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Mykotoxine Symptome: Vergiftungszeichen erkennen
Dezember 3, 2025 Philipp Silbernagel

Mykotoxine Symptome: Vergiftungszeichen erkennen

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Stellen Sie sich vor, Sie leiden seit Wochen unter unerklärlicher Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ständigen Atemwegsbeschwerden, doch kein Arzt findet eine klare Ursache. Oft liegt der Grund nicht in einer gewöhnlichen Infektion, sondern versteckt in den eigenen vier Wänden. Schimmelpilze sind nicht nur ein optisches Ärgernis; sie produzieren unsichtbare, hochwirksame Gifte – die sogenannten Mykotoxine. Diese Stoffwechselprodukte können gravierende gesundheitliche Folgen haben, die weit über eine einfache Allergie hinausgehen. In diesem Artikel erfahren Sie fundiert und wissenschaftlich belegt, welche Symptome auf eine Mykotoxin-Belastung hindeuten, welche Schimmelarten besonders gefährlich sind und wie Sie sich und Ihre Familie schützen können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Versteckte Gefahr: Mykotoxine sind sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die auch in abgestorbenen Pilzbestandteilen noch wirksam sind.
  • Vielfältige Symptome: Die Beschwerden reichen von Reizungen der Schleimhäute und Hautausschlägen bis hin zu neurologischen Störungen und Organschäden.
  • Gefährliche Arten: Besonders Pilze wie Stachybotrys chartarum (Schwarzer Schimmel) oder Aspergillus fumigatus produzieren potente Toxine.
  • Aufnahmewege: Die Gifte gelangen über die Atemluft (Inhalation), Hautkontakt oder Nahrung in den Körper.
  • Handlungsbedarf: Bei Verdacht auf toxischen Schimmel ist eine professionelle Analyse und Sanierung unter Arbeitsschutzbedingungen unerlässlich.

Was sind Mykotoxine und wie entstehen sie?

Schimmelpilze sind ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt. Doch unter bestimmten Bedingungen im Innenraum – vor allem bei erhöhter Feuchtigkeit und dem passenden Nährstoffangebot – beginnen einige Arten, sogenannte Mykotoxine zu produzieren. Dabei handelt es sich um sekundäre Stoffwechselprodukte, die der Pilz nicht primär zum Leben benötigt, sondern die ihm oft als Abwehr gegen andere Mikroorganismen dienen[1]. Diese Substanzen können für Menschen und Tiere bereits in geringen Konzentrationen toxisch wirken.

Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Schimmelpilzbefall zwangsläufig zur Freisetzung von Mykotoxinen führt. Die Produktion hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art des Pilzes (Spezies), dem Nährstoffangebot, dem Wachstumsstadium und Stressfaktoren[1]. Dennoch gilt: Wo Schimmel wächst, besteht potenziell die Gefahr einer Toxinbelastung. Besonders tückisch ist, dass diese Gifte auch dann noch vorhanden und wirksam sein können, wenn der Pilz bereits abgetötet oder ausgetrocknet ist. Eine bloße Desinfektion reicht daher oft nicht aus, um die gesundheitliche Gefahr zu bannen; die Biomasse muss vollständig entfernt werden[1].

Warnung: MVOC vs. Mykotoxine

Oft wird der typisch modrige Geruch von Schimmel mit Giftigkeit gleichgesetzt. Dieser Geruch stammt jedoch meist von MVOCs (Microbial Volatile Organic Compounds), also flüchtigen organischen Verbindungen. Diese können zwar Kopfschmerzen und Reizungen verursachen, sind aber chemisch von den eigentlichen Mykotoxinen zu unterscheiden, die oft geruchlos an Sporen oder Staubpartikeln haften[1].

Symptome einer Mykotoxin-Belastung

Die Symptome, die durch Mykotoxine ausgelöst werden, sind oft unspezifisch und werden daher häufig fehldiagnostiziert. Mediziner unterscheiden dabei zwischen allergischen Reaktionen, Infektionen und toxischen Wirkungen. Die toxischen Effekte hängen stark von der aufgenommenen Dosis und der Dauer der Exposition ab.

1. Atemwege und Schleimhäute

Der häufigste Aufnahmeweg im Innenraum ist die Inhalation von sporen- und toxinhaltigem Staub. Dies führt oft zu Reizungen der Schleimhäute. Betroffene klagen über brennende Augen, Nasenbluten, chronischen Husten oder Heiserkeit. Bei massiver Belastung, wie sie etwa bei Sanierungsarbeiten ohne Schutzkleidung vorkommen kann, droht das sogenannte "Organic Dust Toxic Syndrome" (ODTS), das mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Atemnot einhergeht[1].

2. Neurologische Symptome und Allgemeinbefinden

Einige Mykotoxine sind neurotoxisch, greifen also das Nervensystem an. Dies kann sich in Konzentrationsstörungen, chronischer Müdigkeit (Fatigue), Schwindel und Kopfschmerzen äußern. In der Literatur werden diese Symptome oft unter dem Begriff "Sick-Building-Syndrom" zusammengefasst, wenn sie in feuchten, schimmelbelasteten Gebäuden auftreten[1].

3. Haut und Immunsystem

Hautkontakt mit mykotoxinhaltigen Materialien kann zu Dermatitis, Rötungen und starkem Juckreiz führen. Darüber hinaus wirken viele Mykotoxine immunsuppressiv, das heißt, sie schwächen das Immunsystem. Dies macht den Körper anfälliger für andere Infektionen. Bestimmte Toxine, wie die von Stachybotrys chartarum produzierten Satratoxine, sind zudem starke Zellgifte, die die Proteinsynthese hemmen können[1].

Gefährliche Schimmelpilzarten und ihre Gifte

Nicht jeder Schimmelpilz ist gleich gefährlich. Die "Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe" (TRBA 460) klassifiziert Pilze in Risikogruppen. Für den Wohnraum sind besonders jene relevant, die potente Mykotoxine bilden können.

Stachybotrys chartarum (Der "Schwarze Schimmel")

Dieser Pilz wächst bevorzugt auf sehr feuchten, zellulosehaltigen Materialien wie Gipskartonplatten oder Tapeten. Er produziert sogenannte Makrozyklische Trichothecene (Satratoxine). Diese Toxine gelten als extrem gesundheitsschädlich. Berichte verbinden eine hohe Belastung mit Lungenblutungen bei Säuglingen, auch wenn der wissenschaftliche Kausalzusammenhang komplex ist. Dennoch gilt: Bei Nachweis von Stachybotrys ist eine sofortige Sanierung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen notwendig[1][2].

Aspergillus fumigatus und Aspergillus flavus

Arten der Gattung Aspergillus sind weit verbreitet. Aspergillus flavus kann Aflatoxine produzieren, die zu den stärksten natürlichen Karzinogenen (krebserregend) zählen und vor allem die Leber schädigen können. Aspergillus fumigatus produziert Gliotoxin, welches das Immunsystem unterdrückt, und ist zudem der Haupterreger der invasiven Aspergillose, einer schweren Lungeninfektion bei immungeschwächten Personen[1][2].

Penicillium Arten

Auch Pinselpilze (Penicillium) sind häufig in Innenräumen zu finden. Bestimmte Arten wie Penicillium verrucosum können Ochratoxin A bilden, ein Nierengift, das ebenfalls als krebserzeugend eingestuft wird. Andere Arten produzieren Citrinin oder Patulin, die ebenfalls toxische Wirkungen im Tierversuch gezeigt haben[1].

Tipp: Unterscheidung ist wichtig

Nicht jeder schwarze Fleck ist der gefährliche Stachybotrys. Auch Aspergillus niger oder Cladosporium-Arten können schwarz aussehen. Eine genaue Bestimmung der Art ist daher essenziell für die Risikoeinschätzung. Während Cladosporium oft "nur" allergieauslösend ist, produzieren andere Arten potente Gifte[1].

Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet?

Die Wirkung von Mykotoxinen und Schimmelpilzsporen ist individuell sehr unterschiedlich. Ein gesunder Erwachsener verfügt über eine hohe natürliche Resistenz. Dennoch gibt es Personengruppen, die besonders geschützt werden müssen:

  • Allergiker und Asthmatiker: Bei ihnen können schon geringe Konzentrationen schwere Reaktionen auslösen[1].
  • Immunsupprimierte Personen: Menschen nach Organtransplantationen, HIV-Patienten oder Personen unter Chemotherapie haben ein hohes Risiko für invasive Pilzinfektionen (Mykosen)[1].
  • Kinder und Säuglinge: Da ihr Immunsystem und ihre Organe noch in der Entwicklung sind, reagieren sie empfindlicher auf Umweltgifte.
  • Senioren: Mit dem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems oft ab, was die Anfälligkeit erhöht.

Diagnose und Nachweis

Der Nachweis, dass gesundheitliche Beschwerden konkret durch Mykotoxine im Wohnraum verursacht wurden, ist medizinisch anspruchsvoll. Blutuntersuchungen auf Antikörper (IgG, IgE) können zwar eine Exposition oder Allergie gegenüber Schimmelpilzen belegen, sagen aber oft nichts über eine aktuelle Vergiftung aus[1].

Wichtiger ist daher die Untersuchung des Wohnraums. Hierbei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Materialproben: Untersuchung von befallenen Tapeten oder Putz im Labor zur genauen Artbestimmung.
  • Luftkeimmessung: Hierbei wird Raumluft auf Nährböden gesaugt, um kultivierbare Sporen nachzuweisen.
  • Gesamtsporenzahl (Partikelsammlung): Diese Methode erfasst auch abgestorbene Sporen, die nicht mehr wachsen, aber immer noch Allergene und Toxine enthalten können[1].

Einfache Sedimentationsplatten ("Do-it-yourself-Tests", bei denen eine Schale offen stehen gelassen wird) werden von Experten oft kritisch gesehen, da sie keine quantitativen Ergebnisse liefern und schwere Sporen (wie die von Stachybotrys) oft gar nicht erfassen, da diese nicht lange in der Luft schweben[1].

Prävention: Feuchtigkeit ist der Schlüssel

Um die Bildung von Mykotoxinen zu verhindern, muss das Schimmelwachstum unterbunden werden. Der limitierende Faktor ist hierbei fast immer die Feuchtigkeit. Schimmelpilze benötigen eine bestimmte Wasseraktivität (aw-Wert) im Material, um zu wachsen. Während manche Arten (Xerophile) schon bei einer relativen Luftfeuchte von 70% wachsen können, benötigen andere, wie der gefährliche Stachybotrys, sehr feuchte Bedingungen (aw-Wert > 0,95), wie sie oft nach Wasserschäden auftreten[3].

Regelmäßiges Lüften, das Vermeiden von Wärmebrücken und die sofortige Trocknung von Wasserschäden sind die effektivsten Maßnahmen zur Vermeidung von Schimmel und damit von Mykotoxinen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich Mykotoxine riechen?

Nein, Mykotoxine selbst sind in der Regel geruchlos. Der typische "Schimmelgeruch" (muffig, erdig) stammt von MVOCs (flüchtigen organischen Verbindungen). Diese sind zwar ein Indikator für aktives Schimmelwachstum, aber chemisch etwas anderes als die festen Mykotoxine, die an Sporen haften[1].

Ist abgestorbener Schimmel noch gefährlich?

Ja. Auch wenn der Pilz durch Trocknung oder Desinfektionsmittel abgetötet wurde, bleiben die Allergene und Mykotoxine in der Biomasse erhalten und wirksam. Die Partikel können weiterhin eingeatmet werden und Reaktionen auslösen. Deshalb muss befallenes Material meist entfernt werden[1].

Rechtfertigt Schimmelbefall eine Mietminderung?

Grundsätzlich ja, wenn der Gebrauch der Wohnung beeinträchtigt ist. Gerichte haben in der Vergangenheit Mietminderungen von 10% bis hin zu 100% (bei erheblicher Gesundheitsgefährdung) zugesprochen. Entscheidend ist oft die Ursache (Baumangel vs. Lüftungsverhalten) und das Ausmaß der Gefahr[4].

Wie schnell muss saniert werden?

Bei großflächigem Befall (Kategorie 3) oder dem Nachweis besonders gefährlicher Erreger wie Stachybotrys oder Aspergillus fumigatus sollte die Sanierung unverzüglich erfolgen. Aus Vorsorgegründen sind Schimmelpilzquellen im Innenraum grundsätzlich nicht zu tolerieren[1].

Können Haustiere auch betroffen sein?

Ja, Tiere reagieren oft sogar empfindlicher auf Mykotoxine als Menschen, da sie kleiner sind und sich bodennäher aufhalten (näher an Staub und Sporen). Symptome können Atemnot, Hautprobleme oder neurologische Ausfälle sein.

Fazit

Mykotoxine sind eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr im häuslichen Umfeld. Die Symptome sind vielfältig und reichen von allergischen Reaktionen bis hin zu toxischen Wirkungen auf innere Organe. Besonders tückisch ist, dass die Gefahr unsichtbar sein kann – etwa bei verdecktem Schimmelbefall hinter Wänden oder Fußleisten. Wenn Sie den Verdacht auf Schimmel in Ihrer Wohnung haben oder unter unerklärlichen Symptomen leiden, zögern Sie nicht zu handeln. Eine professionelle Analyse und eine fachgerechte Sanierung sind der sicherste Weg, um die Gesundheit Ihrer Familie zu schützen. Ignorieren Sie Schimmel nicht – Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Quellen und Referenzen

  1. Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, "Schimmelpilze in Innenräumen – Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement", Bericht, 2004.
  2. Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS), TRBA 460: "Einstufung von Pilzen in Risikogruppen", Ausgabe Juli 2016 (geändert 2023).
  3. WTA Merkblatt E-6-3, "Rechnerische Prognose des Schimmelpilzwachstumsrisikos", 2023.
  4. Rechtsprechungssammlung zu Mietmängeln und Mietminderung bei Schimmelbefall (AG Charlottenburg, LG Berlin, LG Hamburg u.a.).

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