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Wärmebildkamera Schimmel
Februar 13, 2026 Philipp Silbernagel

Wärmebildkamera Schimmel

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Schimmel in Wohnräumen ist weit mehr als nur ein ästhetisches Ärgernis; er stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Bausubstanz und vor allem für die Gesundheit der Bewohner dar. Oft bemerkt man den Befall erst, wenn sich schwarze Flecken an der Tapete zeigen oder ein modriger Geruch in der Luft liegt. Doch die Ursachen für Schimmelbildung – insbesondere Feuchtigkeit und Kältebrücken – bleiben für das bloße Auge meist unsichtbar, bis es zu spät ist. Hier kommt die moderne Thermografie ins Spiel. Eine Wärmebildkamera macht Temperaturunterschiede auf Oberflächen sichtbar und deckt gnadenlos jene Schwachstellen auf, an denen Kondenswasser entsteht und Schimmelpilze ideale Wachstumsbedingungen finden. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie, wie Sie diese Technologie nutzen, um Ihr Zuhause proaktiv zu schützen und versteckte Mängel aufzuspüren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Früherkennung: Wärmebildkameras visualisieren Kältebrücken (Wärmebrücken), bevor Schimmel mit bloßem Auge sichtbar wird.
  • Ursachenforschung: Sie helfen zu unterscheiden, ob Baumängel (Isolierung) oder falsches Lüftungsverhalten die Ursache für Feuchtigkeit sind.
  • Kritische Temperatur: Schimmel droht bereits bei einer relativen Oberflächenfeuchte von 80 %, was oft schon bei ca. 12,6 °C Oberflächentemperatur (bei Standard-Raumbedingungen) der Fall ist.
  • Zerstörungsfrei: Die Untersuchung erfolgt berührungslos und ohne Eingriffe in die Bausubstanz.
  • Kombination ist Pflicht: Für eine valide Diagnose sollte die Thermografie immer mit einer Messung der Luftfeuchtigkeit (Hygrometer) kombiniert werden.

Die Physik hinter dem Schimmel: Warum Wärmebildkameras funktionieren

Um zu verstehen, wie eine Wärmebildkamera bei der Schimmeldetektion hilft, muss man zunächst die physikalischen Bedingungen verstehen, die Schimmelwachstum begünstigen. Schimmelpilze benötigen zum Wachsen vor allem Feuchtigkeit. In Innenräumen entsteht diese Feuchtigkeit häufig nicht durch direkte Wasserschäden (wie Rohrbruch), sondern durch Kondensation (Tauwasserbildung).

Warme Raumluft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft. Trifft warme, feuchte Raumluft auf eine kalte Wandoberfläche, kühlt die Luft dort ab. Kann die Luft die Feuchtigkeit nicht mehr halten, kondensiert das Wasser an der Wand. Dies ist exakt das gleiche Prinzip wie bei einer kalten Getränkeflasche, die im Sommer "schwitzt".

Wärmebrücken sichtbar machen

Eine Wärmebildkamera misst die Infrarotstrahlung, die von Objekten ausgeht, und wandelt diese in ein sichtbares Farbbild um. Kalte Stellen erscheinen meist blau oder violett, warme Stellen rot oder gelb. Bereiche an der Außenwand, die deutlich kälter sind als die Umgebung, nennt man Wärmebrücken (umgangssprachlich oft Kältebrücken). Genau hier ist das Risiko für Kondenswasserbildung am höchsten.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Schimmelwachstum nicht erst bei sichtbarem Kondenswasser (100 % Feuchte) beginnt, sondern bereits, wenn die relative Luftfeuchtigkeit auf der Oberfläche über einen längeren Zeitraum 80 % überschreitet [1]. Die Wärmebildkamera identifiziert also nicht den Schimmel selbst, sondern die thermischen Risikozonen, in denen er zwangsläufig entstehen wird, wenn nicht gehandelt wird.

Achtung: Verdunstungskälte

Ein bereits feuchter Wandbereich erscheint im Wärmebild oft kälter als die trockene Umgebung, selbst wenn keine bauliche Wärmebrücke vorliegt. Der Grund ist die Verdunstungskälte. Wenn Wasser aus der Wand verdunstet, entzieht es der Oberfläche Energie (Wärme). Eine Wärmebildkamera kann somit auch helfen, bereits durchfeuchtete Stellen (z.B. nach einem Leck) zu lokalisieren, da diese kühler dargestellt werden.

Der Taupunkt und die 12,6-Grad-Regel

Für eine professionelle Einschätzung der Schimmelgefahr ist der sogenannte Taupunkt entscheidend. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft zu 100 % mit Wasserdampf gesättigt ist und Wassertröpfchen bildet.

Nach DIN 4108-2 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden) gilt eine Mindestanforderung an die Oberflächentemperatur von Außenwandecken, um Schimmelpilzbildung zu vermeiden [3].

Das Praxis-Beispiel

Nehmen wir ein typisches Wohnzimmer im Winter an:

  • Raumtemperatur: 20 °C
  • Relative Luftfeuchtigkeit: 50 %

Unter diesen Bedingungen liegt der Taupunkt bei ca. 9,3 °C. Das bedeutet, bei dieser Wandtemperatur würde die Wand nass werden. Aber: Schimmel wächst schon früher! Wie oben erwähnt, reicht eine Oberflächenfeuchte von 80 % (aw-Wert 0,8) für die Auskeimung von Sporen. Bei den genannten Raumbedingungen (20 °C / 50 %) wird diese kritische Grenze bereits bei einer Wandtemperatur von ca. 12,6 °C erreicht.

Die Anwendung mit der Kamera: Wenn Sie mit der Wärmebildkamera Ihre Außenwände scannen und Bereiche finden, die 12,6 °C oder kälter sind (bei 20 °C Raumtemperatur und 50 % Luftfeuchte), besteht dort akute Schimmelgefahr.

Profi-Tipp: Taupunkt-Alarm nutzen

Hochwertige Wärmebildkameras verfügen oft über einen integrierten Taupunkt-Alarm oder eine Isothermen-Funktion. Sie geben die aktuelle Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur in das Gerät ein, und die Kamera färbt automatisch alle Flächen im Display in einer Warnfarbe (z.B. Rot), die unterhalb der kritischen Temperatur liegen. Dies macht die Suche nach Schimmelrisiken extrem effizient.

Anleitung: So führen Sie eine Bauthermografie richtig durch

Der Besitz einer Wärmebildkamera macht noch keinen Bauphysiker. Um verlässliche Ergebnisse zu erzielen und Fehlinterpretationen zu vermeiden, müssen bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden. Eine fehlerhafte Messung kann sonst zu teuren, unnötigen Sanierungen führen oder dazu, dass echte Probleme übersehen werden.

1. Der richtige Zeitpunkt

Thermografie zur Schimmelprävention funktioniert am besten im Herbst und Winter. Es muss ein deutlicher Temperaturunterschied (Delta T) zwischen Innen- und Außentemperatur herrschen. Experten empfehlen eine Differenz von mindestens 10 bis 15 Kelvin (z.B. Innen 20 °C, Außen maximal 5 °C). Nur so fließt genügend Wärme durch die Bauteile, um Schwachstellen in der Dämmung sichtbar zu machen.

2. Die Vorbereitung des Raumes

Damit die Messergebnisse nicht verfälscht werden, sollten Sie folgende Schritte beachten:

  • Heizen: Alle Räume sollten mindestens 24 Stunden vor der Messung gleichmäßig beheizt werden.
  • Fenster schließen: Lüften Sie kurz vor der Messung nicht mehr (Stoßlüften ca. 2 Stunden vorher beenden), um die Wandoberflächen nicht temporär abzukühlen.
  • Möbel abrücken: Ziehen Sie Schränke und Sofas an Außenwänden einige Stunden vor der Messung ab, damit sich die Wand dahinter thermisch "beruhigen" kann. Genau hinter Möbeln wächst Schimmel oft unbemerkt, da dort die warme Raumluft nicht zirkulieren kann.
  • Jalousien hoch: Rollläden und Vorhänge sollten geöffnet sein.

3. Die Messung durchführen

Richten Sie die Kamera möglichst senkrecht auf die zu messende Fläche. Scannen Sie systematisch:

  • Geometrische Wärmebrücken: Achten Sie besonders auf Raumecken an Außenwänden (hier kühlt die Wand stärker aus, da viel Außenfläche auf wenig Innenfläche trifft).
  • Materialbedingte Wärmebrücken: Prüfen Sie Fensterstürze, Rollladenkästen und Heizkörpernischen.
  • Anschlüsse: Untersuchen Sie den Übergang von Wand zu Decke und Wand zu Boden.

Häufiger Fehler: Reflexionen

Vorsicht bei glatten Oberflächen wie Glas, Fliesen oder Metall. Diese reflektieren die Wärmestrahlung (ähnlich wie ein Spiegel das Licht). Wenn Sie sich im Fensterglas mit der Wärmebildkamera spiegeln, messen Sie nicht die Temperatur des Fensters, sondern Ihre eigene Körperwärme! Ändern Sie den Winkel, um Reflexionen zu vermeiden.

Interpretation der Ergebnisse: Baumangel oder Lüftungsfehler?

Die Wärmebildkamera liefert Indizien, die oft den ewigen Streit zwischen Mietern und Vermietern klären können. Ist die Bausubstanz schuld oder das Wohnverhalten?

Hinweise auf Baumängel

Zeigt die Wärmebildkamera scharf abgegrenzte, kalte Bereiche (z.B. Balken in der Wand, Fugen, Ecken), deutet dies auf eine unzureichende Wärmedämmung oder konstruktive Wärmebrücken hin. Wenn die Wandtemperatur trotz normaler Beheizung (20 °C) großflächig sehr niedrig ist (z.B. unter 14-15 °C), entspricht der Wärmeschutz vermutlich nicht den aktuellen Standards oder ist defekt (z.B. durchfeuchtete Dämmung).

Hinweise auf falsches Lüften/Heizen

Sind die Wände im Wärmebild relativ homogen warm (keine signifikanten Kältebrücken), aber es bildet sich dennoch Schimmel (oft hinter Möbeln oder in Ecken), liegt das Problem häufig an einer zu hohen Luftfeuchtigkeit im Raum. Hier hilft die Kamera zu beweisen, dass die Wandtemperatur eigentlich im grünen Bereich liegt, aber die Luftfeuchte so hoch ist, dass der Taupunkt selbst auf "warmen" Wänden erreicht wird.

Das Robert Koch-Institut betont in seinen Leitfäden, dass die Sanierung der Ursache (Feuchtigkeitseintritt, Wärmebrücke) die einzig nachhaltige Maßnahme gegen Schimmel ist. Das bloße Überstreichen oder die Anwendung von Schimmelvernichtern ohne Behebung der thermischen Mängel ist wirkungslos [2].

Grenzen der Technik

Trotz ihrer Nützlichkeit ist die Wärmebildkamera kein Zauberstab. Es ist wichtig, ihre Grenzen zu kennen:

  • Kein Röntgenblick: Die Kamera sieht nur die Oberflächentemperatur. Sie kann nicht in die Wand schauen oder Schimmel unter dem Putz direkt sehen (außer indirekt durch Temperaturveränderungen).
  • Keine Sporenerkennung: Sie kann nicht messen, ob Schimmelsporen in der Luft sind. Dafür sind Luftkeimmessungen notwendig.
  • Emissionsgrad: Unterschiedliche Materialien strahlen Wärme unterschiedlich ab. Ein falscher Emissionsgrad in den Einstellungen (Standard für Baumaterialien ist meist 0,95) kann zu Messfehlern von mehreren Grad führen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich mit einer günstigen Handy-Wärmebildkamera Schimmel finden?

Ja, für den Hausgebrauch reichen moderne Aufsteckkameras für Smartphones oft aus. Sie haben zwar eine geringere Auflösung als Profi-Geräte, aber um signifikante Kältebrücken ("Cold Spots") in Ecken oder an Fenstern zu identifizieren, ist ihre thermische Empfindlichkeit meist ausreichend. Wichtig ist, dass die Temperaturdifferenz groß genug ist.

Welche Farbe hat Schimmel auf der Wärmebildkamera?

Schimmel selbst hat keine eigene Farbe im Wärmebild. Da Schimmel aber fast immer an feuchten und kalten Stellen wächst, suchen Sie nach den dunklen Bereichen (Blau/Violett/Schwarz) im Bild. Diese zeigen die kältesten Punkte der Wand an, wo das Kondensationsrisiko am höchsten ist.

Kann ich im Sommer nach Schimmel suchen?

Das ist schwierig. Im Sommer sind die Temperaturen innen und außen oft ähnlich, oder es ist draußen sogar wärmer. Der Wärmefluss durch die Wand ist dann gering oder umgekehrt, was Wärmebrücken "unsichtbar" macht. Eine Ausnahme ist die Leckageortung (z.B. Wasserrohrbruch): Da verdunstendes Wasser kühlt, kann man nasse Stellen auch im Sommer oft als kalte Flecken sehen.

Was kostet eine gute Wärmebildkamera?

Einsteigermodelle und Smartphone-Aufsätze beginnen bei ca. 200 bis 400 Euro. Semiprofessionelle Handgeräte liegen zwischen 500 und 1.500 Euro. Für eine einmalige Überprüfung kann es sinnvoller sein, ein Gerät zu mieten oder einen Energieberater zu beauftragen.

Wie verhindere ich Schimmel, wenn die Kamera Kältebrücken zeigt?

Kurzfristig: Möbel von der Außenwand abrücken (mind. 10 cm), Raumtemperatur erhöhen und Luftfeuchtigkeit durch häufiges Stoßlüften senken (Hygrometer nutzen!). Langfristig hilft oft nur eine bauliche Sanierung, z.B. eine Außendämmung oder eine Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten, um die Oberflächentemperatur der Wand anzuheben.

Fazit

Der Einsatz einer Wärmebildkamera ist eine der effektivsten Methoden zur Schimmelprävention und Ursachenanalyse. Sie macht das Unsichtbare sichtbar und ermöglicht es Hausbesitzern und Mietern, Risikozonen zu erkennen, bevor der Schimmelpilz die Gesundheit gefährdet. Indem Sie Kältebrücken lokalisieren und das Zusammenspiel von Temperatur und Feuchtigkeit verstehen, können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen – sei es durch angepasstes Lüftungsverhalten oder bauliche Verbesserungen.

Denken Sie jedoch immer daran: Die Kamera ist ein Diagnosewerkzeug. Die Lösung des Problems erfordert fast immer eine Reduzierung der Feuchtigkeit oder eine Verbesserung der Wärmedämmung. Investieren Sie in ein gutes Hygrometer parallel zur Wärmebildkamera, um das Raumklima ganzheitlich zu überwachen.

Quellen und Referenzen

  1. Umweltbundesamt (UBA), "Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden", 2017.
  2. Robert Koch-Institut (RKI), "Schimmelpilzbelastung in Innenräumen – Befunderhebung, gesundheitliche Bewertung und Maßnahmen", Bundesgesundheitsblatt, 2007.
  3. DIN 4108-2:2013-02, "Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz".
  4. Verbraucherzentrale Bundesverband, "Feuchtigkeit und Schimmelbildung", Fachinformationen Bauphysik.
  5. DIN EN ISO 13788:2013-05, "Wärme- und feuchtetechnisches Verhalten von Bauteilen und Bauelementen - Raumseitige Oberflächentemperatur zur Vermeidung kritischer Oberflächenfeuchte und Tauwasserbildung im Bauteilinneren".

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