Fakten (kompakt)
- *Cymbopogon citratus* wird vegetativ durch Wurzeltrennung oder Stängelstecklinge vermehrt und bildet so ausgedehnte Klumpen, die bis zu 1,2 Meter breit werden können. - Das ätherische Öl von *Cymbopogon citratus* macht 0,2–0,5 % seiner Zusammensetzung aus und wird von Citral (mit den Isomeren Geranial und Neral, insgesamt 65–100 %) dominiert. - Neben Citral enthält das ätherische Öl von *Cymbopogon citratus* auch andere Verbindungen wie Terpene und Alkohole.[3] - *Cymbopogon citratus* enthält Flavonoide (z. B. Luteolin, Quercetin) und Phenole, die ihm sein charakteristisches Zitrusaroma verleihen. - In der traditionellen Medizin wird *Cymbopogon citratus* seit über 2.000 Jahren zur Behandlung von Verdauungsproblemen, Fieber, Entzündungen und Infektionen eingesetzt. - Wissenschaftliche Studien unterstützen die pharmakologischen Aktivitäten von *Cymbopogon citratus*, einschließlich antibakterieller, antimykotischer, antidiarrhoischer, entzündungshemmender und blutdrucksenkender Wirkungen. - *Cymbopogon citratus* zeigt Potenzial in der Phytosanierung zur Aufnahme von Schwermetallen wie Blei und Cadmium aus kontaminierten Böden.[3] - Innerhalb der Gattung *Cymbopogon* unterscheidet sich *C. citratus* (Westindisches Zitronengras) von dem verwandten *Cymbopogon flexuosus* (Ostindisches Zitronengras) hauptsächlich durch seine tetraploide Chromosomenzahl (2n=40).[3] - Das ätherische Öl von *C. citratus* weist höhere Myrcen-Werte neben Citral auf, was zu seinem einzigartigen Chemotyp beiträgt.[3]
*Cymbopogon citratus*, allgemein bekannt als Zitronengras, ist eine tropische, ausdauernde Grasart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae).[1] Die Art wurde ursprünglich 1813 als *Andropogon citratus* von DC. beschrieben und 1906 von Otto Stapf in die Gattung *Cymbopogon* umklassifiziert.[1] Synonyme umfassen *Andropogon citratus* (DC. ex Nees) und *Cymbopogon citratus* (DC. ex Nees) Stapf. Der Gattungsname *Cymbopogon* leitet sich von den griechischen Wörtern *kymbe* (Boot) und *pogon* (Bart) ab, was sich auf die bootsförmigen Hüllblätter und das bärtige Aussehen der Blütenstände bezieht. Das Artepitheton *citratus* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „zitronenartig“. Es bezieht sich auf den zitrusartigen Duft der Pflanze. Im Deutschen ist die Pflanze als Zitronengras bekannt. Im Englischen wird sie hauptsächlich als Lemongrass oder Citronella Grass bezeichnet. Regionale Namen sind beispielsweise Tanglad auf den Philippinen, Serai in Malaysia und Indonesien, Takrai in Thailand und Hierba Luisa in Lateinamerika. In der Karibik ist sie als Fever Grass bekannt. *Cymbopogon citratus* wird auch als Westindisches Zitronengras bezeichnet, um es von *Cymbopogon flexuosus* (Ostindisches Zitronengras) zu unterscheiden.[1]
*Cymbopogon citratus*, bekannt als Zitronengras, ist ein mehrjähriges Gras aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Es bildet dichte Büschel durch kurze Rhizome und zahlreiche Seitentriebe, wobei die Halme eine Höhe von 1–2 Metern erreichen. Die Pflanze wächst in dichten Horsten mit aufrechten, kräftigen Stängeln, die aus überlappenden Blattscheiden an der Basis entstehen und so Scheinstämme bilden. Das Wurzelsystem besteht aus dichtem, faserigem Wurzelwerk, das aus den kurzen Rhizomen austritt und so die vegetative Ausbreitung und Stabilität im Boden ermöglicht. Die Blätter sind linealisch und grasartig, bis zu 90 cm lang und 0,65–2 cm breit, wobei sie sich zur Blattscheide hin verjüngen und eine parallele Nervatur mit einer deutlichen Mittelrippe aufweisen. Die Blattränder sind ganzrandig und rau, die Farbe ist hellgrün bis blaugrün. Die Blattscheiden sind kahl und überlappen sich eng, wodurch abgeflachte Fächer entstehen, die im Alter aufklaffen. Ein charakteristisches Merkmal ist der starke Zitrus- oder Zitronenduft, der beim Zerreiben der Blätter freigesetzt wird und auf die enthaltenen flüchtigen Öle zurückzuführen ist. Das Blatthäutchen (Ligula) ist eine kurze, gestutzte Membran ohne Zilien, typischerweise 0,5–2 mm lang. Der Blütenstand wird selten ausgebildet, besonders nicht bei Kultivierung außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets, wo er oft steril ist. Wenn ein Blütenstand vorhanden ist, besteht er aus einer lockeren, nickenden Rispe von bis zu 60 cm Länge, die von Hüllblättern (Spatheolen) umgeben ist und paarweise Äste mit quirlförmigen Ährchen aufweist. Die Hauptachse misst 30–40 cm, mit zurückgebogenen Ästen von 1–2,5 cm Länge, die jeweils heterogame Ährchenpaare tragen: ein sitzendes, fertiles Ährchen (5–6 mm lang) und ein gestieltes, steriles Begleitährchen (4–6 mm lang), beide typischerweise ohne Grannen oder mit kurzen Grannen bis zu 2 mm. Die Chromosomenzahl beträgt 2n=20.[1]
*Cymbopogon citratus*, bekannt als Zitronengras, ist vielseitig einsetzbar und hat sowohl positive als auch potenziell negative Auswirkungen. Einerseits ist es bekannt für seine kulinarischen und medizinischen Anwendungen. Andererseits kann es in bestimmten Kontexten als potenziell invasiv betrachtet werden. Zitronengras wird häufig als natürliches Insektenschutzmittel verwendet, insbesondere gegen Mücken wie *Aedes aegypti*. Das ätherische Öl von Zitronengras enthält Citral und Geraniol, die abschreckende Eigenschaften haben. Feldversuche haben gezeigt, dass eine Konzentration von 0,33 μl/cm² bis zu 98,8 % Schutz vor Mückenstichen bieten kann. Es wird auch als Begleitpflanze in der Landwirtschaft eingesetzt, um Schädlinge wie Blattläuse und Weiße Fliegen von Nutzpflanzen wie Tomaten fernzuhalten.[1] In der traditionellen Medizin wird *C. citratus* seit langem zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt, darunter Verdauungsprobleme, Fieber und Entzündungen. Studien haben entzündungshemmende, angstlösende und blutzuckersenkende Wirkungen gezeigt. Das ätherische Öl wird in der Aromatherapie zur Förderung der Entspannung und zur Linderung von Entzündungen verwendet. Obwohl Zitronengras viele Vorteile hat, kann es in einigen Regionen invasiv sein. Sein schnelles Wachstum und die Fähigkeit, dichte Klumpen zu bilden, können einheimische Pflanzen verdrängen. In Hawaii wird es als potenziell invasiv eingestuft und es wird empfohlen, es nicht in natürlichen Gebieten anzupflanzen. Das ätherische Öl von Zitronengras kann bei manchen Menschen Hautreizungen verursachen, und die Einnahme während der Schwangerschaft wird aufgrund möglicher Auswirkungen auf die Gebärmutter nicht empfohlen. Zur Prävention von Schäden durch Zitronengras ist es wichtig, sein Wachstum zu kontrollieren und eine Ausbreitung in unerwünschte Gebiete zu verhindern. Regelmäßiges Beschneiden und Entfernen von Ausläufern kann helfen, seine Ausbreitung einzudämmen. In Gebieten, in denen es als invasiv gilt, sollten alternative, nicht-invasive Pflanzen in Betracht gezogen werden. Bei der Verwendung von Zitronengrasöl ist es ratsam, es zu verdünnen und vor der großflächigen Anwendung an einer kleinen Hautstelle zu testen. Die Überwachung des Pflanzenbestands und die frühzeitige Erkennung von übermäßigem Wachstum sind entscheidend für ein effektives Management. In Bezug auf die Schädlingsbekämpfung kann Zitronengras selbst zur Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden. Es gibt jedoch keine spezifischen rechtlichen Aspekte oder Quarantänebestimmungen für *Cymbopogon citratus*. Die integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) kann durch den strategischen Einsatz von Zitronengras als Repellent in Kombination mit anderen biologischen und kulturellen Kontrollmethoden erreicht werden.[1]