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Kellerasseln im Garten: Nützliche Krebstiere oder Schädlinge?
April 24, 2026 Patricia Titz

Kellerasseln im Garten: Nützliche Krebstiere oder Schädlinge?

Wenn Sie im Garten einen alten Blumentopf anheben, ein feuchtes Brett umdrehen oder im Komposthaufen graben, dauert es meist nur wenige Sekunden, bis sie hektisch das Weite suchen: Kellerasseln (Porcellio scaber). Für viele Gartenbesitzer sind die kleinen, grauen Krabbeltiere ein Dorn im Auge. Sie werden oft fälschlicherweise als Ungeziefer oder Schädlinge abgestempelt. Doch dieser Ruf wird den faszinierenden Tieren in keiner Weise gerecht. Wer sich intensiv mit der Biologie und Ökologie der Kellerasseln im Garten beschäftigt, stellt schnell fest: Wir haben es hier mit einem der wichtigsten Nützlinge unseres heimischen Ökosystems zu tun. Mehr noch – Kellerasseln sind ein evolutionäres Wunderwerk, das den Sprung aus dem Ozean an die Landfläche gemeistert hat, ohne seine aquatische Vergangenheit jemals ganz abzulegen.

In diesem umfassenden Ratgeber tauchen wir tief in die verborgene Welt der Kellerasseln ein. Wir klären, warum Ihr Garten für diese Tiere ein lebensrettender Ozean-Ersatz ist, wie sie durch komplexe soziale Interaktionen ihr Überleben sichern und warum ein Garten ohne Asseln ökologisch betrachtet ein toter Garten wäre.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Keine Insekten: Kellerasseln gehören zur Klasse der Höheren Krebse (Malacostraca) und atmen über Kiemen, weshalb sie zwingend auf Feuchtigkeit angewiesen sind.
  • Unverzichtbare Destruenten: Sie ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial und sind essenziell für die Humusbildung und Nährstoffrückführung im Kompost.
  • Bioindikatoren: Asseln reichern Schwermetalle in ihrem Körper an und reagieren sensibel auf Pestizide, was sie zu wichtigen Zeigern für die Bodengesundheit macht.
  • Soziales Überleben: Um nicht auszutrocknen, bilden Kellerasseln Aggregationen (Gruppen) und kommunizieren über Pheromone.
  • Völlig harmlos: Sie befallen in der Regel keine lebenden, gesunden Pflanzen und richten im Garten keinen Schaden an.
Wasserleitungssystem und Atmungsorgane der Kellerassel.
Wasserleitungssystem und Atmungsorgane der Kellerassel.

Krebstiere an Land: Warum der Garten für Kellerasseln ein Ozean-Ersatz ist

Um das Verhalten von Kellerasseln im Garten zu verstehen, muss man ihre evolutionäre Herkunft kennen. Weltweit gibt es etwa 10.000 Asselarten, von denen die meisten im Meer oder im Süßwasser leben [7]. Die Landasseln (Oniscidea), zu denen unsere heimische Kellerassel gehört, haben vor rund 160 Millionen Jahren den Landgang gewagt. Doch dieser Übergang war nicht vollständig. Im Gegensatz zu Insekten fehlt den Asseln eine entscheidende anatomische Eigenschaft: eine isolierende Wachsschicht (Cuticula) auf ihrem Außenpanzer [6].

Atmung über Kiemen und Tracheenlungen

Da diese Wachsschicht fehlt, sind Kellerasseln extrem anfällig für Austrocknung (Desikkation). Die Dicke ihres Panzers bestimmt maßgeblich, wie gut sie in verschiedenen Mikrohabitaten überleben können. Studien zeigen, dass Arten mit einem dickeren Tergalpanzer (wie die Rollassel Armadillidium vulgare) trockene Umgebungen besser tolerieren als Arten mit dünnerem Panzer [5]. Die Kellerassel liegt hier im Mittelfeld und sucht daher gezielt feuchte Rückzugsorte auf.

Das faszinierendste Relikt ihrer maritimen Vergangenheit sind jedoch ihre Atmungsorgane. Kellerasseln atmen primär über Kiemen, die an den Hinterleibsbeinen (Pleopoden) sitzen [7]. Kiemen funktionieren jedoch nur, wenn sie von einem Feuchtigkeitsfilm überzogen sind. Um dies an Land zu gewährleisten, haben Kellerasseln ein in der Natur einmaliges Wasserleitungssystem entwickelt. Dieses System wird durch Schuppenreihen des Außenskeletts gebildet [1].

Wussten Sie schon? Das geniale Recycling-System der Asseln
Aus einer Drüse im Kopfbereich sondern die Tiere ein Sekret ab, das unserem Harn entspricht. Dieses Sekret fließt über das Wasserleitungssystem an der Bauchseite zu den Kiemen. Auf dem Weg dorthin verdunstet das toxische Ammoniak, und das gereinigte, mit Sauerstoff angereicherte Wasser benetzt die Kiemen. Überschüssiges Wasser wird am After sogar wieder in den Körper aufgenommen [1][7]. So schützen sich die Tiere aktiv vor dem Austrocknen.

Zusätzlich zu den Kiemen haben heimische Kellerasseln sogenannte Tracheenlungen entwickelt, die als weiße Flecken an der Unterseite des Hinterleibs sichtbar sind. Durch Anheben und Absenken des Hinterleibs können sie so auch direkt Sauerstoff aus der Luft aufnehmen [7][8].

Doppelte Verdauung und Humusbildung bei der Kellerassel.
Doppelte Verdauung und Humusbildung bei der Kellerassel.

Die ökologische Rolle: Unermüdliche Humusbildner im Beet und Kompost

Im Ökosystem Garten nehmen Kellerasseln die Rolle der sogenannten Destruenten (Zersetzer) ein. Sie sind saprophag (fressen totes organisches Material) und mykophag (fressen Pilze) [8]. Wenn im Herbst das Laub fällt oder Äste absterben, beginnt die Arbeit der Asseln. Sie zerkleinern das Material mechanisch und machen es so für Bakterien und Pilze zugänglich.

Symbiose im Darm und der Verzehr des eigenen Kots

Pflanzliche Zellulose ist schwer verdaulich. Um diese Nährstoffe aufschlüsseln zu können, beherbergen Kellerasseln in ihrem Hepatopankreas (einer Art Mitteldarmdrüse) endosymbiotische Bakterien, wie beispielsweise Candidatus Rhabdochlamydia porcellionis [8]. Diese Mikroorganismen helfen bei der Zersetzung der Zellulose.

Ein weiteres, für uns Menschen vielleicht befremdliches, aber ökologisch hochgradig effizientes Verhalten ist die Koprophagie – der Verzehr des eigenen Kots. Kellerasseln verdauen ihre Nahrung oft mehrmals. Dies hat zwei entscheidende Gründe [7][8]:

  1. Rückgewinnung von Kupfer: Das Blut der Asseln enthält Hämocyanin (ein kupferhaltiges Protein) statt des eisenhaltigen Hämoglobins, das wir Wirbeltiere besitzen. Kupfer ist in terrestrischen Lebensräumen oft Mangelware. Durch das Fressen des Kots recyceln sie dieses lebenswichtige Spurenelement.
  2. Mikrobiom-Erhalt: Mit dem Kot scheiden sie auch wichtige Verdauungsbakterien aus, die sie durch erneute Aufnahme wieder in ihren Verdauungstrakt integrieren.

Das Endprodukt dieser intensiven Verdauungsprozesse ist feinster, nährstoffreicher Humus. In einem gesunden Komposthaufen leisten Kellerasseln zusammen mit Regenwürmern und Mikroorganismen die Hauptarbeit bei der Umwandlung von Gartenabfällen in wertvollen Dünger [6].

Versteckte Lebensweise: Aggregation als Überlebensstrategie

Wer Kellerasseln im Garten sucht, findet sie selten allein. Hebt man einen Stein an, wuselt oft eine ganze Kolonie durcheinander. Dieses Verhalten ist keine Zufälligkeit, sondern eine überlebenswichtige Strategie, die in der Wissenschaft als Aggregation bezeichnet wird.

Der Kampf gegen die Verdunstung

Wie bereits erwähnt, verlieren Asseln aufgrund ihrer durchlässigen Cuticula schnell Wasser. Studien haben gezeigt, dass die Aggregation von Asseln den Wasserverlust der Einzeltiere signifikant reduziert (Allee-Effekt) [3][4]. Wenn sich viele Tiere dicht aneinanderdrängen, verringern sie die dem Wind und der trockenen Luft ausgesetzte Körperoberfläche. Es entsteht ein feuchtes Mikroklima innerhalb der Gruppe.

Interessanterweise ist dieses Zusammenballen nicht nur eine passive Reaktion auf Umweltreize (wie das Aufsuchen dunkler, feuchter Orte), sondern wird durch aktive soziale Interaktionen gesteuert. Asseln kommunizieren chemisch miteinander. Es wird stark vermutet, dass sie Aggregationspheromone über ihren Kot abgeben, die Artgenossen anlocken [3]. Experimente haben gezeigt, dass die soziale Anziehungskraft zwischen den Tieren so stark ist, dass sie individuelle Präferenzen überwiegen kann. So sammeln sich Asseln manchmal in suboptimalen (etwas helleren oder trockeneren) Verstecken, nur weil dort bereits eine große Gruppe von Artgenossen vorhanden ist [3][4].

Thigmokinese: Die Liebe zur Berührung

Ein weiterer Grund, warum wir Kellerasseln oft in engen Spalten, unter Rinden oder dicht aneinandergepresst finden, ist die sogenannte Thigmokinese [8]. Dieser Begriff beschreibt ein Verhalten, bei dem die Bewegungsaktivität eines Tieres abnimmt, je mehr Körperkontakt es zu festen Oberflächen (oder Artgenossen) hat. Sobald eine Assel in eine enge Ritze kriecht und Druck auf ihren Panzer spürt, signalisiert ihr Nervensystem: "Du bist sicher und geschützt, fahre die Bewegung herunter."

Entwicklung der Kellerassel vom Ei zum erwachsenen Tier.
Entwicklung der Kellerassel vom Ei zum erwachsenen Tier.

Fortpflanzung im "Aquarium": Die Marsupium-Strategie

Auch bei der Fortpflanzung zeigt sich, wie sehr die Kellerassel noch an das Wasser gebunden ist. Die Paarung findet meist in den wärmeren Frühlings- und Sommermonaten statt. Kellerasseln sind polyandrisch, das heißt, ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen, was zu einer hohen genetischen Vielfalt innerhalb eines Wurfes führt [8].

Nach der Befruchtung legen die Weibchen ihre Eier nicht einfach im Boden ab. Sie haben eine spezielle Bruttasche auf der Bauchseite entwickelt, das sogenannte Marsupium (ähnlich dem Beutel eines Kängurus, jedoch nur funktional vergleichbar) [1][7]. In diese Bruttasche sondert das Weibchen ein wässriges Sekret ab. Die Eier und später die schlüpfenden Larven entwickeln sich also in einem winzigen, tragbaren "Aquarium" direkt am Körper der Mutter [7].

Nach etwa einem Monat verlassen die Jungtiere (Mancae genannt) den Brutbeutel. Sie sind weißlich, weich und sehen den erwachsenen Tieren bereits sehr ähnlich. Ein entscheidendes Detail fehlt ihnen jedoch noch: Sie besitzen zunächst nur sechs Laufbeinpaare. Das siebte Beinpaar entwickelt sich erst nach der ersten Häutung außerhalb des Brutbeutels [1][8]. Bis zur Geschlechtsreife, die nach ein bis zwei Jahren erreicht wird, häuten sich die Tiere bis zu 14 Mal. Die abgeworfene Haut (Exuvie) wird meist sofort gefressen, um das darin enthaltene, wertvolle Kalzium für den Aufbau des neuen Panzers zurückzugewinnen [1][7].

Kellerasseln als Bioindikatoren für die Bodengesundheit

In der modernen ökologischen Forschung spielen Kellerasseln eine zunehmend wichtige Rolle als Bioindikatoren. Da sie sich von der obersten Bodenschicht und abgestorbenem Pflanzenmaterial ernähren, nehmen sie unweigerlich alle Stoffe auf, die sich in diesem Material befinden.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Asseln Schwermetalle wie Kupfer, Zink, Blei und Cadmium in extrem hohen Konzentrationen in speziellen Vesikeln ihres Hepatopankreas (Mitteldarmdrüse) anreichern und immobilisieren können [2]. Anstatt diese toxischen Stoffe auszuscheiden oder an einer Vergiftung zu sterben, lagern sie sie ein. Etwa 90 % aller in einer Assel vorkommenden Metallionen werden auf diese Weise gespeichert [7].

Für Umweltforscher ist dies ein Glücksfall: Durch das Sammeln und Analysieren von Kellerasseln in einem bestimmten Gebiet lässt sich sehr genau bestimmen, wie stark der Boden mit Schwermetallen belastet ist [2]. Auch auf Pestizide und Herbizide reagieren Asseln sehr sensibel. In intensiv landwirtschaftlich genutzten Böden mit hohem Chemikalieneinsatz und starker Bodenbearbeitung (Pflügen) sinkt die Asselpopulation drastisch. Finden Sie in Ihrem Garten also eine gesunde, große Population an Kellerasseln, ist dies ein hervorragendes Zeichen für eine intakte, unbelastete Bodenökologie [2].

Natürliche Feinde: Wer frisst Kellerasseln im Garten?

Obwohl sie sich meist im Verborgenen aufhalten und bei Gefahr Ammoniakgas absondern können, um Feinde abzuschrecken [8], stehen Kellerasseln auf dem Speiseplan vieler Gartenbewohner. Sie sind ein wichtiges Bindeglied in der Nahrungskette.

  • Der Große Asseljäger (Dysdera crocata): Diese nachtaktive Webspinne hat sich evolutionär perfekt an die Jagd auf Asseln angepasst. Mit ihren extrem stark verlängerten und nach vorn gerichteten Kieferklauen (Cheliceren) kann sie den harten Rückenpanzer der Asseln mühelos durchdringen [8].
  • Wirbeltiere: Igel, Spitzmäuse, Kröten, Frösche und verschiedene Vogelarten verschmähen eine proteinreiche Assel nicht.
  • Hundertfüßer und Laufkäfer: Auch diese räuberischen Bodenbewohner jagen regelmäßig Kellerasseln [2].
Das Phänomen der "blauen Asseln"
Vielleicht haben Sie im Garten schon einmal eine Kellerassel gesehen, die nicht grau-braun, sondern leuchtend blau oder violett gefärbt war. Dies ist keine seltene Farbmutation, sondern das Symptom einer tödlichen Virusinfektion. Das Iridovirus (IIV Typ 31) bildet kristalline Strukturen im Gewebe der Assel, die das Licht so brechen, dass das Tier blau erscheint [2][8]. Die Infektion verläuft für die Assel meist tödlich.

Sind Kellerasseln Schädlinge? (Umgang im Garten)

Um die eingangs gestellte Frage abschließend zu beantworten: Nein, Kellerasseln sind im Garten absolut keine Schädlinge. Sie fressen in der Regel kein frisches, gesundes Pflanzengewebe, da ihre Mundwerkzeuge auf weiches, zersetztes Material ausgelegt sind. Sie übertragen keine Krankheiten auf den Menschen und befallen kein intaktes Bauholz.

Es gibt nur sehr wenige Ausnahmesituationen, in denen Asseln problematisch werden können. Dies ist meist in feuchtwarmen Gewächshäusern der Fall, wenn absolut keine alternative Nahrungsquelle (wie Totholz oder Kompost) zur Verfügung steht. In purer Verzweiflung können sie sich dann an sehr jungen, weichen Keimlingen vergreifen [2]. In einem normalen, naturnahen Garten mit ausreichend organischem Material am Boden passiert dies jedoch praktisch nie.

Wie Sie Kellerasseln im Garten fördern können

Anstatt sie zu bekämpfen, sollten umweltbewusste Gärtner die Population dieser nützlichen Krebstiere sogar fördern. Dies gelingt durch einfache Maßnahmen:

  • Mulchen: Lassen Sie Laub unter Hecken und Sträuchern liegen. Es dient als Nahrung und Feuchtigkeitsspeicher.
  • Totholz: Ein kleiner Haufen aus alten Ästen oder Rindenstücken in einer schattigen Gartenecke ist ein Paradies für Asseln.
  • Kompostwirtschaft: Ein offener, gut durchmischter Komposthaufen bietet ideale Lebensbedingungen und wird von den Asseln im Gegenzug in feinsten Humus verwandelt.
  • Verzicht auf Gift: Vermeiden Sie den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, da diese das empfindliche Bodenleben und damit auch die Asseln zerstören.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Kellerasseln im Garten schädlich für meine Pflanzen?

Nein, Kellerasseln sind keine Schädlinge. Sie ernähren sich fast ausschließlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial, Totholz und Pilzen. Gesunde, lebende Pflanzen werden von ihnen in der Regel komplett in Ruhe gelassen. Sie sind vielmehr wichtige Nützlinge für die Humusbildung.

Warum finde ich Kellerasseln oft in großen Gruppen?

Kellerasseln bilden Gruppen (Aggregationen), um sich vor dem Austrocknen zu schützen. Durch das enge Zusammenrücken verringern sie die Verdunstungsoberfläche und schaffen ein feuchtes Mikroklima. Sie locken sich gegenseitig über Pheromone im Kot an.

Warum rollen sich Kellerasseln bei Gefahr nicht zu einer Kugel zusammen?

Die Fähigkeit, sich bei Gefahr zu einer perfekten Kugel zusammenzurollen, besitzt nur die Rollassel (Armadillidium vulgare). Die gewöhnliche Kellerassel (Porcellio scaber) hat einen flacheren Panzer und flüchtet bei Gefahr lieber in dunkle Ritzen oder stellt sich tot.

Wie atmen Kellerasseln an Land?

Da sie Krebstiere sind, atmen sie primär über Kiemen an den Hinterleibsbeinen. Diese müssen stets feucht gehalten werden, wofür die Assel ein eigenes Wasserleitungssystem besitzt. Zusätzlich verfügen sie über Tracheenlungen, mit denen sie Sauerstoff direkt aus der Luft aufnehmen können.

Was bedeutet es, wenn eine Kellerassel leuchtend blau ist?

Eine blaue oder violette Färbung bei Kellerasseln wird durch eine Infektion mit dem Iridovirus verursacht. Das Virus bildet Kristalle im Gewebe, die das Licht bläulich brechen. Diese Krankheit verläuft für die betroffene Assel in der Regel tödlich.

Fazit

Die Kellerassel ist ein Paradebeispiel dafür, wie der erste Blick täuschen kann. Was oft als lästiges Ungeziefer abgetan wird, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein hochkomplexes, sozial interagierendes Krebstier, das eine tragende Säule in der Ökologie unseres Gartens bildet. Ohne die unermüdliche Arbeit der Asseln im Kompost und unter dem Herbstlaub würde der natürliche Nährstoffkreislauf ins Stocken geraten. Wenn Sie das nächste Mal einen Stein anheben und die kleinen grauen Panzerträger davonflitzen sehen, betrachten Sie sie nicht als Störenfriede, sondern als das, was sie wirklich sind: die fleißigsten und ältesten Gärtner der Welt. Schaffen Sie ihnen feuchte Rückzugsorte und lassen Sie etwas Totholz liegen – Ihr Garten wird es Ihnen mit fruchtbarem Boden und gesundem Pflanzenwachstum danken.

Quellenverzeichnis

  1. Lange, J. (o.J.). Die Kellerassel - Porcellio scaber. Ökologischer Lehrgarten, Pädagogische Hochschule Karlsruhe.
  2. Paoletti, M. G., & Hassall, M. (1999). Woodlice (Isopoda: Oniscidea): their potential for assessing sustainability and use as bioindicators. Agriculture, Ecosystems and Environment 74, 157–165.
  3. Devigne, C., Broly, P., & Deneubourg, J.-L. (2011). Individual Preferences and Social Interactions Determine the Aggregation of Woodlice. PLoS ONE 6(2): e17389.
  4. Broly, P., Mullier, R., Deneubourg, J.-L., & Devigne, C. (2012). Aggregation in woodlice: social interaction and density effects. ZooKeys 176: 133–144.
  5. Csonka, D., Halasy, K., Buczkó, K., & Hornung, E. (2018). Morphological traits – desiccation resistance – habitat characteristics: a possible key for distribution in woodlice (Isopoda, Oniscidea). ZooKeys 801: 481–499.
  6. Umweltbundesamt (UBA). (o.J.). Kellerassel - Aussehen und Vorkommen. Abgerufen von umweltbundesamt.de
  7. Preisfeld, G. (o.J.). Der nachhaltige Nützling mit den zwei Atmungsorganen. Bergische Universität Wuppertal. Abgerufen von uni-wuppertal.de
  8. Riggio, C. (o.J.). Porcellio scaber. Animal Diversity Web. Abgerufen von animaldiversity.org

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