Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die Kleiderlaus (*Pediculus humanus corporis*): - Die Kleiderlaus ist ein flügelloses, blutsaugendes Ektoparasit, das ausschließlich den Menschen befällt. - Sie lebt hauptsächlich in den Nähten der Kleidung und nicht direkt auf dem Körper. - Die Kleiderlaus ist morphologisch ähnlich der [Kopflaus](/pages/lexikon/kopflaus), aber etwas größer und misst 2–4 mm. - Ihr Körper ist abgeflacht und gräulich-weiß. - Sie besitzt sechs Beine mit klauenartigen Strukturen zum Festhalten an Stoffen und Haut. - Der Lebenszyklus der Kleiderlaus umfasst Eier (Nissen), drei Nymphenstadien und adulte [Läuse](/pages/lexikon/lause) und dauert unter optimalen Bedingungen etwa 15–18 Tage. - Weibliche Kleiderläuse legen bis zu 300 Eier während ihrer Lebensdauer von etwa 30 Tagen. - Im Gegensatz zu Kopfläusen, die ihre Eier an den Haarschäften ablegen, legen Kleiderläuse ihre Eier in den Kleiderfasern ab. - Adulte Kleiderläuse müssen mehrmals täglich Blut zu sich nehmen, um zu überleben. - Kleiderläuse verbringen die meiste Zeit in Kleidernähten und gehen nur zur Nahrungsaufnahme auf die Haut. - Kleiderlausbefall wird als Pediculosis corporis bezeichnet und tritt weltweit auf, besonders häufig unter Bedingungen von Überbevölkerung und mangelnder Hygiene. - Kleiderläuse können *Epidemisches Fleckfieber* (*Rickettsia prowazekii*), *Wolhynisches Fieber* (*Bartonella quintana*) und *Läuserückfallfieber* (*Borrelia recurrentis*) übertragen. - Die Übertragung erfordert engen Personenkontakt oder das Teilen von Kleidung und Bettwäsche. - Die Vorbeugung und Bekämpfung von Kleiderläusen umfasst die Verbesserung der persönlichen Hygiene, das Waschen von Kleidung und Bettwäsche in heißem Wasser (mindestens 54°C) und die Verwendung von Insektiziden wie Permethrin oder Ivermectin.[1]
Die Kleiderlaus wird wissenschaftlich als *Pediculus humanus corporis* de Geer oder als Unterart *Pediculus humanus humanus* Linnaeus, 1758 geführt. Sie gehört zur Familie der Pediculidae innerhalb der Ordnung [Phthiraptera](/pages/lexikon/lause), die taxonomisch oft den Psocodea untergeordnet wird.[2][3] Historisch wurde sie als eigenständige Art *Pediculus corporis* betrachtet, gilt jedoch aufgrund minimaler genetischer Abweichungen heute als Unterart oder Ökotyp von *Pediculus humanus*.[3][1]
Die Kleiderlaus (*Pediculus humanus corporis*) ist ein flügelloses Insekt mit einem dorsoventral abgeflachten, spindelförmigen Körper, der an die Fortbewegung in Kleidung angepasst ist.[1][2] Adulte Exemplare erreichen eine Körperlänge von etwa 2,3 bis 4,4 Millimetern, wobei die Weibchen tendenziell größer als die Männchen sind. Die Grundfärbung variiert von schmutzig-gelb bis graubraun oder gräulich-weiß und erscheint nach der Aufnahme einer Blutmahlzeit rötlich. Das Insekt verfügt über sechs Gliederbeine, die als kräftige Klammerbeine ausgebildet sind, um ein sicheres Festhalten an Textilfasern zu ermöglichen. Der Kopf weist einfache Ocellen statt Facettenaugen sowie stechend-saugende Mundwerkzeuge auf, die aus Styletten bestehen. Ein Sexualdimorphismus ist erkennbar, da Männchen relativ größere Vorderbeine zum Festhalten bei der Paarung besitzen, während Weibchen ein breiteres Abdomen zur Eiproduktion aufweisen. Die Entwicklung verläuft über drei Nymphenstadien, die den adulten Tieren morphologisch ähneln, jedoch kleiner sind. Das erste Larvenstadium misst etwa 1 Millimeter, während ausgewachsene Larven eine Größe von circa 3 Millimetern erreichen. Die Larven sind schmutzig-weiß bis gelbbraun gefärbt und erscheinen nach dem Blutsaugen hellrot. Die als Nissen bezeichneten Eier sind oval, etwa 0,8 Millimeter lang, mit einem Deckel versehen und weisen eine weiße bis gelbliche Färbung auf. *Pediculus humanus corporis* ist der [Kopflaus](/pages/lexikon/kopflaus) (*Pediculus humanus capitis*) morphologisch sehr ähnlich, ist jedoch im Allgemeinen etwas größer und heller gefärbt. Ein weiteres mikroskopisches Unterscheidungsmerkmal sind die weniger stark ausgeprägten Einkerbungen am Abdomen im Vergleich zur [Kopflaus](/pages/lexikon/kopflaus).[1]
Als Gesundheitsschädling und Ektoparasit besiedelt *Pediculus humanus corporis* vorwiegend die Nähte eng anliegender Kleidung und sucht den menschlichen Körper nur zur Nahrungsaufnahme auf. Der direkte Schaden durch den Befall äußert sich in starkem Juckreiz, Quaddelbildung und Hautabschürfungen, die durch Kratzen entstehen und bakterielle Sekundärinfektionen wie Impetigo begünstigen können.[1][2] Bei chronischem Befall kann es zu einer Verdickung und Dunkelverfärbung der Haut kommen, die historisch als „Vagabundenhaut“ bekannt ist.[2] Epidemiologisch ist die Kleiderlaus als Vektor für gefährliche Infektionskrankheiten wie das Klassische Fleckfieber (*Rickettsia prowazekii*), das Wolhynische Fieber (*Bartonella quintana*) und das Rückfallfieber (*Borrelia recurrentis*) von großer Bedeutung. Die Übertragung erfolgt meist in Massenunterkünften durch engen Körperkontakt oder die gemeinsame Nutzung von Bettwäsche und Kleidung.[1][2] Zur Prävention sind regelmäßige Körperhygiene und der häufige Wechsel der Kleidung entscheidend, da die Parasiten ohne Wirt nur begrenzt überlebensfähig sind.[2] Eine effektive Bekämpfung in Textilien gelingt durch Hitze, wobei Waschtemperaturen von mindestens 54 °C oder trockene Hitze von 60–65 °C über 30 bis 60 Minuten erforderlich sind, um alle Stadien abzutöten.[1][2] Nicht waschbare Gegenstände können alternativ für zwei Wochen in Plastiksäcken isoliert werden, um die [Läuse](/pages/lexikon/lause) auszuhungern, oder chemisch behandelt werden.[2][3]