Läuse durchlaufen eine hemimetabole Entwicklung (unvollkommene Metamorphose), die ausschließlich auf dem Wirt stattfindet und die Stadien Ei, Nymphe sowie Imago umfasst, ohne ein Puppenstadium zu durchlaufen.[1][3] Die Fortpflanzung erfolgt sexuell, wobei die Weibchen ihre Eier, sogenannte Nissen, mithilfe eines proteinhaltigen Sekrets fest an Haare oder Federn zementieren, um sie vor Ablösung zu schützen.[2][1] Die Fertilität ist hoch; so legen Weibchen der Kopflaus (*Pediculus humanus capitis*) etwa 30 Tage lang bis zu sechs Eier täglich, während Kieferläuse über eine Lebensspanne von 30 bis 45 Tagen mehrmals täglich Eier ablegen.[1] Die Embryonalentwicklung ist temperaturabhängig, wobei das Schlüpfen der Larven unter optimalen Bedingungen (ca. 28–32 °C) nach 6 bis 9 Tagen durch das Aufstoßen eines Deckels (Operculum) erfolgt.[4][1] Nach dem Schlupf durchlaufen die Nymphen drei Entwicklungsstadien (Instare), die jeweils durch eine Häutung (Ecdysis) getrennt sind und bei Kopfläusen insgesamt 9 bis 12 Tage dauern.[1][2] Bereits das erste Nymphenstadium ist auf sofortige Nahrungsaufnahme angewiesen, da ein fehlender Wirtskontakt innerhalb von Stunden zur Austrocknung und zum Tod führt.[2] Die adulte Lebensdauer auf dem Wirt beträgt bei vielen Arten etwa 30 Tage, wohingegen das Überleben abseits des Wirtes aufgrund der Gefahr der Desikkation meist auf 1 bis 2 Tage beschränkt ist. Eine Ausnahme bildet die Kleiderlaus (*Pediculus humanus humanus*), die in Kleidungssäumen unter kühlen, feuchten Bedingungen bis zu 10 Tage ohne Wirt überdauern kann. Die Ernährung variiert je nach Unterordnung: Echte Tierläuse (Anoplura) sind Hämatophagen, die mit stilettartigen Mundwerkzeugen Blut saugen und dabei auf symbiotische Bakterien in Mycetomen angewiesen sind, um fehlende B-Vitamine zu synthetisieren.[1] Kieferläuse (Amblycera und Ischnocera) ernähren sich hingegen primär von Hautschuppen, Federn, Sekreten oder Keratinmaterial, wobei einige Arten auch Wirtsblut aufnehmen.[1][6] Eine physiologische Besonderheit der blutsaugenden Arten ist die spirakuläre Transpiration, die es ermöglicht, überschüssiges Wasser aus den Blutmahlzeiten effizient auszuscheiden und die Osmolalität der Hämolymphe stabil zu halten.[1] Zu den wesentlichen Mortalitätsfaktoren zählen die mechanische Entfernung durch das Putzverhalten (Preening) des Wirtes, welches die Lauspopulationen um bis zu 50 % reduzieren kann, sowie immunologische Wirtsreaktionen. Die Parasiten zeigen eine extreme Wirtsspezifität, die durch Koevolution entstanden ist, sodass die meisten der über 5.000 Arten streng an bestimmte Vogel- oder Säugetiertaxa gebunden sind.[1]