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Können Silberfische schwimmen? – Fakten über ihre Fähigkeiten
April 13, 2026 Patricia Titz

Können Silberfische schwimmen? – Fakten über ihre Fähigkeiten

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Es ist ein klassisches Szenario, das fast jeder Hausbesitzer kennt: Sie betreten morgens das Badezimmer, schalten das Licht an und entdecken in der weißen Keramik der Badewanne oder des Waschbeckens einen kleinen, silbrig glänzenden Gast. Das Silberfischchen. Da diese Insekten oft in unmittelbarer Nähe zum Abfluss gefunden werden, hält sich hartnäckig der Mythos, sie kämen direkt aus der Kanalisation geschwommen. Doch entspricht das der Wahrheit? Können diese Urinsekten tatsächlich schwimmen, oder sind sie im Wasser hilflos verloren? Die Antwort ist komplexer, als ein einfaches Ja oder Nein, und hängt stark von der spezifischen Art und den physikalischen Gegebenheiten ab. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Biologie der Silberfische und ihrer Verwandten, der Papierfischchen, ein, analysieren ihre Beziehung zum Element Wasser und klären auf, warum die Badewanne oft zur unfreiwilligen Falle wird.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Keine Wassertiere: Silberfische sind landlebende Insekten und besitzen keine Kiemen oder Schwimmhäute. Sie können nicht dauerhaft unter Wasser atmen.
  • Oberflächenspannung: Dank ihres geringen Gewichts und ihrer schuppigen Körperoberfläche können sie sich kurzzeitig auf der Wasseroberfläche halten, ohne sofort unterzugehen.
  • Unterschiedliche Fähigkeiten: Neuere Beobachtungen zeigen, dass Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) im Gegensatz zu klassischen Silberfischen (Lepisma saccharina) durchaus aktive Schwimmbewegungen zeigen können.
  • Der Abfluss-Mythos: Silberfische kommen in der Regel nicht aus dem Abfluss, sondern fallen in die Wanne und können an den glatten Wänden nicht mehr emporsteigen.
  • Feuchtigkeitsbedarf: Obwohl sie nicht im Wasser leben, sind Silberfische auf eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (über 75 %) angewiesen, um nicht auszutrocknen.

Physiologie und Wasser: Können Insekten schwimmen?

Um zu verstehen, wie Silberfische mit Wasser interagieren, müssen wir zunächst ihre Anatomie betrachten. Silberfische (Lepisma saccharina) gehören zur Ordnung der Zygentoma. Es handelt sich um flügellose Urinsekten, deren Entwicklungslinie über 400 Millionen Jahre zurückreicht [1]. Ihr Körper ist stromlinienförmig, was ihnen zwar den Namen "Fischchen" einbrachte, aber primär der schnellen Fortbewegung in engen Ritzen und Spalten dient, nicht der Fortbewegung im Wasser.

Die schuppige Rüstung

Der Körper adulter Silberfische ist mit feinen, silbrigen Schuppen bedeckt. Diese Schuppen haben eine wichtige Funktion: Sie schützen das Insekt vor mechanischen Einflüssen und helfen dabei, Feuchtigkeit zu regulieren. Ein interessanter Nebeneffekt dieser Beschuppung ist ihre hydrophobe (wasserabweisende) Eigenschaft. Wenn ein Silberfisch ins Wasser fällt, sorgt die Oberflächenspannung des Wassers in Kombination mit dem leichten Körpergewicht und den wasserabweisenden Schuppen oft dafür, dass das Tier nicht sofort sinkt. Es "reitet" quasi auf der Wasseroberfläche.

Dies ist jedoch kein echtes Schwimmen im Sinne eines Fisches. Es ist eher ein Überlebenskampf gegen das Ertrinken. Die Tiere strampeln heftig mit ihren Beinen und dem Abdomen, um wieder festen Boden zu erreichen. Gelingt dies nicht, ermüden sie und können schließlich ertrinken, da ihre Tracheen (Atemöffnungen) verstopfen, sobald die Oberflächenspannung bricht.

Wissenschaftliche Beobachtung: Papierfischchen können schwimmen

Während das gewöhnliche Silberfischchen im Wasser eher hilflos wirkt, gibt es bei dem eng verwandten Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) überraschende Erkenntnisse. In Laboruntersuchungen wurde festgestellt, dass Papierfischchen in einem Gefäß mit Wasser aktiv schwimmen können. Sie bewegen sich dabei zielgerichtet an den Rand des Gefäßes. Zudem wurde beobachtet, dass ihre Körperoberfläche im Wasser stark wasserabweisend wirkt [2]. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, da Papierfischchen oft mit Silberfischen verwechselt werden, aber deutlich größere Schäden an Papier und Kartonagen anrichten.

Der Mythos vom Abfluss: Kommen sie aus der Kanalisation?

Eine der häufigsten Fragen besorgter Bewohner ist, ob die Schädlinge durch die Rohre in die Wohnung gelangen. Die Vorstellung, dass Silberfische kilometerweit durch Abwasserkanäle tauchen, um dann im heimischen Waschbecken aufzutauchen, ist physikalisch und biologisch höchst unwahrscheinlich.

Die Barriere des Siphons

Jeder reguläre Abfluss in einem Haus ist mit einem Siphon (Geruchsverschluss) ausgestattet. Dies ist das U-förmige Rohrstück unter dem Waschbecken oder der Wanne, in dem permanent Wasser steht. Dieses Wasser dient als Barriere gegen Kanalgase. Für ein Silberfischchen stellt dieser "Wasserpfropfen" ein nahezu unüberwindbares Hindernis dar. Da sie keine Kiemen besitzen und nicht tauchen können, müssten sie die Luft anhalten und sich gegen den Wasserwiderstand durch das Rohr kämpfen. Während sie kurzzeitig auf der Oberfläche treiben können, ist das Durchtauchen eines gefüllten Siphons für sie in der Regel tödlich oder unmöglich.

Warum finden wir sie dann in der Wanne?

Wenn sie nicht aus dem Abfluss kommen, wie gelangen sie hinein? Die Antwort liegt in der Beschaffenheit unserer Sanitärkeramik. Badewannen und Waschbecken sind extrem glatt. Silberfische sind nachtaktive Erkunder [3]. Auf der Suche nach Nahrung (Hautschuppen, Haare, Seifenreste) oder Feuchtigkeit erklimmen sie nachts die Außenseite der Wanne oder fallen von der Wand oder Decke hinein.

Einmal im Becken gelandet, wird die Wanne zur Falle. Die Füße der Silberfische sind mit kleinen Krallen ausgestattet, die auf rauen Oberflächen wie Tapeten, Putz oder Fugen hervorragenden Halt finden. Auf der glatten Emaille oder Keramik finden diese Krallen jedoch keinen Grip. Sie rutschen ab und bleiben am tiefsten Punkt – meist in der Nähe des Abflusses – gefangen, bis sie am nächsten Morgen entdeckt werden.

Feuchtigkeit vs. Wasser: Ein lebenswichtiger Unterschied

Es ist wichtig, zwischen flüssigem Wasser (in dem sie ertrinken können) und Luftfeuchtigkeit (die sie zum Überleben brauchen) zu unterscheiden. Silberfische sind extrem abhängig von der relativen Luftfeuchtigkeit (r.F.).

Der Wasserhaushalt der Insekten

Silberfische (Lepisma saccharina) benötigen eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 75 %, optimalerweise sogar bis zu 90 %, um sich wohlzufühlen und fortzupflanzen [4]. Sie besitzen die Fähigkeit, Wasserdampf direkt aus der Luft über ihr Integument (Körperhülle) und den Rektalbereich aufzunehmen [1]. In zu trockener Umgebung verlieren sie mehr Wasser durch Verdunstung, als sie aufnehmen können, und trocknen aus (Desikkation).

Im Gegensatz dazu sind Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) deutlich widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Sie können auch bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 50 % überleben und sich vermehren [5]. Dies erklärt, warum Papierfischchen oft in trockeneren Bereichen wie Archiven, Bibliotheken oder Wohnzimmern gefunden werden, während Silberfische fast ausschließlich in Bädern, Küchen oder feuchten Kellern anzutreffen sind.

Praxis-Tipp: Die Luftfeuchtigkeit senken

Da Silberfische auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen sind, ist die effektivste Methode zur langfristigen Bekämpfung die Reduktion der Raumfeuchte.

  • Lüften Sie nach dem Duschen sofort stoßweise (Fenster ganz auf, nicht kippen).
  • Verwenden Sie in fensterlosen Bädern leistungsstarke Abzugsventilatoren.
  • Trocknen Sie nasse Stellen am Boden und an den Wänden ab.
  • Ziel ist eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit von unter 50-55 %, was für Silberfische tödlich ist, für Papierfischchen jedoch nur das Wachstum verlangsamt.

Überlebensstrategien bei Wasserkontakt

Was passiert genau, wenn Sie versuchen, einen Silberfisch mit Wasser wegzuspülen? Viele Menschen greifen zur Handbrause, um das Insekt in den Abfluss zu befördern. Dies ist oft effektiv, aber nicht immer endgültig.

  • Der Spülvorgang: Der Wasserdruck bricht die Oberflächenspannung und drückt das Insekt unter Wasser. Da es nicht atmen kann, gerät es in einen Schockzustand.
  • Im Siphon: Wenn das Tier im Siphon hängen bleibt und nicht vollständig in die Kanalisation gespült wird, besteht eine geringe Chance, dass es sich an Ablagerungen (Haare, Seifenreste) festhält und bei sinkendem Wasserstand wieder hochkrabbelt – vorausgesetzt, es ist nicht ertrunken.
  • Heißes Wasser: Die Verwendung von kochendem Wasser ist eine oft empfohlene Methode. Da Silberfische Proteine sind, denaturieren diese bei hohen Temperaturen (über 45-50°C) sehr schnell [5]. Ein Schwall heißes Wasser ist also meist tödlich.

Prävention: Wasserquellen eliminieren

Da wir nun wissen, dass Silberfische Wasser nicht zum Schwimmen, sondern als Feuchtigkeitsquelle suchen, liegt der Schlüssel zur Prävention im Wassermanagement. Silberfische können wochenlang ohne Nahrung auskommen, aber nur kurze Zeit ohne ausreichende Feuchtigkeit.

Undichte Leitungen und Kondenswasser

Oft sind es nicht die offensichtlichen Wasserquellen wie die Badewanne, die eine Population am Leben erhalten, sondern die versteckten. Kondenswasser an Kaltwasserleitungen, undichte Silikonfugen an der Dusche oder minimale Leckagen unter dem Waschbecken schaffen ideale Mikrokliamta. In diesen feuchten Nischen können sich Silberfische tagsüber verstecken und ihre Eier ablegen. Ein Weibchen legt im Laufe seines Lebens bis zu 100 Eier, vorzugsweise in Spalten und Ritzen [1].

Warnung: Vorsicht bei der Reinigung

Vermeiden Sie es, Böden in befallenen Räumen zu nass zu wischen. Das Wasser kann unter Fußleisten oder in Fugenrisse laufen und dort lange verbleiben. Dies schafft perfekte Brutstätten für Silberfische. Saugen Sie stattdessen gründlich, auch in den Ecken, um Nahrungsgrundlagen wie Hautschuppen und Haare zu entfernen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können Silberfische im Wasser überleben?

Nein, nicht dauerhaft. Sie können sich dank ihrer leichten Bauweise und wasserabweisenden Schuppen eine Weile an der Oberfläche halten, ertrinken aber schließlich, wenn sie das Wasser nicht verlassen können. Sie besitzen keine Kiemen.

Klettern Silberfische aus dem Abfluss hoch?

Das ist sehr unwahrscheinlich. Der mit Wasser gefüllte Siphon (Geruchsverschluss) wirkt als Barriere. Meist fallen die Tiere von oben in das Becken und können an den glatten Wänden nicht mehr hochklettern.

Warum finde ich Silberfische oft nach dem Duschen?

Das Duschen erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum massiv. Silberfische werden von dieser Feuchtigkeit angezogen. Zudem werden sie oft erst aktiv, wenn es dunkel ist, und werden dann überrascht, wenn Sie das Licht einschalten.

Helfen Hausmittel wie Backpulver gegen Silberfische?

Backpulver gemischt mit Zucker kann als Fraßgift wirken (das Backpulver bläht sich im Magen auf). Allerdings bekämpft dies nur einzelne Tiere. Effektiver sind professionelle Köderdosen mit Wirkstoffen wie Indoxacarb oder Clothianidin, die auch die Brut in den Verstecken erreichen können [5].

Was ist der Unterschied zwischen Silberfischen und Papierfischchen im Bezug auf Wasser?

Silberfische benötigen zwingend hohe Feuchtigkeit und sterben in trockener Umgebung. Papierfischchen vertragen Trockenheit besser und wurden beobachtet, wie sie im Wasser gezielter schwimmen können als ihre Verwandten, obwohl auch sie Landtiere sind.

Fazit

Die Frage "Können Silberfische schwimmen?" lässt sich mit einem "Jein" beantworten. Während sie nicht dafür gemacht sind, im Wasser zu leben oder zu tauchen, besitzen sie – insbesondere die Papierfischchen – gewisse Fähigkeiten, sich auf der Wasseroberfläche zu halten oder fortzubewegen. Doch das Wasser ist nicht ihr Freund, sondern oft ihr Ende. Wenn Sie Silberfische in Ihrer Badewanne finden, ist dies kein Zeichen für undichte Rohre oder eine Invasion aus der Kanalisation, sondern ein Indikator dafür, dass die Tiere in Ihrem Badezimmer auf Nahrungssuche waren und in die glatte Keramikfalle getappt sind.

Der Fund in der Wanne sollte als Warnsignal verstanden werden: Die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen ist hoch genug, um diesen Urinsekten einen Lebensraum zu bieten. Nutzen Sie dieses Wissen, um durch gezieltes Lüften, Abdichten von Fugen und Trockenhalten von Oberflächen den Lebensraum der Silberfische unattraktiv zu machen. Sollte der Befall überhandnehmen, greifen Sie auf professionelle Ködergele zurück, um die Population nachhaltig zu reduzieren.

Quellen und Referenzen

  1. Grokipedia, Silverfish (Lepisma saccharinum), 2026 (basierend auf Shopify Content)
  2. Landsberger, B. & Biebl, S., "Papierfischchen – Museumsschädlinge", museumsschaedlinge.de, abgerufen 2026 (unter Bezugnahme auf Laborbeobachtungen zur Schwimmfähigkeit)
  3. Reichholf, J. H., "Altersaufbau und Aktivität einer Population des Silberfischchens Lepisma saccharina L.", Mitteilungen der Zoologischen Gesellschaft Braunau, 2002
  4. NIPH (Norwegian Institute of Public Health), "Long-tailed silverfish (Ctenolepisma longicaudata) – biology and control", 2019
  5. Aak et al., "Development of a Poisoned Bait Strategy against the Silverfish Ctenolepisma longicaudata", Insects Journal, 2020

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