Fakten (kompakt)
- Für ein optimales Wachstum benötigt die Art eine jährliche Niederschlagsmenge zwischen 600 und 1.500 mm. - Die Ernte von Sommerkürbissen erfolgt im unreifen Zustand bereits nach etwa 50 Tagen, während Winterkürbisse erst nach rund 120 Tagen Reifezeit geerntet werden. - Traditionelle medizinische Anwendungen nutzen Pflanzenteile als Diuretikum oder als Anthelminthikum zur Bekämpfung von Bandwürmern. - Der Erhaltungsstatus der Art wird aufgrund der weiten Verbreitung als sicher (G4) eingestuft. - In der Kultur erreichen die Pflanzen typischerweise eine Wuchshöhe von 30 bis 76 cm bei einer Breite von 61 bis 91 cm. - Im Vergleich zu wilden Vorfahren weisen domestizierte Formen oft eine reduzierte Stacheligkeit an Stängeln und Blättern auf. - Die Blattstiele (Petiolen) sind gefurcht und erreichen Längen zwischen 6 und 24 cm. - Neben dunkelgrünen Blättern treten bei verschiedenen Kultivaren auch gelb-grüne Färbungen oder grau-grüne Zeichnungen auf.[8] - Taxonomisch werden unter anderem die Varietäten *C. pepo* var. *pepo* (Feldkürbisse) und *C. pepo* var. *ovifera* (Zierkürbisse) unterschieden.[8]
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Cucurbita pepo* erfolgte 1753 durch Carl von Linné in dessen Werk *Species Plantarum*.[2] Der Gattungsname *Cucurbita* leitet sich vom lateinischen Wort für 'Kürbis' (ursprünglich bezogen auf den Flaschenkürbis) ab, während das Art-Epitheton *pepo* auf das griechische *pepōn* (reif oder große Melone) zurückgeht.[4] Taxonomisch wird die Art der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und der Ordnung der Kürbisartigen (Cucurbitales) zugeordnet.[2] Historisch wurden bestimmte kultivierte Linien unter Synonymen wie *Cucurbita melopepo* L. und flaschenförmige Varianten als *Cucurbita ovifera* L. geführt, bevor sie in der modernen Systematik zusammengefasst wurden.[4] Die Art wird heute in drei Hauptunterarten unterteilt: *C. pepo* subsp. *pepo* (Kultursorten wie der Gartenkürbis), *C. pepo* subsp. *ovifera* (Zierkürbisse) und die wilde *C. pepo* subsp. *fraterna*. Innerhalb dieser Unterarten existieren acht Kultivargruppen, darunter die Zucchini-, Pumpkin- und Scallop-Gruppe (Patisson), die auf der enormen morphologischen Vielfalt der Früchte basieren.[2] Im deutschen Sprachraum ist die Art allgemein als Gartenkürbis bekannt, wobei spezifische Bezeichnungen wie Zucchini für die unreif geernteten Sommerkürbisse oder Zierkürbis für hartschalige Varianten dominieren.[1] Der Begriff 'Zucchini' etablierte sich im Zusammenhang mit der kulinarischen Nutzung der jungen Früchte, die im 16. Jahrhundert in Italien als neues Gemüse populär wurden.[2]
Cucurbita pepo ist eine einjährige, krautige Pflanze, die typischerweise als kriechende oder kletternde Ranke wächst, wobei kultivierte Formen oft einen buschigen Habitus annehmen.[2][1] Die charakteristisch fünf-kantigen Stängel sind rau und mit steifen Borstenhaaren (setos) bedeckt. Sie erreichen Längen von 0,3 bis 3 Metern und bilden verzweigte Ranken zur Unterstützung aus, die an den Knoten wurzeln können.[1] Die wechselständigen Blätter sind handförmig gelappt mit drei bis fünf dreieckigen Lappen und gesägten Rändern.[2] Die Blattspreite misst 20 bis 35 cm in der Breite und bis zu 30 cm in der Länge, wobei die Oberfläche rau behaart ist und die Farbe von Dunkelgrün bis Gelbgrün variiert, gelegentlich mit graugrünen Zeichnungen. Die 6 bis 24 cm langen Blattstiele sind gefurcht und ebenfalls borstig behaart.[1] Die Art ist monözisch, bildet also getrennte männliche und weibliche Blüten auf derselben Pflanze aus, die hellgelb bis orange leuchten und 5 bis 10 cm im Durchmesser messen. Männliche Blüten sitzen auf langen, schlanken Stielen, während weibliche Blüten durch einen unterständigen Fruchtknoten unterhalb der Blütenblätter erkennbar sind.[2] Die Früchte sind botanisch als Panzerbeeren (Pepos) klassifiziert und variieren morphologisch extrem stark zwischen den Sortengruppen. Während Zucchini-Typen meist länglich und 10 bis 20 cm lang sind, können Kürbis-Varietäten massive, sphärische Formen mit einem Gewicht von bis zu 50 kg erreichen. Die Fruchthaut reicht von weich und essbar bei Sommerkürbissen bis zu einer harten, lederartigen Rinde bei Winterkürbissen.[1] Im Inneren befinden sich flache, ovale Samen von typischerweise 1 bis 2 cm Länge mit einer glatten, papierartigen Schale.[2] Domestizierte Formen zeichnen sich im Vergleich zu wilden Vorfahren oft durch eine reduzierte Stacheligkeit an Stängeln und Blättern sowie proportional größere vegetative Strukturen aus.[1] Morphologisch lassen sich Unterarten unterscheiden, wobei C. pepo subsp. fraterna kleine, bittere Früchte bildet, während C. pepo subsp. pepo und C. pepo subsp. ovifera vergrößerte, fleischige Früchte aufweisen.[1] Neuere Züchtungen weisen teils parthenokarpe Eigenschaften auf, entwickeln also Früchte ohne Befruchtung, oder zeigen verlängerte Internodien für den geschützten Anbau.[5]
Cucurbita pepo ist primär eine wirtschaftlich bedeutende Kulturpflanze, tritt jedoch in warmen Regionen gelegentlich als verwilderter Kulturflüchtling auf, wobei das invasive Potenzial im Vergleich zu anderen Neophyten als gering gilt.[1][2] Zu den bedeutendsten Schädlingen gehören der Kürbisbohrer (*Melittia cucurbitae*), dessen Larven Stängel aushöhlen und zum Absterben der Pflanze führen, sowie Kürbiswanzen (*Anasa tristis*), die durch Saugtätigkeit Welke verursachen und Krankheiten übertragen. Gurkenkäfer (*Acalymma vittatum*) schädigen Laub und Blüten und fungieren als Vektoren für die Bakterienwelke (*Erwinia tracheiphila*). Pilzliche Pathogene wie Echter Mehltau (*Podosphaera xanthii*) und Falscher Mehltau (*Pseudoperonospora cubensis*) führen oft zu massiven Blattverlusten und Ertragseinbußen. Das durch Blattläuse übertragene Zucchini-Gelbmosaikvirus (ZYMV) verursacht deformierte Früchte und verringerte Pflanzenvitalität.[2] Präventiv ist eine Fruchtfolge von drei bis fünf Jahren essenziell, um Nährstoffverarmung und die Anreicherung bodenbürtiger Pathogene zu verhindern. Neuere mechanische Schutzmaßnahmen umfassen teleskopartige Hüllen für Setzlinge, die mit Wirkstoffen angereichert sind, um Wurzelfäule physikalisch und chemisch abzuwehren. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) werden Fangpflanzen eingesetzt, um Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) biologisch zu kontrollieren und den Pestizideinsatz zu minimieren. Saatgutbehandlungen mit Pflanzenextrakten und Fungiziden stärken die Keimkraft und schützen vor früher Keimlingsfäule.[5] Der chemische Einsatz von Neonicotinoiden ist kritisch abzuwägen, da diese Rückstände in Pollen bilden und spezialisierte Bestäuber wie die Kürbisbiene (*Peponapis pruinosa*) gefährden.[7] Züchterische Innovationen zielen auf die Überexpression spezifischer Transkriptionsfaktoren zur Erhöhung der Kälteresistenz sowie auf parthenokarpe Sorten für den geschützten Anbau ohne Bestäuber.[5] Medizinisch relevant sind die Samen, die traditionell als Anthelminthikum gegen Bandwürmer sowie zur Linderung von Prostatabeschwerden genutzt werden.[1]