Fakten (kompakt)
- Die Art besitzt einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 24 (n = 12), wobei in der Züchtung auch polyploide Formen zur Steigerung der Vitalität induziert werden. - Neben dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet haben sich naturalisierte Populationen im Südwesten der Vereinigten Staaten etabliert. - Die Blütenköpfe variieren im Durchmesser stark je nach Kultivar zwischen 2,5 und 15 cm (1 bis 6 Zoll). - Das Farbspektrum umfasst neben den bekannten Tönen auch Lavendel, Grün und Weiß, wobei die Blütenformen von einfach bis gefüllt reichen.[11] - Historisch gelangte die Pflanze im späten 18. Jahrhundert nach Europa, wobei die frühen Formen weniger farbenfroh waren als moderne Sorten. - Eine signifikante Beschleunigung der Züchtung und Erweiterung der Farbpalette fand in den 1920er Jahren statt. - Zu den modernen Züchtungen zählen die 1997 eingeführte 'Profusion'-Serie sowie 'Zahara'-Hybriden, die auf Krankheitsresistenz selektiert wurden. - Taxonomisch wird die Art der Tribus Heliantheae und der Subtribus Zinniinae zugeordnet, zu der auch die verwandte *Zinnia peruviana* zählt. - Die Blüten können zur Gewinnung eines gelben Farbstoffs verwendet werden. - Als Bestäuber treten neben Insekten auch Kolibris auf. - Für eine verfrühte Blüte wird eine Vorkultur im Innenraum etwa 4 bis 6 Wochen vor dem letzten Frost praktiziert. - Zur Düngung wird eine ausgewogene 20-20-20-Formel empfohlen, die zweimal pro Saison ausgebracht wird.[11]
Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Zinnia elegans*, wobei die Erstbeschreibung dem Botaniker Nikolaus Joseph von Jacquin zugeschrieben wird. Das Artepitheton *elegans* entstammt dem Lateinischen, bedeutet „elegant“ oder „anmutig“ und verweist auf das Erscheinungsbild der Blütenköpfe. Die Gattung *Zinnia* wurde bereits 1759 von Carl von Linné zu Ehren des deutschen Botanikers und Mediziners Johann Gottfried Zinn benannt. Historisch bedeutsam ist das Synonym *Zinnia violacea*, das 1791 von Antonio José Cavanilles anhand einer violett blühenden Variante beschrieben wurde. Obwohl dieser Name Priorität hätte, ist *Zinnia elegans* seit 2007 nomenklatorisch gegen das Basionym *Zinnia violacea* konserviert, um die etablierte Bezeichnung zu schützen. Die erste dokumentierte Sammlung in freier Wildbahn erfolgte 1789 durch Martín Sessé und José Mariano Mociño im mexikanischen Bundesstaat Guerrero.[5] Systematisch wird die Art der Familie der Korbblütler (Asteraceae) zugeordnet und steht dort innerhalb der Unterfamilie Asteroideae in der Tribus Heliantheae.[5][2] Sie gehört zur Subtribus Zinniinae und zeigt eine enge phylogenetische Verwandtschaft zur Art *Zinnia peruviana*. Zytogenetisch weist die Wildform einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 24 auf, wobei in der Züchtung auch tetraploide Linien existieren.[5] Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Zinnie gebräuchlich, während international auch Trivialnamen wie „common zinnia“ verwendet werden.[5][2]
Zinnia elegans ist eine einjährige, krautige Pflanze mit einem aufrechten bis halbaufrechten Wuchs, die typischerweise Wuchshöhen von 30 bis 90 cm, in Kulturformen auch bis zu 120 cm erreicht.[5][4] Die kräftigen, oft rötlich bis grün gefärbten Stängel sind kurz behaart (pubeszent) und verzweigen sich meist basal, was der Pflanze ein buschiges Erscheinungsbild verleiht.[5][2] Die gegenständig angeordneten Laubblätter sitzen sitzend oder fast sitzend am Stängel und umschließen diesen an den Knoten. Die Blattspreiten sind lanzettlich bis eiförmig, ganzrandig und messen typischerweise 5 bis 10 cm in der Länge sowie 2 bis 4 cm in der Breite. Charakteristisch ist die raue Textur der Blätter, bedingt durch Behaarung und starre Adern, wobei oft fünf Hauptadern von der Basis ausgehen. Die einzeln stehenden Blütenkörbe befinden sich an 2 bis 15 cm langen Blütenstielen und weisen einen Durchmesser von 3 bis 6 cm auf. Der halbkugelige Hüllkelch (Involucrum) besteht aus mehrreihigen, länglichen Hüllblättern und misst etwa 1,3 bis 2,5 cm im Durchmesser. In der Wildform umgeben 8 bis 21 Zungenblüten (Strahlenblüten) das Zentrum; ihre Ligulae sind breit oblanceolat, 1 bis 2,5 cm lang und oberseits meist purpur bis magenta oder rot-orange gefärbt. Die Unterseite der Zungenblüten zeigt oft eine gelb-grüne Färbung. Die zentrale Scheibe besteht aus über 100 bis 150 röhrenförmigen Scheibenblüten, deren gelbe Kronen (7–9 mm lang) durch schwarz-purpurne Lappen ein dunkles Zentrum bilden. Die Früchte sind 6 bis 10 mm lange Achänen, wobei die der Zungenblüten dreikantig und die der Scheibenblüten abgeflacht sind. Die Achänen besitzen schwache Rippen sowie ciliolate Ränder und weisen keinen oder einen stark reduzierten Pappus auf.[5] Zytogenetisch besitzt die Art einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 24, wobei bei Kulturformen auch Tetraploidie (2n = 48) vorkommt.[2] Von der verwandten Art *Zinnia haageana* unterscheidet sich *Z. elegans* durch die meist größeren Blütenstände, während *Z. haageana* typischerweise kleinere, zweifarbige Blütenköpfe aufweist.[5]
Zinnia elegans gilt primär als wertvoller Nützling, der Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge sowie Prädatoren wie Marienkäfer fördert, tritt jedoch in landwirtschaftlichen Kulturen vereinzelt als Unkraut auf.[4][3] Zur chemischen Bekämpfung von Z. elegans in Mais- oder Weizenfeldern werden spezifische Herbizide wie Phenylisoxazolin- oder Triazinon-Verbindungen eingesetzt.[4] Im Zierpflanzenbau ist die Art hingegen anfällig für Schädlinge, wobei saugende Insekten wie Blattläuse (Myzus persicae), Spinnmilben (Tetranychus urticae) und Weiße Fliegen dominieren. Befallssymptome umfassen deformierte Blätter, Vergilbungen sowie Honigtauausscheidungen, die Rußtaupilze begünstigen.[3] Kaufressende Schädlinge wie der Japankäfer (Popillia japonica) und Ohrwürmer (Forficula auricularia) verursachen Skelettierfraß oder lochförmige Schäden an Blüten und Laub.[3][4] Ein bedeutendes phytopathologisches Problem stellt der Echte Mehltau (Golovinomyces latisporus) dar, der sich durch weißen Belag auf Blättern zeigt und durch hohe Luftfeuchtigkeit bei schlechter Zirkulation gefördert wird.[8][4] Weitere Krankheiten sind Blattflecken durch Alternaria zinniae, Bakterienwelke sowie Wurzelfäule, die primär durch Staunässe entsteht.[2][8] Präventive Maßnahmen im Rahmen des Integrierten Pflanzenschutzes (IPM) umfassen weite Pflanzabstände zur Belüftung und die Vermeidung von Überkopfberegnung.[3] Die Züchtung resistenter Sortengruppen wie 'Profusion' oder 'Zahara' hat die Anfälligkeit gegenüber Mehltau signifikant reduziert.[10] Das Monitoring erfolgt durch visuelle Kontrollen auf Beläge und Insektenkolonien sowie den Einsatz von Gelbtafeln gegen Weiße Fliegen.[3] Biologische Bekämpfungsstrategien nutzen Nützlinge wie Schlupfwespen oder Raubmilben (Phytoseiulus persimilis).[3][2] Physikalische Methoden beinhalten das Abspülen von Läusen mit Wasserstrahlen oder das manuelle Absammeln von Käfern.[3] Chemisch können bei starkem Befall schwefelhaltige Fungizide oder insektizide Seifen appliziert werden.[3][4] Ökologisch fungiert Z. elegans zudem als Fangpflanze (Trap Crop), um Schädlinge wie Japankäfer von anderen Kulturen abzulenken.[2] Medizinische Anwendungen als Tee sind ethnobotanisch bekannt, jedoch wissenschaftlich nicht verifiziert, während die Blütenblätter als essbare Dekoration genutzt werden.[4]