellt, um das Verhalten der Insekten zu beeinflussen. Verbenon ist ein Semiochemikalie, die oft als Repellent oder Attraktans wirkt. Dies bietet einen biorationalen Ansatz zur Schädlingskontrolle.