Fakten (kompakt)
- *Liposcelis divinatorius* ist ein kleines, flügelloses Insekt mit einer Körperlänge von bis zu 1,4 mm. - Die Tiere besitzen 15-gliedrige Antennen und auffällig verdickte Hinterschenkel. - Die Färbung variiert von weiß mit gelblicher bis brauner Schattierung oder dunkler. - Als Materialschädling und Lästling befallen sie feuchte Wohnungen, Neubauten, Büchereien und Sammlungen. - Die Nahrung besteht überwiegend aus Schimmelpilzen, umfasst aber auch Getreide, Getreideprodukte, Bücher und Tapeten. - Die Entwicklung stoppt bei Temperaturen unter 15 °C sowie über 37,5 °C. - Ein Hitzetod tritt bei 42 °C nach 24 Stunden ein, bei 50–60 °C bereits nach mehreren Stunden. - Die Lebensdauer der Geschlechtstiere kann bei 22 °C und 85 % relativer Luftfeuchte bis zu 382 Tage betragen. - Pro Jahr werden etwa 6 bis 8 Generationen gebildet. - Die Eiablage erfolgt ganzjährig, wobei die Eier einzeln und lose abgelegt werden und oft mit Teilchen bedeckt sind. - Es findet keine Krankheitsübertragung statt, jedoch können Exuvien und tote Tiere bei empfindlichen Personen Allergien auslösen. - Eine Überwinterung ist auch im Freien möglich.[2]
Die Art ist im deutschsprachigen Raum unter dem Trivialnamen Bücherlaus bekannt.[2] Der akzeptierte wissenschaftliche Name lautet *Liposcelis divinatoria*, wobei die Erstbeschreibung durch Müller im Jahr 1776 erfolgte.[3] In fachtechnischen Publikationen wird das Taxon teils auch unter der Bezeichnung *Liposcelis divinatorius* geführt.[2] Systematisch wird die Spezies der Familie Liposcelididae zugeordnet, welche zur Ordnung der Psocodea zählt.[3] Innerhalb der Gattung *Liposcelis* steht sie anderen Vertretern gegenüber, wobei in der Schädlingsbekämpfung beispielsweise Vergleiche zu *Liposcelis bostrychophilus* gezogen werden.[2] Der Status des Taxons wird taxonomisch als akzeptierte Art klassifiziert.[3]
Die Bücherlaus (*Liposcelis divinatorius*) ist ein kleines, flügelloses Insekt, das eine länglich-ovale Körperform aufweist. Adulte Geschlechtstiere erreichen eine Länge von bis zu 1,4 mm. Die Grundfärbung ist weiß mit gelblicher bis brauner Schattierung, kann jedoch auch dunkler erscheinen. Der Kopf trägt 15-gliedrige Antennen. Ein charakteristisches Merkmal sind die verdickten Hinterschenkel der Beine. Aufgrund der fehlenden Flügel ist die Art flugunfähig. Die Larven ähneln den adulten Tieren stark und sind im ersten Stadium (L–L1) bis zu 0,5 mm groß. Die Entwicklung beinhaltet drei Häutungen, weshalb auch Exuvien (Häutungsreste) im Lebensraum zu finden sein können. Die Eier sind weiß gefärbt. Die Eiablage erfolgt einzeln und lose, wobei die Eier oft mit Teilchen bedeckt sind.[2]
Die Bücherlaus (*Liposcelis divinatorius*) ist ein kleines, flügelloses Insekt, das primär als Materialschädling und Lästling in Erscheinung tritt. Ihr Körper ist länglichoval geformt und erreicht im ausgewachsenen Stadium eine Länge von bis zu 1,4 mm. Die Färbung ist überwiegend weiß, oft mit gelblichen bis braunen Schattierungen, wobei auch dunklere Varianten vorkommen. Ein markantes anatomisches Merkmal sind die verdickten Hinterschenkel sowie die 15-gliedrigen Antennen. Da die Art flugunfähig ist, erfolgt die Fortbewegung ausschließlich laufend. Die Larvenentwicklung umfasst drei Häutungen, wobei die Larven den adulten Geschlechtstieren morphologisch stark ähneln. Im ersten Stadium (L–L1) weisen die Larven eine Größe von bis zu 0,5 mm auf. Im Gegensatz zur verwandten Art *Liposcelis bostrychophilus*, die sich parthenogenetisch vermehrt, treten bei *Liposcelis divinatorius* beide Geschlechter auf. Die Eiablage erfolgt ganzjährig einzeln und lose, wobei die Eier oft mit Teilchen bedeckt sind, was vermutlich dem Schutz vor hohem Wasserverlust dient. Die Art zeigt spezifische Toleranzbereiche gegenüber Umweltfaktoren; so tritt ein Entwicklungsstopp bei 15 °C sowie oberhalb von 37,5 °C ein. Ein Hitzetod erfolgt bei 42 °C nach etwa 24 Stunden, während Temperaturen von 50–60 °C bereits nach mehreren Stunden tödlich wirken. Unter günstigen Bedingungen können sich pro Jahr 6 bis 8 Generationen entwickeln. Die Lebensdauer der Geschlechtstiere ist temperaturabhängig und kann bei 22 °C bis zu 382 Tage betragen, verkürzt sich jedoch bei höheren Temperaturen deutlich. Der bevorzugte Lebensraum umfasst feuchte Wohnungen, Neubauten und Büchereien, wobei die Tiere überwiegend als Schimmelfresser leben. Sie befallen jedoch auch stärkehaltige Materialien wie Getreideprodukte, Tapeten, alte Polstermöbel und Insektensammlungen. Trotz der Präferenz für Innenräume ist eine Überwinterung im Freien möglich.[2]
Die Bücherlaus (*Liposcelis divinatorius*) ist ein flugunfähiges Insekt. Die Eiablage erfolgt ganzjährig, wobei die Eier einzeln und lose abgelegt werden. Häufig bedecken die Tiere ihre Eier dabei mit feinen Teilchen. Das Nahrungsverhalten ist überwiegend auf den Verzehr von Schimmelpilzen ausgerichtet (Schimmelfresser), die Tiere befallen jedoch auch Getreide, Getreideprodukte und andere Lebensmittel. Durch ihre Fraßaktivität entstehen Schäden an Büchern, Tapeten sowie in biologischen Sammlungen wie Herbarien und Insektenkästen. Eine Überwinterung der Art ist im Freien möglich.[2]
*Liposcelis divinatorius* besiedelt vorwiegend feuchte Wohnungen, Neubauten, Büchereien und Sammlungen. Auch alte Polstermöbel dienen dem flugunfähigen Insekt als Habitat. In ihrer ökologischen Rolle tritt die Art überwiegend als Schimmelfresser auf. Das Nahrungsspektrum umfasst darüber hinaus Getreide, Getreideprodukte und andere Lebensmittel. Auch an Büchern, Tapeten, Herbarien und Insektensammlungen entstehen Fraßschäden. Die mikroklimatischen Ansprüche für eine optimale Entwicklung liegen bei Temperaturen zwischen 20 und 27,5 °C sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 %. Ein Entwicklungsstopp tritt bei Temperaturen unter 15 °C sowie über 37,5 °C ein. Eine Überwinterung ist im Freien möglich. Die Eier werden ganzjährig einzeln und lose abgelegt und oft mit Partikeln bedeckt, weisen jedoch einen hohen Wasserverlust auf. Pro Jahr können sich sechs bis acht Generationen entwickeln.[2]
*Liposcelis divinatorius* wird als Materialschädling sowie als Lästling klassifiziert. Der bevorzugte Lebensraum umfasst feuchte Wohnungen, Neubauten, Büchereien, Sammlungen und alte Polstermöbel. Die [Insekten](/pages/lexikon/insekten) ernähren sich überwiegend als Schimmelfresser, befallen jedoch auch Getreide, Getreideprodukte und andere Lebensmittel. Fraßschäden entstehen an Nahrungsmitteln, Büchern, Tapeten, Herbarien sowie Insektensammlungen. Neben der Ekelerregung führen Kot und Häutungsreste zu Verschmutzungen der befallenen Materialien. Eine Krankheitsübertragung findet nicht statt, doch können Exuvien und tote Tiere bei empfindlichen Personen Allergien auslösen. Da die Tiere im Freien überwintern können, ist eine Persistenz in der Umgebung möglich. Ein Entwicklungsstopp tritt bei Temperaturen von 15 °C oder über 37,5 °C ein. Zur physikalischen Bekämpfung eignet sich eine Hitzebehandlung, da der Hitzetod bei 42 °C nach 24 Stunden eintritt. Bei höheren Temperaturen von 50 bis 60 °C sterben die Schädlinge bereits nach mehreren Stunden ab. Das Schadpotenzial wird durch die schnelle Abfolge von sechs bis acht Generationen pro Jahr begünstigt.[2]
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Liposcelis divinatorius* begründet sich in der Einstufung als Materialschädling und Lästling. Schäden treten häufig in feuchten Wohnungen, Neubauten, Bibliotheken und Sammlungen auf. Obwohl die Art überwiegend Schimmel frisst, befällt sie auch Getreide, Getreideprodukte und andere Lebensmittel. An Nahrungsmitteln entstehen Fraßschäden, die neben dem materiellen Verlust auch Ekel erregen. Eine weitere Wertminderung von Produkten erfolgt durch Verschmutzungen mittels Kot und Häutungsresten. Relevante Materialschäden verursacht das Insekt zudem an Büchern, Tapeten und alten Polstermöbeln. Auch wissenschaftliche Bestände wie Insektensammlungen und Herbarien sind durch Fraß gefährdet. Zwar werden keine Krankheiten übertragen, doch können Rückstände wie Exuvien oder tote Tiere bei empfindlichen Personen Allergien auslösen.[5]